Ostersonntag

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Am Ostersonntag wird im Christentum der Auferstehung Christi gedacht und damit die Osterzeit eingeleitet. Er wird darum auch nicht mehr zur Karwoche gezählt. Der Ostersonntag fällt in der Westkirche auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlings-Vollmond und ist der achte und letzte Tag der Heiligen Woche und damit zugleich die Oktav des Palmsonntags.

Vom Osterdatum hängen auch die meisten beweglichen Fest- und Gedenktage des christlichen Kirchenjahres ab:

Die Festlegung des Osterdatums leitet sich nach Rudolf Steiner aus der Mysterientradition ab:

Zeichnung aus GA 233a, S. 149 (Tafel 11)

„Man hat in alten Mysterien das Bild gebraucht: Wenn die inneren Kräfte der Erde durch die Pflanzenstengel, durch die Pflanzenblätter dasjenige heraustragen, was von der Erde ausstrahlt, hinaus in den Kosmos, dann kann der Mensch am leichtesten die Monden-Sonneneinweihung erlangen und Christophor werden; denn dann schwimmt er gewissermaßen auf den von der Erde im Frühling ausstrahlenden Kräften zum Monde hinauf. Aber er muß in das volle Mondenlicht kommen.

Das alles ging in die Erinnerung über, wurde aber abstrakt. «Er muß in das volle Mondenlicht kommen.» Also unterbewußt, nicht mehr klar wissend, daß dies menschliches Erlebnis werden konnte, wurde vorgestellt: Irgend etwas, nicht der Mensch selber, strömt gegen den Vollmond hin, der da der erste Vollmond ist, nachdem Frühlingsanfang war. Und was kann dieser Vollmond jetzt tun? Er schaut die Sonne an, das heißt, er schaut zum ersten der Sonne geweihten Tag hin, zum ersten Sonntag, der auf ihn folgt. Wie früher der Christophorus, der Christophor, angeschaut hat vom Mondenstandpunkt aus die Sonnenwesenheit, so schaut jetzt der Mond die Sonne an, das heißt ihre Symbolisierung im Sonntag.

So haben wir also Frühlingsanfang, 21. März: Die Kräfte der Erde sprossen hinaus in das Weltenall. Man muß warten, bis der richtige Beobachter da ist, bis der Vollmond da ist.

21. März: Vollmond: Sonntag.

Was beobachtet er? Die Sonne. Man läßt den nächsten Sonntag darauf folgen als den Ostersonntag. Also ist es eine abstrakte Zeitbestimmung, geblieben von einem ganz realen Mysterienvorgang, der in älteren Zeiten eben für viele Menschen oftmals stattgefunden hat. Und so ist es wirklich bei diesem Osterfeste. Es stellt unser heutiges Frühlings-Osterfest einen Mysterienvorgang dar, der schon überall im Frühling getan worden ist; ...“ (Lit.:GA 233a, S. 148f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Mysterienstätten des Mittelalters, GA 233a (1991), ISBN 3-7274-2335-8 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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