Chiromantie

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Abbildung aus Antropologium de hominis dignitate, 1501

Chiromantik (von griech. χεῖρ, ός cheír „Hand“ und μαντεία, ας manteía „Weissagung“), auch Chirologie oder Handlesekunst genannt, ist eine besondere Form der Mantik (Wahrsagekunst). Sie beruht auf der Fähigkeit, den Charakter, die Anlagen und das Schicksal eines Menschen aus der Physiognomie seiner Hände zu lesen.

Überblick

In der Antike wurde das Handlesen als Geheimlehre geachtet.[1]. Anfänge dieser Kunst reichen nachweislich bis in die frühen Hochkulturen Indiens, Ägyptens, Babyloniens und Assyriens zurück. Im anbrechenden Bewusstseinsseelenzeitalter deuteten Robert Fludd (1574–1637) und Agrippa von Nettesheim (1486–1535) die Hand und ihre Linien als mikrokosmisches Abbild des Makrokosmos und versuchten so, die Handlesekunst mit einer exakten Methode wiederzubeleben.

Rudolf Steiner hat darauf hingewiesen, dass sich seriös betriebene Chiromantie nicht auf oberflächliche Regeln stützen kann, sondern der Fähigkeit der Inspiration bedarf:

„Etwas Ähnliches, wie es mit den Haaren und der Iris steht, ist auch bei dem, was die Chiromantie ins Auge faßt, aber auch da müssen Sie Inspiration haben, nicht die oberflächlichen Regeln, die gewöhnlich gegeben werden. Es ist da wiederum eine spezielle, eine ganz spezielle Anlage nötig, die diese oder jene Menschen haben können, um die Linien der Hand erforschen zu können; sie hängen schon innig zusammen mit dem, wie die menschliche Entwickelung ist. Sie brauchen nur einmal an Ihren eigenen Händen zu vergleichen, wie die Linien an der linken und an der rechten Hand ausschauen. Nicht wahr, im groben Leben kommt das so zum Vorschein, daß der Mensch nun eben mit der rechten Hand schreibt, mit der linken Hand nicht. Es ist ein Unterschied vorhanden. Mit Bezug auf die Linien der Hand ist das so, daß man in der linken Hand das ganze Karma des Menschen sieht, wenn man dazu inspiriert ist. In der rechten Hand sieht man die persönliche Tüchtigkeit, die sich der Mensch in diesem Leben angeeignet hat. Sein Schicksal hat dieses Erdenleben geschaffen, und seine Tüchtigkeit führt ihn in die Zukunft hinein. Alle diese Dinge sind nicht ohne Untergründe, aber es ist außerordentlich gefährlich, diese Dinge in der Öffentlichkeit zu vertreten, weil wir da Gebiete betreten, wo Ernst und Scharlatanerie im höchsten Maße aneinandergrenzen.“ (Lit.:GA 316, S. 112)

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
Die Rudolf Steiner Ausgaben basieren auf Klartextnachschriften, die dem gesprochenen Wort Rudolf Steiners so nah wie möglich kommen.
Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Hans Biedermann: Lexikon der magischen Künste. VMA-Verlag, Wiesbaden, ISBN 3-928127-59-4


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