Hypothalamus

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Lage des Hypothalamus (3D-Animation)

Der Hypothalamus (griech. ὑπό hypo „unter“ und θάλαμος thalamós „Zimmer, Kammer“) ist ein Abschnitt des Zwischenhirns (Diencephalon) im Bereich der Sehnervenkreuzung (Chiasma opticum). Medial (zur Mitte hin) wird der Hypothalamus vom dritten Ventrikel, kranial (zum Kopf hin) vom Thalamus begrenzt. Der sogenannte Hypophysenstiel (lat. Infundibulum) verbindet den Hypothalamus mit der Hypophyse, deren Hinterlappen, die Neurohypophyse, noch zum Hypothalamus gerechnet wird.

Der Hypothalamus schüttet verschiedene Effektor-, Releasing- und Inhibiting-Hormone und verschiedene Neuropeptide und Dopamin aus und wikt damit auf die vegetativen Funktionen des Körpers. Er sorgt damit für die Aufrechterhaltung der Homöostase (Temperatur, Blutdruck, Osmolarität) und reguliert die Nahrungs- und Wasseraufnahme, die Circadiane Rhythmik und damit den Schlaf und den Sexualtrieb.

Wärmeregulation im Hypothalamus: (W) wärmesensitives Neuron; (C) kältesensitives Neuron; (I) temperaturinsensitives Neuron

In der Regio praeoptica des Hypothalamus liegt das oberste thermoregulatorische Zentrum, in dem die sensorischen Daten der Wärme- und Kälterezeptoren aus der Haut des ganzen Körpers zusammenlaufen. Die Wärmeregulation ist hierarchisch organisiert. An ihr sind auch das Rückenmark und der Hirnstamm beteiligt, die Feinabstimmung erfolgt jedoch im Hypothalamus. Etwa 30 % der Neuronen in der Regio praeoptica sind wärmesensitiv und feuern schneller, wenn die Temperatur steigt, über 60 % reagieren nicht auf Temperaturänderungen und weniger als fünf Prozent sind kältesensitiv. Vermutet wird, dass die Körpertemperatur physiologisch dadurch geregelt wird, dass die Aktivität der temperaturinsensitiven Neurone mit jener der wärmesensitiven Neuronen verglichen wird. Die wärmesensitiven Neurone empfangen dabei ihre Informationen hauptsächlich von der Körperperipherie, während die Aktivität der kältesensitiven Neurone überwiegend von den exzitatorischen (erregenden) und inhibitorischen (hemmenden) Signalen benachbarter Neurone abhängt.[1]

Die Regio praeoptica des Hypothalamus ist namentlich auch entscheidend am Ablauf eines Fieberprozesses beteiligt. Das bestätigt die alte medizinische Erfahrung, dass die Wärmeprozesse - bis hin zum Fieber - vom Kopf bzw. vom Gehirn ausgehen, während die Kälte von unten, von den Füßen her aufsteigt.

„Worauf beruht das Fieber? Das Fieber beruht darauf, daß eigentlich das Gehirn in eine überwiegende Tätigkeit kommt und den ganzen Menschen durchdringt. Nehmen Sie an, der Mensch bekommt in irgendeinem Organ, sagen wir in der Leber oder Niere, oder namentlich in den Lungen, irgendwie eine Unordnung auf die Weise, wie ich es Ihnen neulich erzählt habe. Da fängt nun das Gehirn an, dagegen zu revoltieren. Wenn die Lunge nicht mehr recht will, so fängt das Hintergehirn an, zu revoltieren und regt wiederum das Vordergehirn an, mitzurevoltieren gegen dieses Kranksein der Lunge, und dadurch entsteht das Fieber.

Das heißt aber, der Mensch wird von oben herunter, von seinem Kopfe aus erwärmt, von unten herauf erkaltet. Das ist gerade sehr interessant. Der Mensch wird wirklich von oben herunter erwärmt. Das Fieber machen wir mit unserem Kopf. Und wenn eine Entzündung in der großen Zehe auftritt - das Fieber, das wir kriegen, machen wir mit dem Kopf. Es ist sogar interessant, daß dasjenige, was am weitesten unten liegt, durch die allervordersten Teile des Gehirnes reguliert wird. Wie beim Hund das, was am allerweitesten hinten liegt, durch die Nase reguliert wird, so ist es auch beim Menschen. Wenn er in der großen Zehe Fieber kriegt, so liegt die Tätigkeit, die das Fieber erzeugt, ganz vorn. Der Mensch muß es schon mit seiner Würde vereinbar halten, daß, wenn er in der großen Zehe eine Entzündung kriegt, dann ihm sein Fieber von ganz da vorne kommt, da gerade über der Nase; so daß der Mensch immer von oben erwärmt wird und von unten erkaltet wird.“ (Lit.:GA 348, S. 180f)

Siehe auch

Literatur

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Einzelnachweise

  1. J. A. Boulant: Role of the preoptic-anterior hypothalamus in thermoregulation and fever. In: Clin Infect Dis 31, 2000, S. 157–161, PMID 11113018.
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