Schrägschraffur

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Die Schrägschraffur ist eine von Assja Turgenieff nach Anregungen Rudolf Steiners um 1917 entwickelte Schwarz-Weiß-Zeichentechnik, bei der die zeichnerischen Formen nicht durch Umrisslinien, sondern aus dem Wechselspiel von Licht und Finsternis herausgeholt werden. Assja Turgenieff beschreibt,

„... was Rudolf Steiner als Ziel einer Hell-Dunkel-Kunst gestellt hat: das Licht nicht nur in seinen sinnlich-wahrnehmbaren Wirkungen, so wie es die Gegenstände von außen beleuchtet, wiederzugeben, sondern vor allem das durchscheinende, das von innen aus kraftende Licht ergreifen zu suchen, – die «intensive» Lichtwirkung – wie er sie nannte. Ein Weg dazu ist seine Angabe, das Bild aus einer Schräg-Schraffierung hervorzubringen, die Licht und Schatten – besser gesagt Licht und Schwere – losgelöst vom Gegenständlichen, als formgebende Kräfte in ihrem ureigenen Element zu erfassen vermag; als eine im eminentesten Sinne schöpferische Welt geheimer Naturgesetze. Damit ist auch ein weiter Weg in eine Zukunftsentwicklung der Kunst eröffnet. -

Es wurden hier die plastischen Formen der sieben Säulen so, wie sie in ihrem ersten Stadium im Jahre 1907 beim Münchener Kongreß geformt waren, beibehalten. Ihnen sind die Worte, die Rudolf Steiner auf einer mit der Feder gezeichneten Skizze für das erste Goetheanum im Jahre 1912 geschrieben hat – noch bevor er an ihr plastisches Erarbeiten ging –, hinzugefügt:

Das Es, An Es, In Es, Ich, Vom Ich, Aus Mir, Ich Ins Es.“ (Lit.: Turgenieff 1947)

Die sieben Planetensäulen nach einer Hell-Dunkel-Zeichnung von Assja Turgenieff.

Literatur