Konsubstantiation

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Konsubstantiation bezeichnet in der lutherischen Lehre des Abendmahls die sakramentale Einheit von Leib und Blut Christi mit dem Brot und mit dem Wein. Ausgeteilt und mit dem Mund empfangen wird nach lutherischer Auffassung beim Abendmahl wirklich Christi Leib und Blut.

Die Vorstellung der Konsubstantiation wurde von Anhängern Luthers im Gegensatz zur Lehre von der Transsubstantiation entwickelt. Der Ausdruck wurde zuerst von Luthers Freund Philipp Melanchthon verwendet und zeigt eine wichtige Parallele zum Ende des Streites um die Zwei-Naturen-Lehre auf. Im Glaubensbekenntnis Nicäno-Konstantinopolitanum heißt es: „consubstantialem Patri“ (auf Griechisch: ὁμοούσιον τῷ Πατρί: der Sohn ist mit-wesenhaft dem Vater).

Zur Erläuterung der Abendmahlslehre ist Luthers Formel einschlägig, dass die Gläubigen den Leib und das Blut Jesu Christi „in, mit und unter“ Brot und Wein zu sich nehmen. Luther illustriert die Vorstellung durch das Bild eines im Feuer zum Glühen gebrachten Eisens: Feuer und Eisen sind im rotglühenden Eisen verbunden, aber beide noch vorhanden.

Durch die Lehre von der Konsubstantiation antwortet die evangelisch-lutherische Theologie den Fragen, die entstehen, wenn man in der Transsubstantiationlehre behauptet, es würde sich die Substanz oder das Wesen des Brotes und Weines ändern. Schwierig ist es nämlich dabei zu erklären, inwiefern nach einer Wandlung das Brot nicht mehr Brot ist.

Die 1973 gefundene Formel der Leuenberger Konkordie, dass Christus sich in Brot und Wein schenkt, schließt eine Deutung des Abendmahls im Sinne der Konsubstantiation nicht aus, legt jedoch in deutlicher Weise die Betonung auf den Akt der Abendmahlsfeier. Deshalb haben nicht alle lutherischen Kirchen diesen Konsenstext unterzeichnen können, wie beispielsweise die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche.


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