Gog und Magog

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Gog (hebr. גּ֔וֹג) ist ein symbolischer Name für den mächtigen und stolzen Anführer der gewaltigen Horden aus Skythien und Tartarsan. Magog (hebr. מָג֔וֹג) ist der Sohn Japhets (1. Mo 10,2), dessen Nachfahren sich über die Steppen im Norden ausbreiteten und nach dem das Land benannt wurde. In Hesekiel 38,2 heißt es: „Menschensohn, richte dein Angesicht gegen Gog vom Land Magog, den Fürsten von Rosch, Mesech und Tubal." Gog ist der Fürst von Rosch, Mesech und Tubal, was manche als Hinweis auf Russland, Moskau und Tobolsk sehen. Diese „aus dem Norden kommend", werden „das Land wie eine Wolke bedecken" und werden Israel im Land Palästina angreifen, aber von Gott geschlagen werden (Hes 38,2.18; 39,1.6.11). Das Tal, worin sie begraben werden, wird Hamon-Gog genannt werden, „Tal der Menge Gogs" (Hes 39,11.15). Die Vernichtung dieser Horden wird die Heiden, das heißt die Völker außerhalb des westlichen Reiches des Antichristen, dazu bringen, den Herrn kennenzulernen.

In Offenbarung 20,8+9 lesen wir auch von Gog und Magog, die „das Heerlager der Heiligen und die geliebte Stadt" Jerusalem angreifen. Aber dies darf nicht mit der Prophezeihung in Hesekiel verwechselt werden, denn hier kommen sie „von den vier Ecken der Erde" und die Schlachten finden nicht zur selben Zeit statt. In Hesekiel findet die Schlacht statt, bevor Israel schließlich im Land ist, wie man das aus dem Kontext entnehmen kann. In der Offenbarung findet die Schlacht am Ende des 1000jährigen Reiches statt, gefolgt von der endgültigen Vernichtung der Feinde Gottes, die von Satan angeführt werden. Während Hesekiel zweifelsohne einen Hinweis auf konkrete Personen und Völker gibt, sind „Gog und Magog" hier symbolische Namen, die benutzt werden, um alle stolzen und mächtigen Horden nach dem tausendjährigen Reich anzudeuten, deren Zahl „wie das Sand am Meer ist". Sie werden von Satan zusammengeführt von allen Ecken der Erde, um das Reich des Herrn Jesus anzugreifen, und dabei jedoch mit Feuer vom Himmel verzehrt werden. Denn Satan wird, wenn er losgelassen ist, nicht imstande sein, ein Reich gegen den Herrn aufzurichten.

„Die Ereignisse, von denen der Apokalyptiker spricht, die kommen ja. Es handelt sich bloß darum, wie sie verlaufen. Und in den Ereignissen der Zukunft gibt es ja eigentlich überall noch zwei Eventualitäten: die eine ist der mögliche Verlauf im Sinne der von den Göttern bedachten Menschheitsevolution, die andere Eventualität – dagegen. Nun, die Intellektualität bricht herein, die Menschen werden immer intelligenter und intelligenter, nicht durch Inspiration, sondern durch eigene Kraft. Das bricht herein. Aber auf der anderen Seite ist durch Einflüsse, die wiederum von luziferischer Seite herkommen, doch die Menschheit schwach erhalten worden. Und so wird es Gruppenbildungen geben, trotzdem im Zeitalter der Individualität, dem eigentlichen christlichen Zeitalter, das Individuelle das für die Menschheit Heilsame ist. Es wird Gruppenbildungen geben, aber diese Gruppenbildungen müssen aus der Gefahr herausgehoben werden, in der sie sind. Und so wird der Zeitpunkt eintreten, wo in der Tat die satanische Macht durch dasjenige, was sie an Anstrengungen entwickelt hat, um die Intelligenzkräfte der Menschheit zu gewinnen, wo diese satanische Macht so groß sein wird, daß sie an alle Gruppen, die sich gebildet haben, herantreten wird; so daß es wirklich so kommen wird, daß Satans Macht nach den vier Ecken der Welt wirken wird. Und diese Gruppen, kleinere Gruppen: Gog, größere Gruppen: Magog, sie werden der Versuchung, der Verführung der satanischen Macht ausgesetzt sein. Und ob dann diejenigen, die die Spiritualität mittlerweile in die Hand genommen haben, eine solche Intensität entwickeln, daß die menschliche Intellektualität mit Hilfe der Michael-Kraft dahin geführt werden kann, wo sie hingehört – an die Ursprungsmächte, die im Ausgang der menschlichen Entwickelung da waren, und die dasjenige, was Menschen bisher geworden sind, weiterführen wollen mit der menschlichen Freiheit –, das ist dasjenige, was sich dann entscheiden wird. Davon wird ungeheuer viel abhängen, ob die Menschen dazu kommen werden, wirkliche Spiritualität, wirkliche Geistigkeit mit einer inneren Ordnung auch gründlich zu verstehen. Es werden alle Schwächen der Menschen dazu benützt – weil eben die denkbar größte Intellektualität bei den ahrimanischen Mächten ist –, es werden alle Schwächen der Menschen, namentlich ihre Eitelkeit und ihre Unwahrhaftigkeit dazu benützt, um die Menschen herüberzubekommen.“ (Lit.:GA 346, S. 262f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
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