Ernst Lehrs

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Ernst Lehrs

Ernst Lehrs (* 30. Juli 1894 in Berlin; † 31. Dezember 1979 in Eckwälden) war ein deutscher Anthroposoph, der als Lehrer, Vortragsredner und Schriftsteller tätig war.

Leben

Ernst Lehrs wurde 1894 als Sohn assimilierter jüdisch-protestantischer Eltern in Berlin geboren. Er meldete sich zu Beginn des Ersten Weltkriegs als Kriegsfreiwilliger. Nach Kriegsende studierte er Naturwissenschaften und schloss 1923 mit der Promotion ab.

Gemeinsam mit anderen jungen Menschen lernte Lehrs um 1920 die Anthroposophie kennen, die bei ihm sofort auf fruchtbaren Boden fiel. Mit unermüdlichem Eifer widmete er sich auch sein Leben lang dem Goetheanismus, wovon insbesonders sein Hauptwerk Mensch und Materie zeugt. Er schreibt darüber:

"Vor dem Beginn der eigentlichen Besprechung optischer Phänomene im Lichtkurs werden wir auf die Notwendigkeit gewiesen, zu der Erforschung rein zentrisch orientierter Kraftfelder, wie sie die Wissenschaft bisher einseitig betrieben hat, diejenige von Kraftfeldern peripherischer Ordnung hinzuzufügen, das heißt von Kräften, deren Dynamik polar entgegengesetzt ist derjenigen der Schwerkraft. Im Hinblick auf die zurzeit noch bestehende Ablehnung der Goethe’schen Farbenlehre heißt es bei Rudolf Steiner: Man wird vielleicht über die Farben im Sinne Goethes sprechen, wenn eine andere Burg erstürmt sein wird, die als noch fester gilt und die eigentlich heute auch schon ins Wanken gekommen ist. Das ist die Burg der Gravitation. Dieser Hinweis hat mich veranlasst, streng auf den Bahnen reiner Beobachtung eine Lehre von der Leichte auszubilden, die die Entwicklung des Begriffes des Magischen im Unterschied zur mechanischen Verursachung von Vorgängen in der Natur notwendig macht, sowie des Begriffes der Regheit als einer autonomen Eigenschaft der Materie gegenüber ihrer heute einseitig betrachteten Eigenschaft der Trägheit, und die in ihrer weiteren Ausführung unter anderem auch eine Neuorientierung des Raumbegriffes auf der Grundlage des von George Adams Kaufmann auf geometrischem Felde zuerst Erarbeiteten forderte." (Lit.: Lehrs 1953)

Nach mehreren persönlichen Begegnungen mit Rudolf Steiner gab ihm dieser auch eine Reihe von Hinweisen für den esoterischen Schulungsweg. 1922 war Lehrs maßgeblich an der Enstehung des esoterischen Jugendkreises beteiligt.

Lehrs wurde Oberstufenlehrer an der ersten Waldorfschule in Stuttgart. 1935 emigrierte er zunächst in die Niederlande, wo er an einer Waldorfschule unterrichtete, dann nach Großbritannien. Während seiner Internierung dort begegnete er 1940 Karl König. 1952 kehrte er nach Deutschland zurück und wirkte als Dozent am neu gegründeten Seminar für anthroposophische Heilpädagogik in Eckwälden, wo er bis zu seinem Tod 1979 lebte.

Werke

  • Man or Matter, London 1951 [1]; deutsch: Mensch und Materie. Klostermann, Frankfurt am Main 1953, 3. A. 1987, ISBN 3-465-00285-7
  • Der rosenkreuzerische Impuls im Leben und Werk von Joachim Jungius und Thomas Traherne. Freies Geistesleben (Studien und Versuche 5), Stuttgart 1962
  • Vom Geist der Sinne. Zur Diätetik des Wahrnehmens. Klostermann, Frankfurt am Main 1973, 3. A. 1994, ISBN 3-465-02651-9
  • Spiritual Science, Electricity and Michael Faraday, London 1975
  • Rosicrucian Foundations of the Age of Natural Science, Spring Valley 1976
  • Gelebte Erwartung. Mellinger, Stuttgart 1979, ISBN 3-88069-088-X

Weblinks


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