Italien

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Italien (amtlich Italienische Republik; ital. Repubblica Italiana, Kurzform Italia) ist eine parlamentarische Republik in Südeuropa; seine Hauptstadt ist Rom. Das italienische Staatsgebiet liegt zum größten Teil auf der vom Mittelmeer umschlossenen Apennin­halbinsel und der Po-Ebene sowie im südlichen Gebirgsteil der Alpen. Der Staat grenzt an Frankreich, die Schweiz, Österreich und Slowenien. Die Kleinstaaten Vatikanstadt und San Marino sind vollständig vom italienischen Staatsgebiet umschlossen. Neben den großen Inseln Sizilien und Sardinien sind mehrere Inselgruppen vorgelagert.

Italien ist Mitinitiator der Europäischen Integration und Gründungsmitglied der Europäischen Union, des Europarates und der Lateinischen Union. Das Land ist Mitglied der G7, der G20, der NATO, der Vereinten Nationen (UNO), der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) und der Welthandelsorganisation (WTO).

Italien zählt laut Index der menschlichen Entwicklung als Industriestaat zu den höchstentwickelten Ländern der Erde[1] und ist gemessen am nominalen Bruttoinlandsprodukt die achtgrößte Volkswirtschaft der Welt.[2] Das Land genießt einen hohen Lebensstandard sowie Bildungsgrad und besitzt eine der höchsten Lebenserwartungen.[3] Mit rund 53 Millionen Touristen jährlich ist Italien eines der meistbesuchten Länder der Welt.[4]

Das Gebiet des heutigen Italien war in der Antike die Kernregion des Römischen Reiches, die oberitalienische Toskana war das Kernland der Renaissance. Mit dem Risorgimento entstand der moderne italienische Nationalstaat: Von 1861 bis 1946 bestand unter dem Haus Savoyen das Königreich Italien, das rapide industrialisiert wurde, 1878 zur Großmacht aufstieg und ab den 1880er Jahren ein Kolonialreich in Nord- und Ostafrika errichtete. Die kostspielige Teilnahme am Ersten Weltkrieg von 1915 bis 1918 führte zwar zur Vergrößerung des Staatsgebietes, aber auch zu schweren sozialen Unruhen und ebnete den italienischen Faschisten unter Benito Mussolini den Weg zur Macht. Das faschistische Regime herrschte von 1922 bis 1943/45 über Italien und führte das Land 1940 auf der Seite der Achsenmächte in den Zweiten Weltkrieg. Die Kriegsniederlage führte zum Verlust der Kolonien und zu vergleichsweise geringfügigen Gebietsabtretungen an den Nachbarstaat Jugoslawien. Im Juni 1946 beendete eine Volksabstimmung die Monarchie; die heutigen Republik wurde ausgerufen.

Etymologie

Die Herkunft des Wortes Italia ist unklar, reicht jedoch mindestens 3000 Jahre zurück.[5] Bekannt ist, dass dieser Name für eine kleine Region an der Südspitze Italiens stand und zunächst auf den südlichen Apennin, später auf die ganze Halbinsel übertragen wurde. Linguisten und Historiker haben dazu mehrere Hypothesen aufgestellt; eine davon besagt, dass das Wort vom antiken Volk der Italiker (Italus) abstammt, dessen Bezeichnung vom Wort vitulus herrührt, welches Kalb bedeutet.[6]

Geographie

Italien liegt auf einer von Nordwest nach Südost gerichteten Halbinsel, die in ihrer Form an einen Stiefel erinnert. Die maximale Nord-Süd-Ausdehnung beträgt etwas weniger als 1200 km.[7] Angrenzende Staaten sind Frankreich (Länge der gemeinsamen Staatsgrenze: 488 km), die Schweiz (734,2 km), Österreich (430 km), Slowenien (232 km) sowie die Enklaven San Marino (39 km) und die Vatikanstadt (3 km). Die Landesgrenzen haben eine Gesamtlänge von etwa 2000 km. Italien besitzt mit Campione d’Italia eine von der Schweiz umgebene Exklave. Eine weitere Grenze ist die zu Kroatien (Seegrenze). Die gesamte Küstenlänge beträgt 7.600 km.[8]

