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Neue Venus

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Die neue Venus wird einmal in ferner Zukunft die sechste Verkörperung unseres Planetensystems sein. Sie wird aus dem auf unsere Erdentwicklung folgenden neuen Jupiter entstehen. Obwohl dieser Zustand weit in der Zukunft liegt, lassen sich darüber doch schon gewisse Erkenntnisse gewinnen. Wenn sich das hellsichtige Bewusstsein auf die alten Sonne richtet, so zerfällt nämlich dieses Bild in zwei Teile, von denen einer auf den künftigen Venuszustand verweist, der in gewissem Sinne eine Wiederholung des alten Sonnendaseins auf höherer Stufe ist.

„Man kann deshalb, wenn man Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Erdenentwickelung in Betracht zieht, von Saturn-, Sonnen-, Monden-, Erden-, Jupiter-, Venus- und Vulkanentwickelung sprechen. — Wie diese umfassenden Verhältnisse der Erdenentwickelung, so ergeben sich für das Bewußtsein auch Beobachtungen über eine nähere Zukunft. Es entspricht jedem Bilde der Vergangenheit auch ein solches der Zukunft. Doch muß, wenn von solchen Dingen gesprochen wird, etwas betont werden, dessen Berücksichtigung so notwendig wie nur irgend möglich angesehen werden muß. Man muß sich, wenn man dergleichen erkennen will, vollkommen der Meinung entschlagen, daß das bloße an der sinnenfalligen Wirklichkeit herangezogene philosophische Nachdenken darüber irgend etwas ergründen kann. Erforscht können und sollen diese Dinge niemals durch solches Nachdenken werden. Wer etwa glauben würde, wenn er durch die Geisteswissenschaft Mitteilung darüber erhalten hat, wie der Mondenzustand war: er könne nun durch solches Nachdenken herausbringen, wie es auf dem Jupiter aussehen werde, wenn er die Erdenverhältnisse und die Mondenverhältnisse zusammenhält, der wird sich gewaltigen Täuschungen hingeben. Erforscht sollen diese Verhältnisse nur werden, indem sich das übersinnliche Bewußtsein zur Beobachtung erhebt. Erst wenn das Erforschte mitgeteilt wird, kann es auch ohne übersinnliches Bewußtsein verstanden werden.

Gegenüber den Mitteilungen über die Zukunft ist der Geistesforscher nun in einer anderen Lage als gegenüber denen, welche die Vergangenheit betreffen. Der Mensch kann zunächst gar nicht den zukünftigen Ereignissen so unbefangen gegenüberstehen, wie ihm dies bezüglich der Vergangenheit möglich ist. Was in der Zukunft geschieht, erregt das menschliche Fühlen und Wollen; die Vergangenheit wird in ganz anderer Art ertragen. Wer das Leben beobachtet, weiß, wie dies schon für das gewöhnliche Dasein gilt. In welch ungeheurem Grade es sich aber steigert, welche Formen es annimmt gegenüber den verborgenen Tatsachen des Lebens, davon kann nur derjenige Kenntnis haben, welcher gewisse Dinge der übersinnlichen Welten kennt. Und damit ist der Grund angegeben, warum die Erkenntnisse über diese Dinge an ganz bestimmte Grenzen gebunden sind.“ (Lit.:GA 13, S. 400f)

Zur Erforschung des künftigen Venuszustandes ist allerdings ein höherer Grad der geistigen Schau nötig als zur Erforschung des neuen Jupiterzustandes, der nach dem Durchgang durch das Pralaya der Erdentwicklung nachfolgt.

„Für eine Stufe der übersinnlichen Schauung, welche höher ist als die soeben für die Mond- und Jupitererkenntnis als notwendig bezeichnete, werden übersinnliche Wesen und Dinge wahrnehmbar, welche weiter entwickelte Gestalten dessen sind, was schon während des Sonnenzustandes vorhanden war, aber gegenwärtig so hohe Daseinsstufen hat, daß diese für ein Bewußtsein gar nicht vorhanden sind, welches es nur bis zum Wahrnehmen der Mondenformen gebracht hat. Auch das Bild dieser Welt spaltet sich bei innerer Versenkung wieder in zwei. Das eine führt zur Erkenntnis des Sonnenzustandes der Vergangenheit; das andere stellt eine Zukunftsform der Erde dar, nämlich diejenige, in welche sich die Erde verwandelt haben wird, wenn in die Gestalten jener Welt die Wirkungen der Erden- und Jupitervorgänge eingeflossen sein werden. Was man auf diese Art von dieser Zukunftswelt beobachtet, kann im Sinne der Geisteswissenschaft als Venuszustand bezeichnet werden.“ (Lit.:GA 13, S. 399f)

Auf dem neuen Jupiter, der der Venusentwicklung vorangeht, wird es das Mineralreich nicht mehr geben. Die Menschheit aber wird sich in einen höheren und einen niedereren Teil gespalten haben. Auf der neuen Venus wird auch das Pflanzenreich verschwunden sein. Das unterste Naturreich wird dann - in verwandelter Gestalt - das Tierreich sein. Nach oben hin wird sich aber noch ein drittes Menschenreich anschließen. Bis gegen Ende des Venusdaseins wird es den höchstentwickelten Menschen noch möglich sein, den anderen Menschen dabei zu helfen, doch noch den Anschluss an die fortschreitende Entwicklung zu finden.

„Der Venuszustand wird ein solcher sein, daß auch das Pflanzenreich verschwunden sein wird; das niederste Reich wird das abermals verwandelte Tierreich sein; daran werden sich nach oben gehend drei Menschenreiche von verschiedenen Vollkommenheitsgraden finden. Während dieses Venuszustandes bleibt die Erde mit der Sonne verbunden; die Entwicklung während der Jupiterzeit geht dagegen so vor sich, daß in einem gewissen Augenblick sich die Sonne noch einmal loslöst von dem Jupiter und dieser die Einwirkung derselben von außen her empfängt. Dann findet wieder eine Verbindung von Sonne und Jupiter statt, und die Verwandlung geht allmählich in den Venuszustand hinüber. Während desselben spaltet sich aus der Venus ein besonderer Weltenkörper heraus, der alles an Wesen enthält, was der Entwickelung widerstrebt hat, gleichsam ein «unverbesserlicher Mond», der nun einer Entwickelung entgegengeht mit einem Charakter, wofür ein Ausdruck nicht möglich ist, weil er zu unähnlich ist allem, was der Mensch auf Erden erleben kann. Die entwickelte Menschheit aber schreitet in einem völlig vergeistigten Dasein zur Vulkanentwickelung weiter, deren Schilderung außerhalb des Rahmens dieses Buches liegt.“ (Lit.:GA 13, S. 413)

Literatur

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