Metaphysik

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Erste Seite von Aristoteles' „Metaphysik“ in der Ausgabe von Immanuel Bekker, 1837

Die Metaphysik (lat. metaphysica, von griech. μετά, metá, „danach, hinter, jenseits“, und φύσις, phýsis, „Natur, natürliche Beschaffenheit“) ist eine von Aristoteles begründete Grunddisziplin der Philosophie, die auf die spekulative gedankliche Erforschung der letzten Ursachen und Prinzipien der Welt ausgerichtet ist, die als solche prinzipiell der sinnlichen Erfahrung unzugänglich sind, aber deren notwendige Voraussetzung bilden.

Die allgemeine Metaphysik ist weitgehend deckungsgleich mit dem Bereich der Ontologie, der Lehre vom Sein. Weitergehende Fragen, etwa nach dem Wesen des Menschen, nach der Freiheit des Willens, nach der Unsterblichkeit der Seele oder nach der Existenz Gottes, werden traditionell im Rahmen der speziellen Metaphysik behandelt.

Aristoteles beschreibt die Aufgabe der Metaphysik wie folgt:

„Es gibt eine Wissenschaft, welche das Seiende als Seiendes untersucht und das demselben an sich Zukommende. Diese Wissenschaft ist mit keiner der einzelnen Wissenschaften identisch; denn keine der übrigen Wissenschaften handelt allgemein vom Seienden als Seienden, sondern sie grenzen sich einen Teil des Seienden ab und untersuchen die für diesen sich ergebenden Bestimmungen, wie z. B. die mathematischen Wissenschaften. Indem wir nun die Prinzipien und höchsten Ursachen suchen, ist offenbar, dass diese notwendig Ursachen einer gewissen Natur an sich sein müssen.“

Aristoteles: Metaphysik IV 1, 1003 a 21 – 28[1]

Anmerkungen

  1. Die Zitate sind der Übersetzung von Hermann Bonitz/Horst Seidl (Meiner Verlag) entnommen; die Seitenangaben folgen der Bekker-Zählung: Die römische Ziffer nennt das Buch (IV), die arabische den Abschnitt (1), danach die Seitenangabe nach Bekker (1003 a) sowie ergänzend die Zeilen (21 – 28).

Siehe auch

Literaturhinweise

Weblinks