Siderischer Leib

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Als siderischen Leib, als Sternenleib, bzw. als siderischen Menschen oder auch als Evestrum (die ewige Substanz des Himmels) bezeichnet Paracelsus den Astralleib des Menschen.

„Das dritte Glied ist der Träger von Lust und Leid, Freude und Schmerz, Gefühlen und Affekten, was wir den Astralleib nennen. Er ist das Glied der menschlichen Wesenheit, das der Mensch ebenso mit den Tieren gemeinsam hat, wie er den Ätherleib mit der Pflanzen- und Tierwelt und den mineralischen Leib mit der ganzen äußeren Welt gemeinsam hat. Der Name Astralleib ist gebräuchlich seit den ursprünglichsten Zeiten. Es gibt keinen passenderen Namen für dieses Glied der menschlichen Wesenheit als Astralleib. Und es gibt vielleicht keine schönere Definition des Grundes, warum dieser Leib Astralleib heißt, als die, welche der große Theosoph Paracelsus gegeben hat. Ebenso wie im Tode der Ätherleib den physischen Leib verläßt, so verläßt einige Zeit nach dem Tode der Astralleib den Ätherleib. Aber der Astralleib verläßt den physischen und Ätherleib auch in jeder Nacht. Da ist er außer uns. Wo ist er denn?

Da sagt Paracelsus mit Recht: Wo ist er, und was tut er in der Nacht? Ruht er, hat er eine Aufgabe? Jawohl, er hat eine Aufgabe. Zwar wer nicht hellseherische Kräfte hat, kann auch nicht hineinsehen in die Tätigkeit des Astralleibes während der Nacht. Aber die Konsequenzen dieser Tätigkeit empfindet ein jeder Mensch. Sie alle legen sich des Abends ermüdet zu Bett. Die Ermüdung ist der Ausdruck einer Disharmonie in der Zusammenfügung unseres physischen und Ätherleibes. Sie muß entstehen, wenn der Astralleib nicht Gewalt hat, Harmonie in die zwei anderen, den physischen und Ätherleib, hineinzubringen. Und wie der Mensch heute ist, muß während des tagwachenden Lebens eine solche Disharmonie notwendig entstehen. Wäre unser physischer und Ätherleib bloß unter der Gewalt des Astralleibes - wie die Kräfte zusammengefügt werden sollen -, dann würde immer Harmonie in unserem Äther- und physischen Leibe sein. So aber lebt nicht nur der Astralleib in dem physischen Leib, sondern auf der Bewußtseinsstufe, die die Menschheit auf dem Erdenplaneten erreicht hat, wirkt die ganze Umwelt der physischen, sinnlich wahrnehmbaren Gegenstände auf den Menschen ein. Es fließen von außen in ihn herein die Eindrücke des Auges und Ohres und der übrigen Sinne. Während des Tagwachens wird bei jedem Menschen, der noch nicht auf einer gewissen höheren Stufe der spirituellen Entwickelung angelangt ist, eine Disharmonie eintreten müssen. Wenn dieser Astralleib nun niemals an einem anderen Ort verweilen könnte als in unserem physischen und Ätherleib, so würde er selbst in Unordnung kommen. Dann würden seine Kraftströmungen nicht die bleiben, die sie sein müssen, wenn ein richtiger Äther- und physischer Leib geformt werden sollen. Während des Tages kommt die innere Harmonie des Astralleibes in Unordnung, und der Ausdruck für die Unordnung ist die Ermüdung. In dem Augenblick, wo Sie die Ermüdung spüren, ist die innere Disharmonie da. Wo ist nun der Astralleib während der Nacht?

Mit Recht sagt Paracelsus: Wenn die Kraftlinien, die ihn bei Tag mit dem physischen Leib verbinden, sich zu lockern beginnen, dann tritt er in Zusammenhang mit dem ganzen harmonischen Kräftesystem, das den Sternenhimmel durchflutet. In dem Augenblick, wo der Mensch eingeschlafen ist, ruht er in der Harmonie der Sphären, und daraus bringt er sich die Kräfte mit, um das wieder auszugleichen, was während des Tages verbraucht ist. So ruht der Astralleib während der Nacht in der Welt der Sterne; da hat er seine eigentliche Heimat. Und kehrt er zurück, so bringt er sich die Kräfte der Sterne mit, um damit die Ermüdungsstoffe fortzuschaffen. Daher ist der Schlaf ein guter Arzt, weil dann Ordnung und Harmonie eintreten kann, wenn der Astralleib wiederum einige Zeit ruht in derjenigen Welt, die die Gesetze für den Sternenhimmel enthält, und das sind die Gesetze für die geistige Welt überhaupt. Wenn der Mensch keinen Schlaf hat, wird die Gesundheit deshalb untergraben, weil der Astralleib nicht eine Zeit geruht hat in der Sternenwelt. Deshalb hat der Astralleib diesen Namen erhalten. Früher wurde kein Name gegeben, der nicht dem Wesen der Sache entsprach. Und bevor wir okkulte Namen und Bezeichnungen korrigieren, müssen wir erst über den Namen nachdenken, wozu er gegeben worden ist. Wenn heute ein Komet oder kleiner Planet entdeckt wird, schlägt man ein Lexikon der Mythologie auf und gibt daraus dem Stern einen Namen. Das Prinzip der Namengebung in spirituellen Zeiten war, in einem Namen das Wesen der Sache selbst tonhaft nachklingen zu lassen: es klang im Namen der Zusammenhang mit der Welt.“ (Lit.:GA 284, S. 53ff)

Literatur

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