Michael Denton

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Michael John Denton (* 25. August 1943) ist ein britisch-australischer Autor und Biochemiker. Er ist Senior Fellow am Center for Science and Culture am Discovery Institute, dem geistigen Zentrum der Intelligent-Design-Bewegung. Dentons bekanntestes Buch, „Evolution: A Theory in Crisis“, inspirierte führende Vertreter des Intelligent Design wie Phillip Johnson und Michael Behe.

Leben und Wirken

Michael Denton schloss 1969 an der University of Bristol sein Medizinstudium ab und machte 1974 seinen PhD in Biochemie am King’s College London. Von 1990 bis 2005 war er Senior Research Fellow an der University of Otago in Dunedin, Neuseeland. Anschließend forschte er auf dem Gebiet genetisch bedingter Augenkrankheiten.

1985 erschien Dentons Buch „Evolution: A Theory in Crisis“, in dem er mit einer Fülle von Beispielen aus der Paläontologie, Molekularbiologie, Genetik und Biochemie eine systematische Kritik des Neodarwinismus präsentierte, die in zu dem Schluss führten, dass es in der Natur deutliche Hinweise auf ein intelligentes Design gibt. Denton versteht sich dabei durchaus als naturwissenschaftlich orientierter Evolutionsforscher. Er bezeichnet sich selbst als Agnostiker und weist den biblischen Kreationismus zurück.

„Es wäre eine Illusion zu glauben, dass das, was wir derzeit wissen, nicht mehr als ein Bruchteil des vollen Umfangs des biologischen Designs ist. In praktisch allen Bereichen der biologischen Grundlagenforschung werden immer höhere Design- und Komplexitätsgrade mit immer höherer Geschwindigkeit sichtbar. Die Glaubwürdigkeit der natürlichen Selektion wird daher nicht nur durch die Perfektion, die wir bereits gesehen haben, geschwächt, sondern auch durch die Erwartung weiterer, noch ungeahnter Tiefen von Genialität und Komplexität.“

Michael Denton: Evolution: A Theory in Crisis, S. 82[1]

In seinem 1998 erschienenen Buch „Nature's Destiny: How the Laws of Biology Reveal Purpose in the Universe“ bekräftigte Denton seine anti-darwinistische Design-Hypothese und plädierte statt dessen für eine zielgerichtete Evolution. Physikalische Gesetze und nicht der bloße Zufall und die natürliche Auslese würden die biologische Entwicklung bestimmen. Dentons Ansichten wurde insbesondere von Lawrence Joseph Henderson (1878-1942), Paul Davies und John D. Barrow beeinflusst, die für ein anthropisches Prinzip im Kosmos argumentieren.

„Ich habe nie die allgemeine "darwinistische Sichtweise" akzeptiert, dass das Leben auf der Erde und insbesondere die Menschheit das Ergebnis blinder, unintelligenter Prozesse sind. Ich war während meiner gesamten akademischen Laufbahn immer davon überzeugt und argumentierte, dass unsere Existenz letztlich eine Frage des Designs ist. Mein oberstes intellektuelles Ziel war es immer, zu zeigen, dass die Erkenntnisse der Wissenschaft die traditionelle teleologische und anthropozentrische Sicht der Welt unterstützen.

In meinem Buch Nature's Destiny argumentiere ich, dass die Naturgesetze nicht nur für das kohlenstoffbasierte Leben, sondern insbesondere für die menschliche Existenz fein abgestimmt sind. Kein anderer Nachwuchswissenschaftler hat eine so radikale These verteidigt. Ich sehe Beweise für die kosmologische Zentralität des Menschen in den grundlegenden Eigenschaften der Schlüsselmoleküle, die an den physiologischen Kernprozessen beteiligt sind, durch die das Leben von komplexen fortgeschrittenen Organismen wie dem Menschen aufrechterhalten wird. Diese sind so bemerkenswert entsprechend ihren jeweiligen physiologischen Rollen, dass das Erscheinungsbild des Designs überwältigend ist.“

Michael Denton: My Biological World View[2]

Schriften

Bücher
Artikel
  • Michael Denton, Craig Marshall, Michael Legge: The Protein Folds as Platonic Forms: New Support for the Pre-Darwinian Conception of Evolution by Natural Law, in: Journal of Theoretical Biology 219(3), 7. December 2002, pp. 325-342, doi:10.1006/jtbi.2002.3128 pdf
  • Michael Denton, Craig Marshall: Protein Folds - laws of form revisited, in: Nature 410(6827), April 2001, p. 417 doi:10.1038/35068645 pdf·
  • Michael J. Denton, Peter Dearden, Stephen Sowerby: Physical law not natural selection as the major determinant of biological complexity in the subcellular realm: New support for the pre-Darwinian conception of evolution by natural law, in: Biosystems 71(3), November 2003, pp. 297-303 doi:10.1016/S0303-2647(03)00100-X pdf
  • Michael J. Denton, Govindasamy Kumaramanicakvel, Michael Legge: Cells as irreducible wholes: The failure of mechanism and the possibility of an organicist revival, in: Biology and Philosophy 28(1), January 2013 doi:10.1007/s10539-011-9285-z

Einzelnachweise

  1. „It would be an illusion to think that what we are aware of at present is any more than a fraction of the full extent of biological design. In practically every field of fundamental biological research ever-increasing levels of design and complexity are being revealed at an ever-increasing rate. The credibility of natural selection is weakened, therefore, not only by the perfection we have already glimpsed but by the expectation of further as yet undreamt of depths of ingenuity and complexity.“
    Michael Denton: Evolution: A Theory in Crisis, p. 82
  2. „I have never accepted the mainstream ‘Darwinian view’ that life on earth and particularly mankind are the products of blind unintelligent processes. I have always been convinced and argued throughout my academic career that our existence is ultimately a matter of design. My primary intellectual aim has always been to show that the findings of science support the traditional teleological and anthropocentric view of the world.
    In my book Nature’s Destiny I argue that the laws of nature are fine tuned not only for carbon based life but specifically for human existence. No other recent scholar has defended such a radical thesis. I see evidence for the cosmological centrality of mankind in the basic properties of the key molecules involved in the core physiological processes by which the life of complex advanced organisms like humans are maintained. These are so remarkably fit for their respective physiological roles that the appearance of design is overwhelming.“
    Michael Denton: My Biological World View, abgerufen am 26. März 2019 (archive.org)