Gyrus praecentralis

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Lage des Gyrus praecentralis (aus Gray's Anatomy, Tafel 726)
Lage des Gyrus praecentralis (rot)

Der Gyrus praecentralis[1] ist die auf dem Frontallappen des Großhirns vor der Zentralfurche (Sulcus centralis) gelegene Windung (Gyrus).

Dem Gyrus praecentralis wird gemäß der auf histologischen Kriterien aufbauenden Brodmann-Einteilung die Area 4 zugeordnet. Sie wird auch als Area gigantopyramidalis bezeichnet. Von ihr nimmt die Pyramidenbahn ihren Ausgang.

Bedeutung für die willkürlichen Körperbewegungen

Auf dem Gyrus praecentralis liegt die Primär-motorischen Rinde (M1), die mit den willkürlichen Bewegungen des Körpers zusammenhängt.

Rudolf Steiner hat vielfach darauf hingewiesen, dass kein prinzipieller Unterschied zwischen den sog. motorischen und sensorischen Nerven bestehe; alle Nerven seien in Wahrheit sensorisch. Die Willenstätigkeit entstehe durch den unmittelbaren Eingriff des Astralleibs in das Stoffwechsel-Gliedmaßen-System; die sogenannten motorischen Nerven nehmen nur die daraus resultierende Bewegung wahr. Von einer zentralen „Steuerung“ der Bewegungen könne nicht die Rede sein.

„Man unterscheidet heute, wie ja genugsam bekannt ist, zwischen den sogenannten sensitiven Nerven, die vom Zentrum zu den Sinnen gehen sollen und die sinnlichen Wahrnehmungen vermitteln, und den sogenannten motorischen Nerven, welche etwas zu tun haben sollen mit dem Willen.

Es gibt in Wahrheit zwar anatomisch-physiologisch metamorphosierte Nerven, aber es gibt nur einerlei Art von Nerven. Jeder Nerv ist nur physischer Vorstellungsvermittler. Und diejenigen Nerven, die wir heute motorische Nerven nennen, die sind in ihrer Funktion nicht anders als die sogenannten sensitiven Nerven. Während der sensitive Nerv zu den Sinnen geht, um die Außenwelt wahrzunehmen, geht der sogenannte motorische Nerv, der auch nichts anderes ist als ein innerlicher sensitiver Nerv, in das Innere und vermittelt die Wahrnehmungen, die ich zum Beispiel habe, wenn ich ein Glied bewege, die ich habe, wenn ich irgendwie eine innerliche unbewußte Bewegung auszuführen habe. Der Nerv ist nur der Vermittler der Wahrnehmung für irgend etwas Äußeres oder Inneres. Es gibt nicht zwei Arten von Nerven, nicht sensitive und motorische Nerven. Meinetwillen, die Terminologie ist mir dann einerlei, ob man sie dann sensitive oder motorische nennt, das ist gleichgültig, aber nur einerlei Art und anatomisch-physiologisch etwas metamorphosiert, nur einerlei Art von Nerven gibt es.“ (Lit.:GA 319, S. 56f)

Eine Schädigung des Gyrus praecentralis kann zum Mantelkantensyndrom führen.

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
Ausführliche bibliografische Informationen mit Volltextsuche in allen derzeit verfügbaren Online-Ausgaben bietet die Steinerdatenbank.de.

Einzelnachweise

  1. Kopsch, F. (1941). Die Nomina anatomica des Jahres 1895 (B.N.A.) nach der Buchstabenreihe geordnet und gegenübergestellt den Nomina anatomica des Jahres 1935 (I.N.A.) (Dritte Auflage). Leipzig: Georg Thieme Verlag.

Weblinks

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