Fischerei

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Weltweite Fischfangmenge seit 1950
Heimkehr der Fischer am Abend

Als Fischerei oder Fischwirtschaft bezeichnet man die Wirtschaftszweige, die sich mit dem Fangen oder Züchten von Fischen und anderen Wassertieren zur Nahrungsgewinnung und Weiterverarbeitung beschäftigen. Die Fischerei zählt zum primären Wirtschaftssektor, zu dem auch Landwirtschaft und Bergbau gehören.

Dieser Artikel befasst sich in erster Linie mit der Seefischerei (Hochseefischerei und Küstenfischerei). Aber auch die Binnenfischerei (dazu zählen vor allem die Fischerei in Flüssen und Seen sowie die Teichwirtschaft) und das Angeln sind Teilgebiete der Fischerei. Die Aquakultur, das Züchten von Wasserlebewesen, ist eine Sonderform der Fischerei.

Fischfang und Fischzucht machen den größten Teil der Fischerei aus. Walfang wird heute nur noch in geringem Ausmaß betrieben. Zur Fischerei zählt außerdem der Fang und die Zucht von wirbellosen Meerestieren, darunter Muscheln, Krabben, Garnelen und andere Krebstiere.

Wichtig für eine nachhaltige Fischerei ist eine verlässliche und langfristig angelegte Fischereiforschung, wie sie in Deutschland z. B. von der Bundesforschungsanstalt für Fischerei betrieben wird.

Tiergruppen in der Fischerei

Die Hauptanstrengungen der Seefischerei gelten einer relativ kleinen Zahl von Knochenfischfamilien wie den Heringen (Clupeidae) und den Dorschen (Gadidae), zu denen auch der Kabeljau zählt. Wirtschaftlich sehr wichtig sind auch die Makrelen und Thunfische (Scombridae).

Das Fleisch von Knorpelfischen wie Haien und Rochen, die als Nebenprodukt (Beifang) der Netz- und Angelfischerei anfallen, findet geteilten Zuspruch. Aus deren Leber, besonders von großen Arten (z. B. Grönlandhai) wird vitaminhaltiger Tran gewonnen. Die mit Placoid-Zähnchen durchsetzte Haut findet zum Schleifen von Holz und zur Herstellung von Leder Verwendung, die Bauchlappen des Dornhais werden geräuchert und als Schillerlocken verkauft.

Auch der Fang von Meeressäugern (Walen) gehört zur Fischerei. Walfang wird heute jedoch nur noch von wenigen Ländern betrieben.

Gefangen werden auch wirbellose Tiere wie Weichtiere (Mollusca) und Krebse (Crustacea), deren Anteil, soweit dieser statistisch überhaupt erfasst wird, im Vergleich zu den Fischen bescheiden aussieht. Unter den wirtschaftlich bedeutenden Mollusken herrschen die Muscheln wie Austern, Miesmuscheln und Kamm-Muscheln vor, die in gemäßigten Zonen auch bewirtschaftet werden. Die zahlreichen befischten Großkrebsarten wie Hummer, Langusten, Kaisergranat und Schmalhummer gelten alle als Delikatessen, ebenso Krabben und Garnelen (siehe dazu Krabbenfischerei).

Siehe auch

Literatur

  • Hochseefischerei: Im Orkan vor Grönland auf Rotbarsch. Geo (Zeitschrift) 12/1976 Seite 36–52. Verlag Gruner + Jahr, Hamburg
  • W. Jeffrey Bolster: The Mortal Sea. Fishing in the Atlantic in the Age of Sail. The Belknap Press, Cambridge 2012, ISBN 978-0-674047655
  • Richard Ellis: Der lebendige Ozean. Nachrichten aus der Wasserwelt. Marebuchverlag, Hamburg 2006, ISBN 3-936384-94-0
  • Eskil Engdal, Kjetil Sæter: Fisch-Mafia. Die Jagd nach den skrupellosen Geschäftemachern auf unseren Weltmeeren.[1] Campus-Verlag, 2017, EAN 9783593506715
  • Ingo Heidbrink: Deutschlands einzige Kolonie ist das Meer. Die deutsche Hochseefischerei und die Fischereikonflikte des 20. Jahrhunderts. Convent-Verlag, Hamburg 2004, ISBN 978-3-86927-063-0
  • Gotthilf Hempel: Meeresfischerei als ökologisches Problem. Rohstoffe in der Tiefsee — Geologische Aspekte. Springer Verlag Berlin 1979, ISBN 978-3-322-85938-9
  • Heide Hüster-Plogmann (Hrsg.): Fisch und Fischer aus zwei Jahrtausenden. Römermuseum, Augst 2006, ISBN 3-715-10039-7
  • Antje Kahlheber: Die Erschöpfung der Weltmeere. Spektrum der Wissenschaft, November 2004, S. 60–68, ISSN 0170-2971
  • Kai Kaschinski: Auf der Jagd nach dem letzten Fisch. Ernährungssicherheit und Überfischung als globale Probleme. In: Förderkreis Waterkant, Waterkant, Heft 3/11, S. 29–32, Emsdetten 2011, ISSN 1611-1583
  • Mark Kurlansky: Kabeljau – Der Fisch, der die Welt veränderte. Claassen, München 1999, ISBN 3-546-00158-3
  • Peter C. Mayer-Tasch: Meer ohne Fische? Profit und Welternährung. Campus, Frankfurt/Main 2007, ISBN 3-593-38350-0
  • Hans-Peter Rodenberg und Gudrun Pawelke: See in Not. Die größte Nahrungsquelle des Planeten: eine Bestandsaufnahme. Marebuchverlag, Hamburg 2004, ISBN 3-936384-49-5
  • Lars Schmitz-Eggen: Das Schicksal der Hoheweg. 8. November 2006: Katastrophe in den Nordergründen. Books on Demand, Norderstedt 2009, ISBN 978-3-8391-1996-9
Nachschlagewerk von historischem Interesse
  • Herausgegeben unter Mitwirkung namhafter Fischereifachleute: Illustriertes Fischerei-Lexikon. Verlag J. Neumann, Neudamm 1936, DNB-Info

Weblinks

 Wiktionary: Fischerei – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wiktionary: Fischen – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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Geschichte

Ökologie

Filme

Einzelnachweise

  1.  Wilderei - Die Geschäfte der Fisch-Mafia. In: Deutschlandfunk. (http://www.deutschlandfunk.de/wilderei-die-geschaefte-der-fisch-mafia.1310.de.html?dram:article_id=398886).


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