Blitz

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Blitz bei Sonnenuntergang (North Beach, Maryland, USA)

Im Blitz, in dem sich in der Natur am unmittelbarsten und spektakulärsten die Wirkung der Elektrizität als Licht und Wärme und Donner äußert, offenbaren sich die Seraphim.

"Es wäre ein völliger Unsinn, wenn man in dem aus der Wolke schlagenden Blitz dasselbe sehen würde wie das, was man sieht, wenn ein Zündholz angezündet wird. Ganz andere Kräfte walten, wenn überhaupt aus der Materie das Element, das im Blitz waltet, das Elektrische, herauskommt. Da walten die Seraphime." (Lit.: GA 122, S. 121)

"Der Blitz entsteht nicht durch Elektrizität, sondern der Blitz entsteht dadurch, daß die Luft ihre eigene Hitze ausleert.

Aber nun dadurch, daß diese furchtbar starke Bewegung geschieht, dadurch werden wiederum die immerfort in der Luft, namentlich in der warmen Luft vorhandenen elektrischen Strömungen erregt. Der Blitz erregt erst die Elektrizität. Er ist noch keine Elektrizität." (Lit.: GA 354, S. 189)

"Was in den äußeren Naturerscheinungen zutage tritt in Luft und Wasser, in Wolkenbildungen, was als Blitz und Donner erscheint, das ist sozusagen ein letzter Rest - aber ein guter Rest - auf der Erdoberfläche von dem, was an Kräften schon mit dem alten Saturn verbunden war und das sich mit der Sonne abgetrennt hat. Von dem, was in diesen Kräften wirkt, sind die inneren Feuerkräfte der Erde in den Dienst des Ahriman gestellt. Da hat er das Zentrum seines Wirkens." (Lit.: GA 107, S. 178)

"Die Kraft der Leichtigkeit ist verknüpft mit der Sonne. Es ist diejenige Kraft, die bewirkt, daß das Wasser von der Erde aufsteigt und verdunstet. Dieses verdunstete Wasser verdichtet sich dann wieder zu den Wolken und kehrt als Regen zu der Erde zurück. Aber es ist nicht richtig zu meinen, daß die Kraft der Leichtigkeit das Wasser nur bis zu dieser Sphäre hebt. In Wahrheit wird die Substanz des Wassers noch viel weiter geführt. Denn es wird durch die Leichtigkeit völlig entmaterialisiert. Wenn die Wolken aufsteigen und verschwinden, so hört das Wasser auf, materiell zu sein. Die Kraft der Sonne, die dieses bewirkt, kann aber so stark wirken, daß zuviel an Erden-Wasser hinaufätherisiert wird. Dann sammelt sich zuviel fremder Äther in der Erdumgebung an. Da bricht dann der also gestaute Äther plötzlich wieder in die materielle Erdsphäre zurück. Dies erleben wir als die Erscheinung des Blitzes. In ihm leuchtet die Äthersubstanz auf, um sich im Regen zur wäßrigen oder gar im Hagel zur festen Form zu verdichten. Im Blitz zerreißt der Himmel und der gestaute Äther bricht herunter. Allein, was auf diese Weise im Gewitter schlagartig und dadurch vernehmbar sich vollzieht, das geht auch sonst in stiller Weise ständig rhythmisch vor sich: im verdunstenden Wasser und den sich ballenden Wolken." (Lit.: GA 266c, S. 473)

"Wir müssen wirklich beginnen uns klarzumachen alles, was an Wechselwirkungen zwischen Erdentiefen und Himmelsweiten ist. Wir müssen lebendig folgen können den Dunsttropfen, die aufsteigen von den Wäldern und Bergen. Wir müssen nicht den Glauben haben, daß diese Dunsttropfen aufsteigen in eine Region, die gleich einer Region der Erde ist. Wir müssen jene Bescheidenheit entwickeln, die denjenigen Menschen für einen Tropf ansieht, der einen Drachen aufsteigen läßt mit einem Thermometer oder Barometer, um Messungen anzustellen. Man taucht ja das Ganze nur in irdische Vorstellungen. Wir müssen dahin kommen zu sagen: Wie töricht ist es, zu glauben, daß der Blitz aus Reibung der Wolken entsteht, die aus Wasser sein sollen, da doch jedes Kind weiß, daß man sorgfältig alle Feuchtigkeit an einem Glasstabe mit trockenen Tüchern entfernt, wenn Elektrizität entstehen soll. - Natürlich kommen nur Torheiten heraus, wenn der Mensch das, was er auf der Erde erlebt, auch in Himmelshöhen erleben will, aus denen er aber herabgestiegen ist und mit denen er sich verwandt fühlen muß, wenn er in würdiger Weise sich «Mensch» nennen will. Wir müssen uns klar sein, wenn die Dunstwasser aus den Bergen und Wäldern aufsteigen, daß sie in Regionen gehen, wo das Wasser etwas anderes ist als hier auf der Erde, in Regionen, wo das Wasser selbst vergeistigt wird, wo es entwässert wird und durch geistige Vorgänge hindurchgeht, so daß es erst wieder materialisiert werden muß, bis es als Regen aus geistigen Regionen herunterkommt. Wir müssen wissen, wenn wir in solche Regionen hinaufsteigen, daß sie verwandt sind mit denjenigen Regionen, aus denen wir kommen, wenn wir aus dem vorirdischen Dasein in das irdische hinabsteigen. Wir müssen wissen, daß der Blitz etwas ist, was in geistigen Regionen waltet und webt, und daß die Vorstellung der Alten, wo der Blitz der Pfeil der Götter war, weiser ist als alle Vorstellungen, welche wir uns machen." (Lit.: GA 345, S. 52f)

