Animismus (Psychosomatik)

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Animismus ist ein neuzeitlicher, um 1780 in Frankreich als Bezeichnung für die Anima-Lehre von Georg Ernst Stahl (1659–1734) eingeführter[1] Begriff, nach dem unter Berücksichtigung des Leib-Seele-Problems alle Lebensvorgänge von einer unsterblichen, dem Menschen gleich gebildeten Seele geleistet werden.[2] Der Begriff ist abgeleitet von lat. anima ‚Seele‘, ‚Atem‘, ‚Lufthauch‘, ‚Wind‘. Die anthropomorphe Theorie betrachtet die Seele als oberstes Prinzip des lebenden Organismus.[3] Man kann diesen Begriff auch bis auf Aristoteles (um 384–322 v. Chr.) und die Vorsokratiker zurückführen. Aristoteles unterschied zwischen einer animalen und einer vegetativen Seele, siehe die auf ihn zurückgehende Schichtenlehre.[4] Stahls Theorie[5] erschütterte die alten Krankheitslehren, die seit Hippokrates auf einem Somatismus beruhten.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Christa Habrich: Animismus. In: Werner E. Gerabek, Bernhard D. Haage, Gundolf Keil, Wolfgang Wegner (Hrsg.): Enzyklopädie Medizingeschichte. De Gruyter, Berlin/ New York 2005, ISBN 3-11-015714-4, S. 65 f.
  2. Peters, Uwe Henrik: Lexikon Psychiatrie, Psychotherapie, Medizinische Psychologie. Urban & Fischer, München 62007; ISBN 978 3-437-15061-6; Stw. Anima rationalis und Animismus, Seite 37 f. (online)
  3. Brockhaus, F.A.: Brockhaus-Enzyklopädie. Das große Fremdwörterbuch. Brockhaus Leipzig, Mannheim 192001, ISBN 3-7653-1270-3; Seite 102
  4. Hofstätter, Peter R. (Hrsg.): Psychologie. Das Fischer Lexikon, Fischer-Taschenbuch, Frankfurt a. M. 1972, ISBN 3-436-01159-2
  5. Stahl, Georg Ernst: Theoria medica vera. 3 Bd., Halle 1707


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