Krummstab

Aus AnthroWiki
Wechseln zu: Navigation, Suche
Krummstab in Hieroglyphen
S38

heqa
ḥq3
Herrscher-Zepter
S39

auet
ˁwt
Hirtenstab
Heka.svg
Ägyptisches Heqa-Zepter

Der Krummstab (altägypt. heqa bzw. auet) ist eine vom Hirtenstab abgeleitete ägyptische Herrscherinsigne, die bereits aus dem Alten Reich bezeugt ist. Sie kennzeichnet ihren Träger als Hüter und Beherrscher der tierisch-astralen Kräfte durch die Macht des Ich, das den Astralleib zum Geistselbst zu verwandeln vermag, was damals allerdings noch des Beistands höherer geistiger Mächte bedurfte. Zugleich war er ein Zeichen der Wiedergeburt und Regeneration.[1] Im alten Ägypten war das Heqa-Zepter das Herrschaftssymbol zahlreicher Pharaonen und Gottheiten wie z. B. Min, Osiris oder dem Horuskind.

Im Christentum wurde der Krummstab als Abtsstab, Bischofsstab, Pastoralstab bzw. Pastorale zum Amzszeichen hoher geistlicher Würdenträger. Bereits im 4. Jahrhunder hatte Kaiser Konstantin der Große durch das privilegium fori den Bischöfen gestattet, einen solchen Stab, der dem römischen Augurenstab sehr ähnlich war, als Zeichen geistlicher und weltlicher Rechtsprechung zu tragen.

Siehe auch

Literatur

  • Adolf Leopold von Wolfskron: Der Bischofsstab, dessen liturgisch-symbolische Bedeutung und allmähliche Entwicklung seiner Gestalt. In: Mittheilungen der K.K. Central-Commission zur Erforschung und Erhaltung der Baudenkmale. Bd. 2, Nr. 10, 1857, ZDB-ID 220003-x, S. 256–262.
  • Friedrich Focke: Szepter und Krummstab. Eine symbolgeschichtliche Untersuchung. In: Wilhelm Tack (Hrsg.): Festgabe für Alois Fuchs zum 70. Geburtstage am 19. Juni 1947. Schöningh, Paderborn 1950, S. 337–387.
  • Romuald Bauerreis: Abtstab und Bischofsstab. In: Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens und seiner Zweige. 68, 1957, ISSN 0303-4224, S. 215–226.
  • Joseph Braun SJ: Bischofsstab (und Abtsstab). In: Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Band 2: Bauer – Buchmalerei. Druckenmüller, Stuttgart 1948, S. 792.
  • Mireille Bénéjeam-Lère: Les crosses des Evêques de Cahors au XIIIe siècle (iconographie et usages rituels). In: Bulletin de la Société des études littéraires, scientifiques et artistiques du Lot 109 (1988), S. 15–35. ISSN 0755-2483.
  • Sandra Sandri: Har-Pa-Chered (Harpokrates). Die Genese eines ägyptischen Götterkindes (= Orientalia Lovaniensia analecta. 151). Peeters, Leuven u. a. 2006, ISBN 90-429-1761-X (Zugleich: Mainz, Universität, Dissertation, 2004).

Einzelnachweise

  1. Sandra Sandri: Har-Pa-Chered (Harpokrates). 2006, S. 118.