Siehe auch

Literatur

  • Klaus Rother, Franz Tichy: Italien. Geographie, Geschichte, Wirtschaft, Politik. WBG, Darmstadt 2008, ISBN 978-3-534-13701-5.
  • Ernst Ulrich Große, Günter Trautmann: Italien verstehen. Primus, Darmstadt 1997, ISBN 3-89678-052-2.
  • Stefan Köppl: Das politische System Italiens. Eine Einführung. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-531-14068-1.
  • dsb. mit Karoline Rörig, Ulrich Glassmann Hgg.: Länderbericht Italien. Schriftenreihe, 1240. Bundeszentrale für politische Bildung BpB, Bonn 2012 ISBN 978-3-8389-0240-1.[9]
  • Richard Brütting (Hrsg.): Italien-Lexikon. Schlüsselbegriffe zu Geschichte, Gesellschaft, Wirtschaft, Politik, Justiz, Gesundheitswesen, Verkehr, Presse, Rundfunk, Kultur und Bildungswesen. Erich Schmidt, Berlin 1997, ISBN 3-503-03772-1.
  • Siegfried Frech, Boris Kühn (Hrsg.): Das politische Italien: Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur. Wochenschau-Verlag, Schwalbach am Taunus 2012, ISBN 978-3-89974-643-3.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Overcoming barriers: Human mobility and development (PDF; 4 MB). Human Development Report 2009. The United Nations Development Programme. New York. ISBN 978-0-230-23904-3.
  2. World Economic Outlook Database. In: Internationaler Währungsfonds, April 2012.
  3. World Population Prospects – The 2006 Revision (en) (PDF; 2,9 MB). UN. Abgerufen am 4. Oktober 2012.
  4. UNWTO, 2017.
  5. Alberto Manco, Italia. Disegno storico-linguistico, 2009, Napoli, L'Orientale, ISBN 978-88-95044-62-0
  6. J. P. Mallory, D. Q. Adams: Encyclopedia of Indo-European Culture. Fitzroy and Dearborn, London 1997, S. 24.
  7. ISTAT: Italien in Zahlen, 2010, S. 3. (PDF; 476 kB).
  8. CIA. The World Factbook.
  9. 1. Historische und kulturelle Grundlagen: * Guido Crainz, Die historischen Voraussetzungen des heutigen Italien * Mario Caciagli, Alte Sitten im neuen Gewand. Die politische Kultur Italiens * Franco Garelli, Religion und Gesellschaft ** 2. Die italienische Gesellschaft zwischen Tradition und Erneuerung * Clementina Casula, Die italienische Gesellschaft * Chiara Saraceno, Die italienische Familie im Wandel * Ilvo Diamanti und Luigi Ceccarini, Die Jugend: eine »behütete Minderheit« * Gabriele Ballarino, Das italienische Bildungs- und Ausbildungs-System ** 3. Die italienische Republik im Umbruch. Reformen des politischen Systems und neue politische Ausrichtungen * Alexander Grasse und Francesca Gelli, Zentralismus, regionale Autonomie, Föderalismus * Köppl, Entwicklungen und Reformen in Parteiensystem und Wahlsystem * Luca Verzichelli, Das italienische Regierungssystem * Carlo Guarnieri, Die Rolle der Justiz in der italienischen Politik * Carlo Masala, Italienische Außen- und Sicherheitspolitik ** 4. Die italienische Wirtschaft vor globalen Herausforderungen * Glassmann, Die ital. Volkswirtschaft. Historische Entwicklung und gegenwärtige Lage * Luigi Burroni, Die lokale Wirtschaft Italiens im Wandel * Chiara Rapallini, Die italienische Wirtschafts- und Finanzpolitik * Glassmann, Der italienische Wohlfahrtsstaat ** 5. Intermediäre Gewalten * Mimmo Carrieri, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände * Gianpietro Mazzoleni, Die ital. Medien * Letizia Paoli, Mafia und organisierte Kriminalität in Italien * Glassmann, Köppl und Rörig, Vergangene und gegenwärtige Herausforderungen. ** Anhänge: Wahlergebnisse ** Tabellen zu Wirtschaft und Gesellschaft S. 490 – 502
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