Leendert Frederik Carel Mees

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Leendert Frederik Carel Mees

Leendert Frederik Carel Mees (* 13. Dezember 1902 in Amsterdam, Niederlande; † 24. Mai 1990 in Driebergen, Niederlande) war ein niederländischer Arzt, Anthroposoph, Vortragsredner und Autor.

Leben

Leendert (kurz: Leen) Frederik Carel Mees wurde 1902 in Amsterdam als Sohn von Rudolf Mees (1868-1909) und der aus einfachen Verhältnissen stammenden Maria Petronella Bernardina Dona (1874-1950) geboren[1]. Mees Großvater Rudolf Adriaan Mees (1837-1903) gehörte einer einflussreichen niederländischen Bankiersfamilie an und lebte als Geschäftsmann in Yokohama, wo er mit der Japanerin Okino zusammenlebte[1]. Mees Vater wurde zur Erziehung nach Amsterdam geschickt, wo er sich aber stets als Außenseiter fühlte. Nach dem frühen Tod des Vaters zog die Mutter die fünf Kinder der Familie in ärmlichen Verhältnissen alleine auf. Durch die Mutter lernte Leen schon früh die Anthroposophie und die Christengemeinschaft kennen.

Leen besuchte in Hilversum die Schule. Ein wohlhabender Onkel ermöglichte ihm nach dem Schulabschluss 1920 das Studium der Medizin. Besonders beeindruckt war Leen von dem hervorragenden Embryologen Louis Bolk, den er auch später in seinen Schriften häufig erwähnt. Musikalisch sehr begabt, trat Leen während seiner Studienzeit immer wieder als Geiger, Pianist und Schlagzeuger in Cafés und auch im Rundfunk auf.

Vom 7. bis 12. April 1922 nahm Leen an dem von Rudolf Steiner gehaltenen Haager Hochschulkurs teil. 1925 wurde er im Haager Zweig Mitglied der Anthroposophischen Gesellschaft. Von hier ging auch seine spätere reiche, weltweite Vortragstätigkeit aus, die ihn nach Südafrika, Nord- und Südamerika und Australien führte. Dabei kam ihm zugute, dass er fließend Deutsch, Englisch und Französisch und auch über ausreichende Italienisch-Kenntnisse verfügte.

In Den Haag im Stadtteil Scheveningen eröffnete er 1930 eine Arztpraxis und heiratete im selben Jahr Adolphine Auguste Adelheid Laura Ida Seebohm (1904-1993), mit der er drei Kinder hatte: Rudolf Sebastian Hildebrandt, Arnica und Wijnand Adriaan.[1] Als Schularzt war er auch an der Haager Waldorfschule tätig und liebte es, die Schüler zu unterrichten. Die Gesellschaftskrise in Dornach 1935 beendete diese Tätigkeit. Frederik Willem Zeylmans van Emmichoven, der maßgeblich die „Anthroposofische Vereniging in Nederland“ mitbegründet hatte, blieb er dennoch freundschaftlich verbunden und ebenso auch Bernard Lievegoed und Henri Daniel van Goudoever.

In der Zeit des Zweiten Weltkriegs blieb Leen anfangs noch in Scheveningen, musste aber dann zu seiner Familie nach Friesland flüchten, um der drohenden Internierung zu entgehen.

1951 wurde die Ehe mit Adolphine geschieden und Leen heiratete Eva Christeller, die als Geigerin und Kunsttherapeutin tätig war. 1955 wurde ihre gemeinsame Tochter Saskia geboren.

1960 schloss Leen die Arztpraxis in Den Haag und gründete das Therapiehaus „De Maretak“ für krebskranke Patienten in Driebergen, das heute zur Gemeinde Utrechtse Heuvelrug in der Provinz Utrecht gehört. Mit der Krebskrankheit hatte sich Leen schon lange Jahre beschäftigt und auch regelmäßig in Arlesheim die Tagungen des Forschungsinstituts von Rita Leroi begleitet. Darüber hinaus war Leen Mitbegründer des Drogentherapie-Instituts ARTA und der kunsttherapeutischen Ausbildungsstätte „De Wervel“, die von seiner zweiten Frau geleitet wurde. In dieser Zeit begann auch seine bereits oben genannte weltweite Vortragstätigkeit.

Mit großem Engagement widmete sich Leen der anthroposophischen Jugend- und Studentenarbeit. Die Arbeit mit jungen Menschen, die ihn seit seiner Zeit als Schularzt begeistert hatte, intensivierte sich nun immer mehr. Für den Berufsorientierungskurs und das Freie Jugendseminar wirkte er in Stuttgart und Engen und die Freien Kunsthochschulen in Ottersberg und Alfter. Stets vertrat er dabei die Anthroposophie frei und unanhängig „auf seine Weise“. Ab den 1970er Jahren trat Leen auch als Autor hervor und schrieb bis kurz vor seinem Tod Bücher zu verschiedensten Themen.

Am 24. Mai 1990 starb Leendert Frederik Carel Mees in Driebergen.

Werke (Auswahl)

  • Rauschmittel – warum?, J. Ch. Mellinger Verlag, Stuttgart 1975, ISBN 978-3880691063
  • Herinneringen aan Louis Bolk, Driebergen 1977
  • Lebende Metalle: Verwandtschaft zwischen Mensch und Metall, J. Ch. Mellinger Verlag, 1983, ISBN 978-3880691766
  • Der bekleidete Engel: Auf der Suche nach dem Kleinen Prinzen, J. Ch. Mellinger Verlag 1985, ISBN 978-3880691933
  • Das menschliche Skelett. Form und Metamorphose, Urachhaus Verlag, Stuttgart 1981, 1990, ISBN 978-3878382973
  • * Secrets of the Skeleton: Form in Metamorphosis, SteinerBooks 1984, ASIN: B01K0UQU2G; eBook ASIN: B0098L35KY
  • Rauschgift. Krieg gegen das Ich. (mit Walter Bühler und Wolfgang Schimpeler), Verlag Freies Geistesleben, 1983, ISBN 3-87838-290-1
  • Krankheit als Segen - Heilung als Aufgabe, Urachhaus Verlag, Stuttgart 1984 ISBN 978-3878384045
  • Tiere sind, was Menschen haben, J. Ch. Mellinger Verlag, Stuttgart 1987, ISBN 978-3880692237
  • Wie Rudolf Steiner sprach, Basel 1988
  • Wie sich der Mensch bewegt, Basel 1989
  • Helena und Penelope. Der Weg des Menschen im Bild der griechischen Mythologie, Urachhaus Verlag, Stuttgart 1989 ISBN 978-3878382942
  • Vom Leuchter zum Kreuz, Basel 1990

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 1,0 1,1 1,2 Genealogie Mees