"Nicht wahr, wenn wir elektrische Versuche im Schulzimmer machen, dann müssen wir unsere elektrischen Apparate sorgfältig abtrocknen, wir müssen sie zu schlechten Elektrizitätsleitern machen, sonst kriegen wir nichts fertig. Wenn sie feucht sind, kriegen wir nichts fertig. Aber es findet sich tatsächlich die Anschauung - ich habe das oftmals erwähnt -, als ob durch die Reibung der Wolken, die doch ganz gewiß feucht sind, nach Anschauung der Physiker die Elektrizität sich entwickelt und in Blitz und Donner zum Vorschein kommt. Das ist natürlich eine der unmöglichsten Vorstellungen, die nur überhaupt zu denken ist.

Dagegen findet derjenige, der nun, um zu einem wirklichkeitsgemäßen Begriff zu kommen, alles das zusammenträgt, was wir hier versuchen, in unseren physikalischen Betrachtungen zusammenzutragen, daß in dem Augenblick, wo der Blitz erscheint, der Raum zerreißt, und dasjenige, was den Raum intensiv undimensional erfüllt, das tritt heraus, wie, wenn ich mich schneide, das Blut herausdringt. Das ist aber der Fall jedesmal, wenn Licht in Begleitung von Wärme erscheint: Der Raum zerreißt, der Raum enthüllt uns dasjenige, was in seinem Inneren ist, während er uns in seinen gewöhnlichen drei Dimensionen, die wir vor uns haben, nur seine Außenseite zeigt. Der Raum führt uns in sein Inneres." (Lit.: GA 321, S. 210)

"Und die Seraphim kommen in dem, was als Blitz aus der Wolke zuckt, oder in dem, was als Feuer in den vulkanischen Wirkungen zutage tritt, wirklich so zum Vorschein, daß eben ihre Unwahrnehmbarkeit in diesen gigantischen Wirkungen der Natur wahrnehmbar wird.

Daher haben in alten Zeiten, wo man solche Dinge durchschaut hat, die Menschen auf der einen Seite hingeblickt zum Sternenhimmel, der ihnen das Mannigfaltigste geoffenbart hat: die Geheimnisse der Exusiai, die Geheimnisse der Dynamis. Dann haben sie die höheren Geheimnisse zu enthüllen versucht in dem, worüber sich der Mensch heute lustig macht: aus dem Inneren der menschlichen Leiber - wie man trivial sagt -, aus den Eingeweiden. Dann aber waren sie sich dessen bewußt, daß die größten Wirkungen, die wirklich dem Sonnensystem gemeinschaftlich sind, von einer ganz umgekehrten Seite her sich in den Feuer- und Gewitterwirkungen, in den Erdbeben und vulkanischen Wirkungen ankündigen. Das Schöpferischste, das in den Seraphim und Cherubim liegt, kündigt sich an durch seine zerstörerischste Seite, kurioserweise. Es ist eben die Kehrseite, es ist das absolut Negative, aber das Geistige ist so geistig stark da, daß eben schon seine Unwahrnehmbarkeit, sein Nichtdasein, wahrgenommen wird von den Sinnen." (Lit.: GA 180, S. 103f)

"Da wird man sagen, wenn einer den Blitz anschaut: Ist der Blitz nur da oben? - O nein, der ist den ganzen Sommer hindurch, indem die Pflanzen befruchtet werden, über die Wiesen, über die Wälder hin, überall da ist der niedere Blitz. Und zum Schluß ist es ein Blitz, der in uns immer vorgeht. Innerlich sind wir ganz durchsetzt von denselben Erscheinungen, die wir manchmal sehen, wenn es blitzt, und unsere Gedanken sind ein Aufblitzen in uns. Nur natürlich dasjenige, was einmal als ein mächtiger Blitz erscheint, das verläuft ganz schwach in unserem Denken. Jetzt werden Sie sich aber auch sagen können: Es hat doch einen Sinn, zu sagen, wenn ich den Blitz anschaue, daß mir da die Weltengedanken erscheinen, weil das dasselbe ist, wie das, was in mir ist." (Lit.: GA 350, S. 230f)

