Peter Selg

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Dr. med. Peter Selg (* 5. August 1963 in Stuttgart) ist ein deutscher Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Autor zahlreicher Publikationen besonders zur anthroposophischen Medizin und zur Geschichte der Anthroposophie.

Leben

Peter Selg erwarb das Abitur am Robert Bosch-Gymnasium in Wendlingen am Neckar und wurde Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes (Hochbegabtenförderung). Nach dem Zivildienst studierte er Humanmedizin in Witten-Herdecke, Berlin und Zürich und promovierte mit einer ideengeschichtlichen Arbeit über die Konzeption einer Humanphysiologie im Werk Rudolf Steiners (die später unter dem Titel „Vom Logos menschlicher Physis“ auch in Buchform erschien). Er absolvierte eine Facharztausbildung für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie und arbeitete zeitweise als Oberarzt an der psychiatrischen Abteilung für Jugendliche und junge Erwachsene des Gemeinschaftskrankenhauses Herdecke (unter Peter F. Matthiessen).

Später war Peter Selg wissenschaftlicher Mitarbeiter des Freiburger Instituts für angewandte Erkenntnistheorie und medizinische Methodologie (wo er eine Werkbiographie Gerhard Kienles publizierte) und an der Medizinischen Sektion am Goetheanum. Von 2002 bis 2006 gehörte er dem Kollegium der leitenden Ärzte der Ita Wegman-Klinik Arlesheim an. Seitdem leitet er das Ita Wegman Institut für anthroposophische Grundlagenforschung und unterrichtet in Witten-Herdecke und Alfter. Zusammen mit dem Leiter des digitalen Archivs der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, dem polnischen Historiker Krzysztof Antonczyk, führt er seit 2009 Seminare für Studenten zur medizinischen Ethik und zu den Medizinverbrechen des Nationalsozialismus in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau durch.

Peter Selgs Bücher sind in zehn Sprachen übersetzt und bilden die Basis seiner internationalen Vortrags- und Seminartätigkeit zum Beitrag der anthroposophischen Geisteswissenschaft für die Zivilisation der Moderne. Er ist mit der Kunsthistorikern und Slawistin Julia Selg verheiratet; gemeinsam mit ihren fünf Kindern leben sie bei Freiburg im Breisgau.

Heute arbeitet er als Leiter des Ita Wegman-Instituts für anthroposophische Grundlagenforschung, als Professor für medizinische Anthropologie an der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft und als leitender Arzt an der Ita Wegman Klinik.

Werke

Zur anthroposophischen Medizin

  • Vom Logos menschlicher Physis. Die Entfaltung einer anthroposophischen Humanphysiologie im Werk Rudolf Steiners. Verlag am Goetheanum, Dornach 2000; erweiterte Neuausgabe in zwei Bänden 2006, ISBN 3-7235-1245-3
  • Anthroposophische Ärzte. Lebens- und Arbeitswege im 20. Jahrhundert. Nachrufe und Kurzbiographien. Verlag am Goetheanum, Dornach 2000, ISBN 3-7235-1069-8
  • Anfänge anthroposophischer Heilkunst. Ita Wegman, Friedrich Husemann, Eugen Kolisko, Frederik Willem Zeylmans van Emmichoven, Karl König, Gerhard Kienle. Verlag am Goetheanum (Pioniere der Anthroposophie 18), Dornach 2000, ISBN 3-7235-1088-4
  • Krankheit und Christus-Erkenntnis. Anthroposophische Medizin als christliche Heilkunst. Verlag am Goetheanum, Dornach 2001, ISBN 3-7235-1114-7
  • Gerhard Kienle. Leben und Werk (Band 1: Eine Biographie; Band 2: Ausgewählte Aufsätze und Vorträge). Verlag am Goetheanum, Dornach 2003, ISBN 3-7235-1165-1
  • Helene von Grunelius und Rudolf Steiners Kurse für junge Mediziner. Eine biographische Studie. Verlag am Goetheanum, Dornach 2003, ISBN 3-7235-1174-0
  • Mysterium cordis: Von der Mysterienstätte des Menschenherzens. Studien zur sakramentalen Physiologie des Herzorgans. Aristoteles, Thomas von Aquin, Rudolf Steiner. Verlag am Goetheanum, Dornach 2003, ISBN 3-7235-1194-5
  • Krankheit, Heilung und Schicksal des Menschen. Über Rudolf Steiners geisteswissenschaftliches Pathologie- und Therapieverständnis. Verlag am Goetheanum, Dornach 2004, ISBN 3-7235-1215-1
  • Die „Wärme-Meditation“. Geschichtlicher Hintergrund und ideelle Beziehungen. Verlag am Goetheanum, Dornach 2005, ISBN 3-7235-1218-6
  • Christliche Medizin. Die ideellen Beziehungen des Christentums zur Heilkunde und die Anthroposophische Medizin. Verlag am Goetheanum, Dornach 2005, ISBN 3-7235-1243-7
  • Der therapeutische Blick. Rudolf Steiner sieht Kinder. Verlag am Goetheanum, Dornach 2005, ISBN 3-7235-1254-2
  • Willfried Immanuel Kunert. Zur Lebens- und Therapiegeschichte eines Kindes aus dem „Heilpädagogischen Kurs“. Verlag am Goetheanum, Dornach 2006, ISBN 3-7235-1276-3
  • Die Medizin muss Ernst machen mit dem geistigen Leben. Rudolf Steiners Hochschulkurse für die „jungen Mediziner“. Verlag am Goetheanum, Dornach 2006, ISBN 3-7235-1280-1
  • „Und in der Tat, dies wirkte“. Die Krankengeschichten des Buches „Grundlegendes zu einer Erweiterung der Heilkunst nach geisteswissenschaftlichen Erkenntnissen“ von Rudolf Steiner und Ita Wegman. Eine Dokumentation. Verlag am Goetheanum, Dornach 2007, ISBN 3-7235-1315-8

Zu Ita Wegman

  • „Ich bin für Fortschreiten“. Ita Wegman und die Medizinische Sektion. Verlag am Goetheanum, Dornach 2002, ISBN 3-7235-1140-6
  • Die letzten drei Jahre. Ita Wegman in Ascona 1940–1943. Verlag am Goetheanum, Dornach 2004, ISBN 3-7235-1205-4
  • Der Engel über dem Lauenstein. Siegfried Pickert, Ita Wegman und die Heilpädagogik. Verlag am Goetheanum, Dornach 2004, ISBN 3-7235-1209-7
  • Sterben, Tod und geistiges Leben. Die Kondolenzbriefe Ita Wegmans und das Todesverständnis der anthroposophischen Geisteswissenschaft. Verlag am Goetheanum, Dornach 2005, ISBN 3-7235-1228-3
  • Geistiger Widerstand und Überwindung. Ita Wegman 1933–1935. Verlag am Goetheanum, Dornach 2005, ISBN 3-7235-1229-1
  • Ita Wegman und Karl König. Eine biographische Dokumentation. Verlag am Goetheanum, Dornach 2007, ISBN 3-7235-1293-3
  • „Ich bleibe bei Ihnen“. Rudolf Steiner und Ita Wegman. Freies Geistesleben, Stuttgart 2007, ISBN 3-7725-1943-1

Zu verschiedenen Themen

Weblinks

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