Unterwelt

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Künstlerische Darstellung der Unterwelt

Die Unterwelt, von den Hebräern Scheol (hebr. שאול) genannt, ist ganz allgemein eine Bezeichnung für einen im Weltbild „unten“ gelegenen Teil der Welt, der vielfach auch mit dem Erdinneren identifiziert wird, wie es etwa Dante Alighieri so grandios in seiner «Göttlichen Komödie» geschildert hat. Mythologien aller Kulturen beschreiben diesen Weltbereich, der außerhalb der Welt der Sterblichen liegt. Hier werden die Toten oder ihre Seelen vermutet, weshalb auch häufig vom Reich der Toten oder von der Totenwelt gesprochen wird. Je nach Kultur besitzt die Unterwelt verschiedene Aspekte, meist gibt es jedoch einen Herrscher aus einem Göttergeschlecht, der ihr vorsteht.

Das Reich der chtonischen Götter

Wer durch die Einweihung in die chthonischen Mysterien den Gang in die Unterwelt antrat, wurde in das Reich der chthonischen Götter geführt. Zu ihnen zählten etwa Demeter, Hekate, Dionysos und natürlich ganz besonders Hades. Der Initiierte lernte dadurch die Kräfte des Kosmos kennen, die durch die Erde hindurch wirken:

„Denn in der griechischen Sage wird Ihnen von einer gewissen Art Initiation immer erzählt: Der Betreffende stieg in die Unterwelt hinab. - Von gewissen Heroen Griechenlands können Sie immer wissen, der erlebt die Initiation, wenn von ihm erzählt wird, er ist in die Unterwelt hinabgestiegen. Das heißt, er hat diejenigen Kräfte des Kosmos kennengelernt, die durch die Erde hindurch wirken, er hat die chthonischen Kräfte kennengelernt.“ (Lit.:GA 214, S. 186f)

Die Unterwelt ist der finstere, dunkle Wohnort der Todes- und Unterweltsgottheiten. Hierher gelangen die Verstorbenen, meist von Seelenführer oder Fergen geleitet, über das Grenzwasser. Im Westen, jenseits des Ozeans, wo die Sonne untergeht, wird der Eingang zur Unterwelt vermutet. Bewacht durch dämonische Wesen ist der Eintritt nur den Toten erlaubt und für Lebende verboten.

In manchen Kulturen ist die Unterwelt ein zwar öder und finsterer, dennoch moralisch unbewerteter Aufenthaltsort, in anderen Kulturen wiederum eine grauen- und quallvoll ausgestaltete Hölle und Wohnsitz des Bösen.

Nach der Theorie der hohlen Erde ist die Unterwelt keine metaphysische Spekulation, sondern schlicht das Erdinnere. Diese ist von einer intelligenten Rasse und allerlei Tieren bevölkert und wird von einer Zentralsonne beleuchtet.

Mythologie

Tengrismus

Hauptartikel: Tengrismus

Im Tengrismus, der weitgehend schamanistischen, naturverbundenen Religion der als Nomaden umherziehenden Mongolen und Turkvölker Zentralasiens, liegt zu Füßen der Menschenwelt die nicht-personifizierte fruchtbare Mutter Erde (mongol. Gazar Eje; türk. Yer Ana), die untere Welt, die mit ihren Töchtern den Menschen trägt und nährt. Prächtig wachsende Bäume zeigen an, dass die Erdenmutter gut gestimmt und mit den Menschen zufrieden ist. Die unterirdische Welt, die Unterwelt, in der auch die bösen Geister wohnen, wird von Erlik Khan (mongol. Erleg Han), einem Sohn des Himmelsgottes Tengri, beherrscht. In ihrer ursprünglichsten Form sind diese Mythen bereits bei den Urturaniern der atlantischen Zeit zu finden.

Indische Mythologie

Hauptartikel: Naraka (Mythologie)

In der indischen Mythologie ist Naraka ein der Hölle entsprechender Ort des Totengerichts und der Leiden und körperlichen Qualen. Er wird mehrfach im Mahabharata bzw. in der Bhagavad Gita erwähnt. Herrscher dieser Unterwelt ist der Totengott Yama, weshalb sie auch oft als Yama loka („Ort des Yama“) bezeichnet wird.

Griechische Mythologie

Aus der griechischen Mythologie stammt die älteste Beschreibung der Unterwelt. Ihr Herrscher ist der Gott Hades (römisch: Pluto), sie heißt selber auch der Hades. Mit Hilfe des Fährmannes Charon kann der Fluss Styx, der Ober- und Unterwelt voneinander trennt, überquert werden. Ein Ungeheuer, der Hund Kerberos, bewacht den Eingang und sorgt dafür, dass kein Lebender den Hades betritt. Unterhalb des Hades befindet sich der Tartaros, die tiefste Region, die von unheimlichen Gestalten bewohnt wird. Diejenigen, die Verfehlungen gegen die Götter begangen haben, sollen hier ewige Qualen erleiden. Der Bereich ist von einer ehernen Mauer und dem flammenden Fluss Pyriphlegeton umgeben und dient Zeus als Gefängnis für Missetäter und Gottesfrevler (z.B. Tantalos, Sisyphos). Eine ausführliche Schilderung der Unterwelt gibt Platon in seinem Dialog Phaidon.

