Karneol

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Karneol
Siegelring aus Gold und Karneol von Ramses II. und seiner Gattin Nefertari
Karneol-Kristalle
Getrommelter Karneol aus Botswana

Karneol ist eine durch Eisen zweifarbig rot-weiß bis orange-weiß gebänderte, undurchsichtige bis leicht durchscheinende Varietät des Chalcedons und besteht wie dieser aus feinkristallinem, faserigen Quarz (SiO2). Er ist leicht zu bearbeiten und wurde schon im Altertum als Schmuckstein verwendet, insbesondere für Ringe. Aufgrund seiner blutroten Farbe galt er im alten Ägypten als „Lebensstein“ und wird auch im ägyptischen Totenbuch genannt.

Sarder

Fleischfarbene bis rötliche Varietäten des Karneols werden auch als Sarder oder Sardis[1][2] bezeichnet, vermutlich nach Sardes , der Hauptstadt des antiken kleinasiatischen Königreichs Lydien. An die Gemeinde von Sardes (griech. Σάρδεις Sardeis, auch Σάρδις Sardis), die unser gegenwärtiges Bewusstseinsseelenzeitalter repräsentiert, wird in der Apokalypse des Johannes das fünfte der sieben Sendschreiben gerichtet. Dort heißt es auch an anderer Stelle:

„2 Alsbald wurde ich vom Geist ergriffen. Und siehe, ein Thron stand im Himmel und auf dem Thron saß einer. 3 Und der da saß, war anzusehen wie der Stein Jaspis und der Sarder; und ein Regenbogen war um den Thron, anzusehen wie ein Smaragd.“

Offenbarung des Johannes: 4,2-3 LUT

„Das Buch stellt eine wirkliche Einweihung dar, ein Hinaufsteigen zunächst durch Lernen auf dem physischen Plan. Diese Stufe wird dargestellt, wo gesprochen wird von den sieben Briefen an die sieben Gemeinden. Die sieben Briefe stellen dar, was man zuerst zu lernen hat. Dann folgt eine Anzahl von Bildern; die führen uns hin auf den Astralplan. Dann sieht man Gruppen von Wesenheiten, die sich im Astrallicht verwandeln: «...und der da saß, war gleich anzusehen wie der Stein Jaspis und Sarder; und ein Regenbogen war um den Stuhl, gleich anzusehen wie ein Smaragd.» (Apk. 4, 3) - «Und vor dem Stuhl war ein gläsern Meer, gleich dem Kristall...» (Apk. 4, 6) - Durch das Transparente wird angedeutet das Wesen des Astrallichtes. Im Astrallicht sieht man durch die Gegenstände hindurch, sie erscheinen gläsern. Die ganze Astralwelt ist wie ein gläsernes Meer.“ (Lit.:GA 104a, S. 31f)

Karneol und Gefühlssinn

Der Karneol entspricht nach Rudolf Steiner dem „Gefühlssinn“ oder „Hautsinn“ (also dem Wärmesinn bzw. dem Tastsinn) des Menschen.

„Eine okkulte Beziehung besteht ferner zwischen dem Geschmacksorgan und dem Topas, dem Geruchssinn und dem Jaspis, dem Hautsinn als Wärmesinn des Menschen und dem Karneol, der produktiven Vorstellungskraft und dem Karfunkel.“ (Lit.:GA 96, S. 161)

„Mit dem Tastsinn entstand der Karneol, mit dem Geschmackssinn der Topas, mit dem Geruchssinn der Jaspis, mit der Ausbildung des Verstandes der Beryll und mit der Entstehung des bildlichen Vorstellungsvermögens der Karfunkel.“ (Lit.:GA 97, S. 296)

Auch der Gefühlssinn der Engelwesenheiten hängt mit dem Karneol zusammen:

„Die Sinnesorgane der Engel sind unsere Edelsteine. Diese sind ein geheimnisvolles Werkzeug für die Wahrnehmung der Engelwesen. Die Organe liegen also innerhalb der mineralischen Welt. Wie der Mensch seinen Gefühlssinn, seinen Tastsinn hat, so haben auch diese Wesenheiten ihren Gefühlssinn, und der drückt sich aus im Karneol, ihr Gesichtssinn im Chrysolith. Sie nehmen eben in der mineralischen Welt nicht wahr, weil ihre Sinnesorgane darin sind. Selbst davon finden wir bei den alten Völkern ein dunkles Bewußtsein; sie schreiben den Edelsteinen eine bestimmte Wirkung zu. Diese Wirkung kommt daher, weil die Engel in ihnen anwesend sind.“ (Lit.:GA 98, S. 225f)

Siehe auch

Anmerkungen

  1. J. u. W. Grimm: Deutsches Wörterbuch, Woerterbuchnetz.de
  2. Hermann Johann Gräber: Versuch einer historischen Erklärung der Offenbarung des Johannes, Universitätsbuchhandlung von Karl Winter, Heidelberg 1857, S. 79

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Ursprungsimpulse der Geisteswissenschaft, GA 96 (1989), ISBN 3-7274-0961-4 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Das christliche Mysterium, GA 97 (1998), ISBN 3-7274-0970-3 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  3. Rudolf Steiner: Natur- und Geistwesen – ihr Wirken in unserer sichtbaren Welt, GA 98 (1996), ISBN 3-7274-0980-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  4. Rudolf Steiner: Aus der Bilderschrift der Apokalypse des Johannes, GA 104a (1991), ISBN 3-7274-1045-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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Weblinks

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