Tafel 12

"So möchte ich Ihnen solche Teile der inneren Seelensprache eines Initiierten geben, die er exoterisch nach außen nicht immer gebraucht, die aber eigentlich sein Mittel ist, um seine Vorstellungen, sein besonderes Miterleben der geistigen Welt innerlich zu formen. Da ist zum Beispiel dieses: Dämpfe den Blitz und du begreifst die Farbe. - Das ist Initiiertensprache. Was heißt das? Der Initiierte sieht den Blitz in seiner Erscheinung, er sieht dieses aus dem Weltall herauskommende Aufflammen, er betrachtet es als das Aufglimmen des Geistes innerhalb des Weltenraumes, und er denkt diesen Blitz abgedämpft und immer abgedämpfter, also immer milder und milder, und bekommt die Abdämpfung, die milde Ausgestaltung des Farbigen; der Blitz verbreitet sich gewissermaßen und wird zur farbigen Fläche. Das ist die Vorstellung eines Initiierten. Oder der Initiierte sagt: Lasse den Donner leiser werden, immer leiser und leiser und höre sein Modulieren, und das Musikalische ersteht. - Und so sieht der Initiierte dasjenige, was sich gewissermaßen als Sinnenteppich ausbreitet, als die Offenbarung nach der einen Seite hin, und es ist für ihn eine durchaus reale Vorstellung, wenn man so denkt: Man hat den Weltinhalt in seiner kolorierten Mannigfaltigkeit - das, was ich aufzeichne (Tafel 12, links), könnte ebensogut wie es Farbe ist, auch Tönendes sein -, und wie der Weltinhalt an unsere Sinne herantritt, das ist wie der sinnlich-physische Schleier, der sich ausbreitet als unsere Wahrnehmungswelt, in die wir zunächst unsere abstrakten, scheinhaften Gedanken verweben. Hinter alldem sieht der Initiierte - also wenn Sie sich die Tafel (Tafel 12, ganz links) als den Teppich vorstellen, der überall ausgebreitet ist, es ist das, was in der Welt das Tonliche, das Farbige, das Wärmige ist -, hinter diesem Teppich sieht der Initiierte die einfallenden Blitze. Die sind dahinter, und dasjenige, was man ab und zu als wirklichen Blitz sieht, bricht einfach durch diesen Sinnenteppich von rückwärts aus der geistigen Welt durch. In jeder Erscheinung des Blitzes ist ein Hereinstrahlen der geistigen Welt. Und schauen wir uns diesen Blitz an, wie er gemildert und gedämpft ist zum gleichmäßig Farbigen auf der Erde, so haben wir eben die Erde in ihrem Farbenkolorit vor uns.

Schauen wir zum Himmel und nach den Sternen, so haben wir in den Sternen Punkte, die uns ebenfalls erscheinen wie aus dem Geistigen herauskommend, nur in dauernd lebender Offenbarung des Blitzenden. Aber in alldem sieht ja der Initiierte die äußere Offenbarung desjenigen, was dahinter ist, und er sagt sich: Eigentlich mußt du sehen - und er sieht es auch, wenn seine Seele immer aktiver und aktiver wird - die rote Rose. Sie beginnt ihr Rot nach oben und unten wie in leisen Blitzen zu verspritzen, und während das Vordere sich abstumpft, greift nach rückwärts das Rot ein in die Sphäre der Seraphim, ebenso wie alles Tonliche eingreift in die Sphäre der Cherubim, und wie alles, was wir tasten, eingreift in die Sphäre der Throne. Und wenn man die Natur um sich sieht, hat man eigentlich in der physischen Welt alles als Illusion vor sich, denn in Wahrheit sind es die abgedämpften Werke der Seraphim, Cherubim und Throne. Schauen wir, meine lieben Freunde, in die farbige Welt, so wie sie erscheint, so ist sie nur die gleichmäßig abgetönte Blitzwirkung der Seraphim. Das ist eigentlich dasjenige, was in uralten Zeiten der Maja-Charakter der sinnlich-physischen Welt genannt worden ist, daß man nicht weiß, daß da in Wirklichkeit überall Seraphim, Cherubim, Throne da sind." (Lit.: GA 346, S. 244ff)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Menschenkunde, GA 107 (1988), ISBN 3-7274-1070-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Die Geheimnisse der biblischen Schöpfungsgeschichte, GA 122 (1984), ISBN 3-7274-1220-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Mysterienwahrheiten und Weihnachtsimpulse. Alte Mythen und ihre Bedeutung, GA 180 (1980), ISBN 3-7274-1800-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Aus den Inhalten der esoterischen Stunden, Band III: 1913 und 1914; 1920 – 1923, GA 266c (1998), ISBN 3-7274-2663-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  5. Rudolf Steiner: Geisteswissenschaftliche Impulse zur Entwickelung der Physik, II, GA 321 (2000), ISBN 3-7274-3210-1 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  6. Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, IV, GA 345 (1994), ISBN 3-7274-3450-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  7. Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  8. Rudolf Steiner: Rhythmen im Kosmos und im Menschenwesen. Wie kommt man zum Schauen der geistigen Welt?, GA 350 (1991), ISBN 3-7274-3500-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  9. Rudolf Steiner: Die Schöpfung der Welt und des Menschen. Erdenleben und Sternenwirken, GA 354 (2000), ISBN 3-7274-3540-2 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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