Stefan Lorenz Sorgner

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Stefan Lorenz Sorgner, 2018

Stefan Lorenz Sorgner (* 15. Oktober 1973 in Wetzlar) ist ein deutscher posthumanistischer und transhumanistischer Philosoph,[1][2] ein Nietzsche-Forscher,[3][4][5] Musikphilosoph[6][7] und ein Experte im Bereich der Ethik der neuen Technologien.[8][9][10]

Leben

Stefan Lorenz Sorgner studierte nach eigenen Angaben Philosophie am King’s College London (BA), der University of Durham (MA by thesis), der Justus-Liebig-Universität Gießen und der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Dr. phil.)[11] Er vertrat die Fächer Philosophie und Ethik an den Universitäten Gießen, Jena, Klagenfurt und Erfurt. Sorgner ist Mitglied zahlreicher Editorial und Advisory Boards,[12] u. a. Mitherausgeber der Reihe „Musikphilosophie“ beim Alber Verlag,[13] Herausgeber der Reihe „Beyond Humanism: Trans- and Posthumanism / Jenseits des Humanismus: Trans- und Posthumanismus“ beim Verlag Peter Lang,[14] Mitglied des Editorial Board (als Editorial Consultant) des „Journal of Evolution and Technology“.[15] Bis 2016 lehrte er Medizinethik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Seit dem Jahr 2016 unterrichtet er an einem US-amerikanischen Liberal Arts College, der John Cabot University.[16]

Philosophische Position

Nach Einschätzung von Rainer Zimmermann ist Sorgner „Deutschlands führender post- und transhumanistischer Philosoph“.[17] Sorgner selbst kennzeichnet seine Position als „metahumanistischen“ Perspektivismus, eine Charakterisierung, die sowohl „Posthumanismus“ als auch „Transhumanismus“ umfassen soll.[18] Sorgners Ausführungen zum Verhältnis von Nietzsche und dem Trans- bzw. Posthumanismus,[19][20] sowie seine radikale Kritik der Menschenwürde und seine diesbezüglichen Revisionsvorschläge wurden mehrfach rezipiert.[21][22] Den „Nihilismus“, dessen Aufstieg Nietzsche „treffend“ beschreibe, betrachtet Sorgner „durchaus als Gewinn“.[23] „Dies bedeutet auch, dass dem vorherrschenden Konzept der Menschenwürde aus der Perspektive des Perspektivismus kein höherer Status hinsichtlich der Erkenntnis der Wahrheit in Korrespondenz zur Wirklichkeit zukommt als den Konzeptionen Adolf Hitlers oder Pol Pots.“[24]

Werke (Auswahl)

  • Menschenwürde nach Nietzsche, Darmstadt WBG, 2010
  • Musik in der antiken Philosophie, Würzburg, Königshausen & Neumann, 2010
  • Wagner und Nietzsche, Reinbek bei Hamburg, Rowohlt-Taschenbuch-Verlag, 2008
  • Musik in der deutschen Philosophie, Stuttgart, Metzler, 2003
  • Metaphysics without truth, München, Utz, 1999

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Selak, Marija. Abgerufen am 1. Juni 2015.
  2. Posthumanism, Transhumanism, Antihumanism, Metahumanism, and New Materialisms. Archiviert vom Original am 1. Mai 2015. Abgerufen am 1. Juni 2015.
  3. H. James Birx in Philosophy Now (29. November 2010). Sorgner and Nietzsche. Philosophy Now. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  4. Several Scholars (29. November 2010). Comments on Sorgner's Nietzsche Interpretation. University of Marquette Press. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  5. Russell Blackford (29. November 2010). Nietzsche and European Posthumanisms. IEET. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  6. Alber Verlag (29. November 2010). Book Series: Philosophy of Music. Alber Verlag. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  7. University of Chicago Press (29. November 2010). Music in German Philosophy. University of Chicago Press. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  8. Russell Blackford (29. November 2010). Editorial. Journal of Evolution and Technology. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  9. University of Manchester (29. November 2010). Beyond the Body. University of Manchester. Abgerufen am 29. Januar 2011.
  10. KAIST (14. Juni 2015). Shaping the Future. KAIST. Archiviert vom Original am 29. Juni 2015. Abgerufen am 14. Juni 2015.
  11. stefan lorenz sorgner (29. November 2010). Stefan Lorenz Sorgner | Friedrich-Alexander-University Erlangen-Nuremberg - Academia.edu. Uni-erlangen.academia.edu. Archiviert vom Original am 13. Dezember 2012. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  12. Institut für Geschichte und Ethik der Medizin: Stefan Lorenz Sorgner (German). Gesch.med.uni-erlangen.de. Archiviert vom Original am 13. Dezember 2012. Abgerufen am 28. Januar 2011.
  13. Alber Verlag (1. April 2011). Musikphilosophie. Alber Verlag. Abgerufen am 1. April 2011.
  14. Peter Lang Verlag (1. April 2011). BeyondHumanism/Jenseits des Humanismus. Peter Lang Verlag. Archiviert vom Original am 13. Dezember 2012. Abgerufen am 1. April 2011.
  15. Journal of Evolution and Technology (1. April 2011). Editorial Board. Journal of Evolution and Technology. Abgerufen am 1. April 2011.
  16. http://www.johncabot.edu/directory/Faculty_Form.aspx?IdFaculty=578
  17. Identity Foundation (14. Juni 2015). Phil.cologne 2015. Identity foundation. Abgerufen am 14. Juni 2015.
  18. Posthumanism, Transhumanism, Antihumanism, Metahumanism, and New Materialisms. Archiviert vom Original am 1. Mai 2015. Abgerufen am Juni 2015.
  19. Russell Blackford (29. November 2010). Nietzsche and European Posthumanisms. IEET. Abgerufen am 30. Januar 2011.
  20. The Agonist (9. April 2012). Nietzsche and Trans- and Metahumanism. Nietzsche Circle New York. Abgerufen am 9. April 2012.
  21. Ulrich Kronauer (1. April 2010). Die Krönung?. NZZ. Archiviert vom Original am 13. Dezember 2012. Abgerufen am 1. April 2010.
  22. Judith E. Innerhofer (8. Mai 2010). Hirnschrittmacher für alle. Die Zeit. Abgerufen am 16. Mai 2013.
  23. Stefan Lorenz Sorgner, Menschenwürde nach Nietzsche, Darmstadt WBG, 2010, S. 239
  24. Stefan Lorenz Sorgner, Menschenwürde nach Nietzsche, Darmstadt WBG, 2010, S. 242


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