Bergsteigen

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Seilschaft am Gipfelgrat des Großvenedigers
Bergsteiger beim Abstieg von der Aiguille du Midi
Das Gipfelkreuz der Zugspitze

Das Bergsteigen ist eine Form des Bergsports und umfasst verschiedene Aktivitäten in Fels (Klettern, alpines Klettern), Firn, Gletscher und Eis (Hochtour) oder eine Kombination dessen, bis zum Höhenbergsteigen in den sauerstoffarmen Regionen der Sieben- und Achttausender. Zum Winterbergsteigen gehören Skitouren, Schneeschuhtouren oder das Eisklettern. Bergsteigen in großen Höhen oder abgelegenen Regionen bezeichnet man als Expeditionsbergsteigen. In der Regel werden Personen, die ihr Beruf in die Berge führt (Jäger, Säumer), nicht als Bergsteiger bezeichnet.

Im erweiterten Sinn wird Bergsteigen auch als Alpinismus bezeichnet und umfasst Tätigkeiten wie Bergwandern, Alpinwandern und Trekking, die Erforschung und Kartografie unbekannter Berggebiete, sowie Naturschutz und Bergführerwesen.

Geburtsstunde

Bis weit ins 18. Jahrhundert wurde das Hochgebirge von Wanderern und Reisenden noch weitgehend gemieden. Es gab auch keinen Kult, der der Sinnlosigkeit des Bergsteigens eine religiöse Überhöhung gegeben hätte. "Da man nie gezwungen gewesen war, sich dorthin zu begeben, wusste man auch nicht ob das überhaupt möglich war." und "Eine einigermaßen senkrechte Wand zu besteigen, ist nicht schlimmer als über glühende Kohlen zu laufen." schreibt Paul Veyne über die Vorgeschichte des Alpinismus. Als Geburtsstunde des Bergsteigens wird einerseits die Erstbesteigung des Mont Ventoux (1912 m) am 26. April 1336 durch Francesco Petrarca, andererseits 1492 die Besteigung des Mont Aiguille (2085 m) durch eine Söldnertruppe, befohlen von Karl VIII., betrachtet. Da diese beiden Erstbesteigungen Eingang in die Literatur fanden, wurden sie weitaus bekannter als die bereits 1358 geglückte Besteigung des 3538 m hohen Rocciamelone durch Bonifacio Rotario d’Asti.[1]

St. Niklaus im Schweizer Kanton Wallis gilt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als die Wiege des professionellen Alpinismus, wo sich das erste Bergführermuseum der Welt eingerichtet wurde.[2]

Siehe auch

Literatur

  • Rainer Amstädter: Der Alpinismus. WUV, Wien 1996, ISBN 3-85114-273-X.
  • Uli Auffermann: Entscheidung in der Wand: Marksteine des Alpinismus. Wenn Leidenschaft viele Gesichter hat. Schall-Verlag, Alland 2010, ISBN 978-3-900533-62-5.
  • Hermann von Barth: Aus den nördlichen Kalkalpen; Ersteigungen und Erlebnisse in den Gebirgen Berchtesgadens, des Algäu, des Innthales, des Isar-Quellengebietes und des Wettersteins; Mit erläuternden Beiträgen zur Orographie und Hypsometrie der Nördlichen Kalkalpen, Mit lythographierten Gebirgsprofilen und Horizontalprojectionen nach Original-Skizzen des Verfassers. Heinrich Hugendubel, München 1874. (Digitalisat (PDF; 86 MB)). (Faksimile: Fines Mundi Verlag, Saarbrücken 2008)
  • Luisa Francia: Der untere Himmel. Frauen in eisigen Höhen. Nymphenburger, München 1999, ISBN 3-485-00813-3 (über Bergsteigerinnen).
  • Peter Grupp: Faszination Berg. Die Geschichte des Alpinismus. Böhlau, Köln 2008, ISBN 978-3-412-20086-2.
  • Martin Krauß: Der Träger war immer schon vorher da. Die Geschichte des Wanderns und Bergsteigens in den Alpen. Nagel & Kimche, Zürich 2013, ISBN 978-3-312-00558-1.
  • Sherry B. Ortner: Die Welt der Sherpas. Leben und Sterben am Mount Everest („Life & Death on Mt. Everest. Sherpas & Himalayan Mountaineer“). Lübbe-Verlag, Bergisch Gladbach 2000, ISBN 3-7857-2025-4 (ethnologische Untersuchung).
  • Hans-Günter Richardi: Die Erschließung der Dolomiten. Auf den Spuren der Pioniere Paul Grohmann und Viktor Wolf-Glanvell in den Bleichen Bergen. Athesia-Verlag, Bozen 2008, ISBN 978-88-8266-524-1.
  • Horace-Bénédict de Saussure: Kurzer Bericht von einer Reise auf den Gipfel des Mont Blanc, im August 1787. Akademische Buchhandlung, Straßburg 1788. (Faksimile: Fines Mundi Verlag, Saarbrücken 2008)
  • Martin Scharfe: Berg-Sucht: eine Kulturgeschichte des frühen Alpinismus 1750–1850. Böhlau, Wien 2007, ISBN 978-3-205-77641-3.
  • Pit Schubert: Sicherheit und Risiko in Fels und Eis. 2. Auflage. Rother, München 1995, ISBN 3-7633-6000-X.
  • Helmuth Zebhauser: Alpinismus im Hitlerstaat. Rother, München 1998, ISBN 3-7633-8102-3.
  • Bergsteigen natürlich. Broschüre des DAV mit Informationen zum umweltverträglichen Bergsteigen (PDF)

Weblinks

Commons-logo.png Commons: Bergsteigen - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema
 Wiktionary: Bergsteigen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikivoyage: Bergsteigen – Reiseführer

Einzelnachweise

  1. Georg Sojer, Pepi Stückl: Bergsteigen., Bruckmann, München 2004, ISBN 3-7654-3948-7, PROFIL Nr. 22, 49, Jahrgang, 28. Mai 2018, Sebastian Hofer: Steilvorlage, Wir sind da, wo oben ist: Von Almräuschen, Eisfällen, Latschenwäldern und der Frage, warum die Österreicher erst in den Alpen so richtig zu sich kommen. Eine Spurensuche im Land der Berge.
  2. Die Welt, 15. Oktober 2004, abgerufen am 28. August 2017.


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