Nordische Mythologie

Der Begriff Niflheim oder Helheim beschreibt die Unterwelt in der nordischen Mythologie. Hier herrscht die Göttin Hel. Ihr Reich ist von einem Fluss umgeben, über den eine goldene Brücke führt. Die Heljungfrau Modgudur bewacht die Brücke und befragt die Ankömmlinge nach Namen und Geschlecht, nach anderen der Helhund Garm. Erst nach dieser Prüfung und die Überwindung des eisernen Zauns erreicht die verstorbene Seele das Reich Helheim. Helheim ist dabei kein Ort der Strafe, sondern ein Aufenthaltsort der Toten, die an Krankheit oder Altersschwäche (den "Strohtod") gestorben sind.

Finnische Mythologie

In der finnischen Mythologie heißt die Unterwelt Tuonela bzw. in der estnischen Mythologie Toonela. Bekannt ist Tuonela durch das finnische Nationalepos Kalevala. Im 19. Gesang der Kalevala reist der schamanistische Held Väinämöinen nach Tuonela, um das Wissen über die Toten zu suchen. Auf der Reise trifft er den Fährmann, besser gesagt eine Frau, Tuonen tytti oder auch Tuonen piika genannt, die Magd des Todes, die ihn über den Fluss Tuoni bringt. Auf der Insel Tuoni erhält er jedoch nicht die Zauber, nach denen er gesucht hat, und er schafft es nur, dem Ort zu entkommen, indem er sich in eine Schlange verwandelt. Nach seiner Rückkehr verflucht er jeden, der versucht, den Ort lebend zu betreten.

Totengötter in den Kulturen

Die Unterwelt als Teil der Astralwelt

„Wir wissen ja, daß uns in einem großen Homerischen Epos, der «Odyssee», erzählt wird, daß Odysseus auch in die Unterwelt hinabgestiegen sei. Wer die Sprache der griechischen Eingeweihten, die so etwas geschrieben haben, versteht, wird wissen, daß das Hinabsteigen in die Unterwelt immer bedeutet das Eingeweihtwerden in die Mysterien, das Überschreiten der Pforte des Todes schon während des Lebens. In unserem besonderen Fall bedeutet es auch das Kennenlernen der astralen Welt. Nichts anderes also bedeutet dieses Hinabsteigen des Odysseus in die Unterwelt, als daß Odysseus kennenlernt die Welt des Astralen. Unter anderem wird uns erzählt, daß Odysseus in der Unterwelt drei Verstorbene gesehen hat: den Tityos, den Sisyphos und den Tantalos. Er sah den ersten, Tityos, wie er auf dem Boden lag und zwei Geier ihm an seiner Leber fraßen. Den Tantalos sah er an einem See stehen und brennenden Durst leiden; wenn er sich hinabbeugte, um zu trinken, versiegte das Wasser, so daß er es nicht erreichen konnte. Er litt auch an Hunger. Über ihm war ein Baum mit Äpfeln; wenn er ihn aber erreichen wollte, so entglitt er ihm. Das sind Bilder, die uns zeigen sollen, welche Formen die Begierden des Menschen in der astralen Welt nach dem Tode annehmen, wie der Mensch an Begierden hängt und wie sie sich ausleben. Der erste, Tityos, liegt auf der Erde und an seiner Leber nagt eine böse Macht, ein Geier. Das deutet darauf hin, daß er am niederen, sinnlichen Leben gehangen hat und daß dieses niedere, sinnliche Leben auf die Dauer keine Befriedigung bringen kann. Sisyphos, der Habgierige, wird dadurch gequält, daß er seine Wünsche, die immer von neuem entstehen, niemals befriedigen kann. Tantalos hängt an den Bildern einer phantastischen Einbildungskraft und muß das ewig Unbefriedigende einer solchen Einbildungskraft auskosten.

Da sind Bilder für unser astrales Leben gegeben. Wem der Blick geöffnet wird für die astrale Welt, der kann nur in solchen Bildern sprechen. Der Seher weiß, wie wenig die Worte aus unserem täglichen Leben ausreichen, um das zu schildern, was er in der Astralwelt schaut. Unsere Sprache kann nur ein sehr spärliches Ausdrucksmittel sein, um das in Worte zu bringen, wovon zu berichten ist. Darum werde ich Ihnen heute kaum etwas anderes geben können als Bilder, als bildliche Vorstellung von den Wesen, die demjenigen bekannt werden, dessen Seherblick geöffnet ist. Es sind dies Wesen, die unseren Raum bevölkern, auch wenn wir sie im physischen Leben nicht wahrnehmen.“ (Lit.:GA 88, S. 59f)

Im Leben nach dem Tod steigt der geistige Wesenskern des Menschen durch die Planetensphären auf. In der Saturnsphäre durchlebt er die Weltenmitternachtsstunde. Dann steigt er zu einer neuen Inkarnation durch die Planetensphären herab. Durch die Befruchtung führt sein Weg auch durch die Unterwelt. Hier nimmt er sein Karma wieder auf, das er nach dem Tod in der Erdensphäre zurückgelassen hat.

