Lebensvorschau

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Die Lebensvorschau erleben wir beim Herabstieg zu einer neuen irdischen Inkarnation vor der Geburt. Auf dem Weg zur irdischen Inkarnation wird dem Ich zunächst ein neuer Astralleib angegliedert, der sich dann wieder mit einem Ätherleib und physischen Leib verbinden kann, zu denen bzw. zu dem passenden Elternpaar wir durch die Herren des Karmas, die Lipikas, geführt werden. Der Astralleib verlangt sehr drängend nach äußerer sinnlicher Wahrnehmung und daher schwindet das Bewusstsein für die geistige Welt. Es tritt ein bewusstloser Zustand ein. Das Bewusstsein erhellt sich erst wieder nach der Angliederung eines neuen Ätherleibes und des physischen Leibes. Ähnlich wie wir beim Tod eine Lebensrückschau haben, tritt nun eine Lebensvorschau auf, bei der uns alle Hindernisse gezeigt werden, die wir künftig überwinden müssen, um in rechter Weise geistig voranzuschreiten.

„Beim Eintritt in eine neue Verkörperung ist es nun so: Das Ich steigt aus der geistigen Welt herab, mit allen bis dahin erworbenen unvergänglichen Extrakten sowohl des Ätherischen als des Astralen. Zunächst zieht es naturgemäß alle astralen Qualitäten zu seinem neuen Astralleibe zusammen, die seiner bisherigen Entwickelung entsprechen, und dann erst in derselben Weise die ätherischen Qualitäten. Alles das spielt sich ab in den ersten Tagen nach der Empfängnis, und erst vom achtzehnten bis zwanzigsten Tag darnach arbeitet der neue Ätherleib selbständig an der Entwickelung des physischen Menschenkeimes, während vorher der Ätherleib der Mutter das vollzieht, was später vom Ätherleib zu besorgen ist. Erst mit diesem achtzehnten bis zwanzigsten Tag nach der Empfängnis nimmt sozusagen die Individualität, die sich da verkörpern will und die bis dahin ihr Ich mit einem neuen Astralleib und Ätherleib umkleidet hat, Besitz von dem bis dahin von der Mutter gebildeten physischen Leibe.

In dem Augenblick, ehe diese Besitzergreifung erfolgt, besteht also die menschliche Wesenheit genau aus denselben Wesensgliedern wie in dem Augenblick des Todes; im letzteren Falle hat sie gerade den physischen Leib in jenem Augenblick abgeworfen, im ersteren Falle den physischen Leib noch nicht aufgenommen. Daraus wird Ihnen leicht verständlich sein, wie im Moment, da der Mensch seinen neuen physischen Leib betritt, etwas Analoges zu dem Moment auftritt, wo er diesen ablegt. In diesem Augenblick hat der Mensch dann eine Art Vorschau über sein kommendes Leben, so wie er im Augenblick des Todes eine Rückschau auf das verflossene Leben hatte. Diese Vorschau aber vergißt der Mensch, weil die Konstitution seines physischen Leibes noch nicht geeignet ist, diese Vorschau gedächtnismäßig zu behalten.“ (Lit.:GA 100, S. 99f)

Literatur

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Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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