Daniel Nicol Dunlop

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Daniel Nicol Dunlop

Daniel Nicol Dunlop, meist nur D.N. Dunlop, (* 28. Dezember 1868 in Kilmarnock, Schottland; † 30. Mai 1935 in London, England) war ein schottischer Theosoph, Anthroposoph und Gründer von Wirtschaftsverbänden.

Leben und Werk

Kindheit, Ausbildung, Ehe und Kinder

Dunlop wurde am 28. Dezember 1868 in Kilmarnock als einziges Kind von Alexander Dunlop und Catherine Nicol (1847-1873) geboren. Der Vater war Architekt und Prediger bei den Quäkern. Nach dem frühen Tod der Mutter, Dunlop war vier Jahre alt, kam er in die Obhut seines Großvaters Daniel Nicol auf der Insel Isle of Arran, wo er die Fischerei erlernte. Nach dessen Tod 1882 übersiedelte er wieder zurück zu seinem Vater Alexander nach Kilmarnock. Hier besuchte er die Grundschule und absolvierte anschließend eine Lehre in Ardrossan (North Ayrshire) in einer Maschinenfabrik.

1891 heiratete Dunlop Eleanor Fitzpatrick (ca. 1867-1932), aus der Ehe gingen drei Kinder hervor, darunter Ronald Ossory Dunlop, ein bekannter Maler. Mit Eleanor Charlotte Merry (1873-1956) verband ihn ab 1922 eine tiefe Freundschaft.

In der Wirtschaft

Nach Differenzen mit seinem Vater verließ Dunlop um 1886 das Elternhaus und arbeitete bei einem Fahrradhändler in Glasgow. 1889 ging er nach Dublin, wo er eine Stelle als Tee- und Weinhändler annahm. Nachdem Dunlop mit seiner Familie 1897 in die USA nach New York übersiedelt war, arbeitete er wieder in einer Maschinenfabrik. 1899 erhielt er den Posten des Verkaufsleiters für Europa der Firma Westinghouse Electric Corporation und kehrte daraufhin im selben Jahr nach Großbritannien zurück, wo er in London lebte.

Ab 1911 war er Organisator und erster Direktor der neu initiierten British Electrical and Allied Manufacturer's Association (BEAMA) (Vereinigung der britischen Elektrohersteller), die bis heute besteht.[1] 1924 organisierte er die World Power Conference (WPC) (Welt-Energie-Konferenz), den Vorläufer des heutigen World Energy Council (WEC). Auf der ersten Sitzung des WPC am 11. Juli 1924 wurde Dunlop zum Chairman ernannt. [2]

Als Theosoph

Nachdem Dunlop sein Elternhaus verlassen und um 1886 in Glasgow zu arbeiten angefangen hatte, begann er sich für okkulte und philosophische Werke zu interessieren. 1887 begegnete er George William Russell (Æ) woraus sich eine lebenslange Freundschaft entwickelte. Nach seinem Umzug nach Dublin wurde er 1891 Mitglied der dortigen Loge der Theosophischen Gesellschaft (TG), die ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen The Household (Der Haushalt) Bekanntheit erlangte. Ebenso verkehrte er mit Russell und William Butler Yeats in der Hermetic Society. Im Oktober 1892 gründete er die Zeitschrift The Irish Theosophist, für die er auch als Herausgeber fungierte. Die letzte Ausgabe dieses Blattes erschien im September 1897, dann musste er die Zeitschrift wegen seines Umzuges in die USA einstellen.[3]

Als sich die TG 1895 spaltete, wurde Dunlop Mitglied der Theosophischen Gesellschaft in Amerika (TGinA). Während seines USA-Aufenthaltes 1897-1899 fungierte er zeitweise als Privatsekretär von Katherine Tingley, der Präsidentin der TGinA. Ende 1899 trat er aus der TGinA aus (möglicherweise wurde er ausgeschlossen[4], die Quellenlage ist unklar) und wurde Mitglied bei der Theosophischen Gesellschaft Adyar (Adyar-TG) in London (vermutlich in der Blavatsky Lodge). Veröffentlichungen im Theosophical Review und im Vahan. 1909 rief er Sommerschulen ins Leben, regelmäßige internationale Treffen mit theosophischen Vortragszyklen und zum gegenseitigen kennenlernen. 1910 initiierte er bei Manchester das Blavatsky Institute und im selben Jahr zusammen mit Charles Lazenby die Zeitschrift The Path (Der Pfad/Weg) (nicht mit der gleichnamigen Zeitschrift von William Quan Judge zu verwechseln). In dieser Zeit gründete er eine eigene theosophische Loge unter dem Dach der Adyar-TG mit Namen Light on the Path (Licht auf dem Pfad), deren Präsident er wurde.

Dem 1911 einsetzenden Kult um Jiddu Krishnamurti und den Order of the Star in the East stand er ablehnend gegenüber, dies führte zu einer zunehmenden Entfremdung Dunlops von der Theosophie. Am 8. Mai 1922 trat er aus der Adyar-TG aus.

Als Anthroposoph

Um 1905 traf Dunlop erstmals mit Rudolf Steiner zusammen, damals war Steiner noch Generalsekretär der Deutschen Sektion der Theosophischen Gesellschaft (DSdTG). Die Person Steiners beeindruckte Dunlop tief und später lud er ihn zu Vorträgen nach England ein. Im Dezember 1920 trat er der Anthroposophischen Gesellschaft (AG) bei und rief unter deren Dach die Human Freedom Group (Gruppe der menschlichen Freiheit/Selbstbestimmung) ins Leben, die er als Präsident leitete. Auch hier brachte er die Idee der nun anthroposophischen Sommerschulen ein, die 1923 realisiert wurden. 1928 organisierte Dunlop in London die erste und einzige anthroposophische Weltkonferenz und erreichte 1930 den Posten des Generalsekretärs der AG in Großbritannien.

Streitigkeiten und Machtkämpfe innerhalb der AG führten im April 1935 zur Zersplitterung der Organisation und dem Ausschluss Dunlops aus der AG.

Dunlop starb am 30. Mai 1935 in London an den Folgen einer Blinddarmentzündung.

Fußnoten

Werke (Auswahl)

  • A Deep Sense of Portals Opening. in The Theosophical Review. London November 1902.
  • Studies in the Philosophy of Lorenz Oken. London 1916. Volltext
  • The Function of Mind. in The Path, London Juni 1912.
  • The Path of Attainment. The Path Publishing Company, London 1916. Volltext
  • Through Sex. in The Path S.238 ff., London Juni 1911.
  • Protean Man, London 1912
  • Symbols of Magic, London 1915
  • Duty, London 1919
  • The Path of Knowledge, London 1920
  • Nature-Spirits and the Spirits of the Elements, London 1920 Volltext
  • British Destiny. The Principles of Progress, 1916 Volltext

Literatur

  • Eleanor C. Merry: Erinnerungen an Rudolf Steiner und D. N. Dunlop. Perseus Verlag Basel 1992, ISBN 3907564111
  • Thomas Meyer: D. N. Dunlop, ein Zeit- und Lebensbild. Perseus-Verlag, 2. erw. Auflage, Basel 1996, ISBN 3-907564-22-7 Verlagsauskunft

Weblinks


Dieser Artikel basiert (teilweise) auf dem Artikel Daniel Nicol Dunlop aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.