Erweiterter Geist

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Als erweiterter Geist (eng. Extended Mind) bzw. erweiterte Kognition (eng. Extended Cognition) wird die philosophische und kognitionswissenschaftliche These bezeichnet, dass sich kognitive Architekturen und somit auch kognitive Prozesse und Zustände über die Körpergrenzen hinaus in die Welt erstrecken:

„Kognitive Systeme umfassen über das interne neuronale System hinaus all diejenigen Teile des Körpers, der Umgebung, externer kognitiver Hilfsmittel und Werkzeuge sowie sozialer Gemeinschaften, die zur Durchführung, Aufrechterhaltung und Stabilisierung kognitiver Fähigkeiten und Aktivitäten benötigt werden.“

Holger Lyre: in: Grenzen unseres Geistes, S. 54[1]

Diese These wurde im Jahr 1998 von Andy Clark und David Chalmers in dem Aufsatz The Extended Mind aufgestellt: „Cognitive processes ain’t (all) in the head!“ (Andy Clark und David J. Chalmers: The Extended Mind[2]) Im Englischen wird die These des erweiterten Geistes auch als wide computationalism oder environmentalism bezeichnet und steht in engem Zusammenhang mit dem Konzept des Enaktivismus.

Der aktive Externalismus (eng. active externalism) oder Vehikel-Externalismus (eng. vehicle externalism) ist eine Konsequenz der These des erweiterten Geistes, die von Clark und Chalmers zunächst nicht von dieser unterschieden wurde, sich aber im Gegensatz zu ihr auf den Gehalt eines mentalen Phänomens bezieht.

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Holger Lyre: Liegen die Grenzen des Geistes im Kopf? Zur These der erweiterten Kognition, in: Tanja Baudson et al. (Hrsg.): Grenzen unseres Geistes, Hirzel Verlag, Stuttgart 2010, ISBN 978-3-7776-2204-0, S. 53ff. pdf
  2. Clark, Andy und Chalmers, David (1998): The Extended Mind. Analysis 58(1): S. 8


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