Hirnrinde

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Abb. 1. Konvexer lateraler Teil des Hirnmantels von außen gesehen
Abb. 2. Koronarschnitt durch das Gehirn unmittelbar vor der Brücke: Basalganglien und Hirnventrikel werden von weißer und grauer Substanz ummantelt

Die Hirnrinde – auch Kortex oder Cortex[1][2] (lat. cortex „Rinde“), Hirnmantel oder Pallium (lat. pallium „Mantel“)[3] – ist eine Ansammlung von Nervenzellen, die sich als dünne Rindenschicht am äußeren Rand des Groß- und Kleinhirns befindet. Die Großhirnrinde heißt lateinisch Cortex cerebri, die Kleinhirnrinde Cortex cerebelli.

Großhirn

Hauptartikel: Großhirnrinde

Der Hirnmantel des Großhirns besteht von außen gesehen aus einem konvexen lateralen Teil und aus einem planen medialen Anteil. Dieser stellt die Innenseiten beider Hemisphären dar, enthält also diejenigen Teile des Hirnmantels, welche die Fissura longitudinalis bilden. Der Übergang vom konvexen in den planen Anteil wird von der Mantelkante gebildet, die z. B. bei der Aufsicht auf beide Gehirnhälften erkennbar ist (Abb. 1.).

Die Hirnrinde ist jedoch nicht nur makroskopisch sichtbar, sondern vor allem auch ein mikroskopisch definierbarer Hirnabschnitt. Die Hirnrinde enthält vornehmlich „graue Nervenzellen“ (Substantia grisea) an der Oberfläche des Hirnorgans (die geschlängelten, dunkelgrau gezeichneten Randzonen in Abb. 2; vgl. auch Hirnrindenkarte). Die Dicke der grauen Substanz schwankt zwischen 1,5 und 4,5 mm.[4] Im Gegensatz dazu enthalten die tieferen Hirnabschnitte den weißen Markmantel (Substantia alba). Dieser „weitere Mantel“ wird bisweilen auch Marklager genannt. Es besteht vorwiegend aus den langen Nervenzellfortsätzen, den Neuriten. Der graue und der weiße Mantel umhüllen gemeinsam die Stammganglien und die Ventrikel.[5]

Die weiße Substanz ist ein Produkt der durch den Astralleib bewirkten Abbauprozesse. Die graue Substanz hingegen ist jener Teil der Hirnmaterie, der durch die Ich-Organisation gleichsam gerettet und neu belebt wird.

„Wenn wir ein menschliches Gehirn betrachten, so sehen wir in den hellen Partien, in den mehr unter der Oberfläche liegenden Partien des Gehirns, den Partien, die als Nervenstränge von den Sinnen ausgehen, eine sehr komplizierte Organisation, aber eine Organisation, die für denjenigen, der sie durchschauen kann, in Abbau begriffen ist, in fortwährendem Abbau in Wirklichkeit, wenn der Abbau auch sehr langsam geht, so daß er mit grober Physiologie nicht verfolgt werden kann. Aber aus alledem baut sich auf im Menschen, der sich dadurch gerade vom Tiere unterscheidet, das peripherische Gehirn, das eigentlich der menschlichen Organisation zugrunde liegende Gehirn. In bezug auf den menschlichen Bau ist eigentlich das zentrale Gehirn, die Fortsetzung der Sinnesnerven und ihre Verbindungen, vollkommener. Das äußere Gehirn, das der gewöhnlichen Organisation des Menschen zugrunde liegt, ist eigentlich mehr noch ein dem Stoffwechsel naheliegendes Organ als die tieferen Partien des Gehirns. Aber dafür ist auch dieses, das dem Menschen eigentümliche peripherische Gehirn, das eigentliche Stirngehirn, eigentlich durch die Ich-Organisation herausgerettet aus demjenigen, was sonst schon zerfällt. Und so geht es durch den ganzen menschlichen Organismus. Die Ich-Organisation rettet aus dem Zerfall, den der astralische Leib bewirkt, wiederum gewisse Elemente, aus denen nun aufgebaut wird dasjenige, was dem harmonisch geordneten Denken, Fühlen und Wollen des Menschen zugrunde liegt.

Ich kann diese Dinge natürlich nur andeuten, möchte aber doch darauf hinweisen, daß wir auf dem Gebiet der geistigen Forschung genau ebenso exakt verfahren, wie nur irgendeine äußere Wissenschaft experimentierend verfahren kann, und uns auch verantwortlich fühlen, so daß wir uns jederzeit fragen: Stimmt dasjenige überein, was wir im geistigen Schauen finden, mit demjenigen, was Ergebnis der äußeren empirischen, physischen Forschung ist? - Anderes wird nicht in Wirklichkeit, wenigstens prinzipiell nicht gelten gelassen.

Aber gerade der Bau des Gehirnes weist uns hin auf dieses, was man dann mit dem Schauen, mit dem geistigen Schauen, mit dem spirituellen Wahrnehmen erkennt, daß beim Menschen zu den drei Gliedern, dem physischen Leib, dem Ätherleib, dem astralischen Leib, die Ich-Organisation zugrunde liegt, die gewissermaßen einen Parasiten aus den Zerfallsprodukten wiederum aufbaut, gewissermaßen wiederum lebendig macht. So haben wir vier Glieder der menschlichen Organisation. Diese vier Glieder der menschlichen Organisation müssen zueinander im gesunden menschlichen Organismus ganz bestimmte Verhältnisse haben.“ (Lit.:GA 319, S. 213f)

Kleinhirn

Die Verhältnisse von Mark und Rinde sind hier prinzipiell ähnlich, jedoch ist die Zeichnung der Verteilung von Mark und Rinde durch den Lebensbaum (Arbor vitae) zu veranschaulichen, siehe Kleinhirn.

Siehe auch

Literatur

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Literaturangaben zum Werk Rudolf Steiners folgen, wenn nicht anders angegeben, der Rudolf Steiner Gesamtausgabe (GA), Rudolf Steiner Verlag, Dornach/Schweiz
Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Hilfreiche Werkzeuge zur Orientierung in Steiners Gesamtwerk sind Christian Karls kostenlos online verfügbares Handbuch zum Werk Rudolf Steiners und
Urs Schwendeners Nachschlagewerk Anthroposophie unter weitestgehender Verwendung des Originalwortlautes Rudolf Steiners.
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Einzelnachweise

  1. Duden online: Kortex und Cortex
  2. Das zugehörige Adjektiv ist kortikal, fachsprachlich auch cortical; vgl. kortikal bei Duden online. Die „gemischte“ Schreibung cortikal sollte nicht verwendet werden.
  3. Duden online: Pallium
  4. Alfred Benninghoff, Kurt Goerttler: Lehrbuch der Anatomie des Menschen. 3. Band: Nervensystem, Haut und Sinnesorgane. Urban und Schwarzenberg, 7. Auflage, München 1964, S. 227
  5. Helmut Ferner: Anatomie des Nervensystems und der Sinnesorgane des Menschen. Reinhardt, 2. Auflage, München 1964; S. 15, 136 f.
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