„Es ist wirklich so, daß die Zeit bis zur Mitternachtsstunde und von der Mitternachtsstunde an - beide Teile sind ja zwischen Tod und neuer Geburt - eigentlich sehr verschieden sind voneinander. Ich habe diese Erlebnisse in meinem Wiener Vortragszyklus von 1914 von innen aus geschildert. Wenn wir sie mehr von außen anschauen, müssen wir eben sagen: Das Ich wird in der ersten Hälfte, bis zur Mitternachtsstunde, mehr kosmisch und bereitet dasjenige vor im Kosmos, was dann auf dem Umwege durch die Mutter in die nächste Inkarnation hineingeht. Und von der Mitternachtsstunde des Daseins bis zur nächsten Geburt geht das Ich in dasjenige über, was eigentlich in den alten Mysterien Unterwelt genannt wurde, und auf dem Umwege durch diese Unterwelt nimmt es den Weg durch die Befruchtung. Und da kommen im Grunde genommen die zwei Pole des Menschen zusammen durch die Mutter und den Vater, von der Oberwelt und von der Unterwelt.

Dieses, was ich jetzt sage, war aus der instinktiven älteren Erkenntnis heraus, wenigstens soviel mir bekannt ist, ein wesentlicher Inhalt der ägyptischen Mysterien. Die ägyptischen Mysterien führten ja ganz besonders die Menschen zu der Erkenntnis gerade dessen, was sie damals die oberen und die unteren Götter nannten, die obere und die untere Götterwelt. Und man kann schon sagen, in dem Befruchtungsakte vollzieht sich ein polarischer Ausgleich der oberen und der unteren Götterwelt, und das Ich geht zwischen dem Tod und einer neuen Geburt zuerst durch diese obere Welt und dann durch die untere Welt. Es ist durchaus in älteren Zeiten nicht diese eigentümliche Nuance schon dagewesen, die heute manche verbinden mit Ober- und Unterwelt. Die obere ist bei den heutigen Menschen immer die gute, und die untere ist immer die schlechte. Diese Nuance war ursprünglich nicht damit verbunden, sondern es waren eben nur die zwei Polaritäten, die an der Gesamtweltbildung teilnehmen mußten. So daß man in der unmittelbaren Erfahrung die Oberwelt mehr als die Lichtwelt wahrnahm, schaute, die untere Welt mehr als die Welt der Schwere: Schwere und Licht als die beiden Polaritäten, mehr nach außen die Sache ausgedrückt.“ (Lit.:GA 205, S. 107)

Die Astralwelt ist in gewissem Sinn eine Doppelwelt. Die obere astrale Welt, die Welt des Guten, liegt über dem physischen Plan. Die untere astralische Welt, die Welt des Bösen, ist hingegen unter dem Bereich der physischen Welt gelegen.

„Wenn wir die höheren Welten genauer, als wir das früher getan haben, beschreiben wollen, so müssen wir uns klar werden, daß doch noch ein anderer Unterschied besteht zwischen der astralischen Welt und der devachanischen Welt. Unsere astralische Welt nämlich, wie wir in ihr leben und wie sie unseren physischen Raum durchdringt, ist in einer gewissen Beziehung eine Doppelwelt, während die devachanische Welt in einer gewissen Weise eine einfache ist. Das ist etwas, was wir als eine Vorbereitung heute schon erwähnen wollen. Es gibt gewissermaßen zwei astrale Welten, und die beiden unterscheiden sich in der Weise, daß die eine sozusagen die astralische Welt des Guten, die andere die astralische Welt des Bösen ist, während es bei der devachanischen Welt noch unrichtig wäre, diesen Unterschied in so schroffer Weise hinzustellen. Wir müssen also sagen, wenn wir die Welten von oben nach unten betrachten: zuerst das höhere Devachan, dann die niedere devachanische Welt, dann die astralische Welt, und dann die physische Welt. Dann betrachten wir noch nicht die Gesamtheit unserer Welten, sondern wir müssen noch tiefere Welten betrachten als die physische. Es gibt noch eine unter unserer physischen Welt liegende untere astralische Welt. Diejenige, die die gute ist, liegt über dem physischen Plan, diejenige, die die böse ist, darunter, und auch diese durchdringt die physische Welt praktisch. Nun gehen die verschiedensten Strömungen hinüber zu den Wesen der astralischen Welt. Dabei müssen wir unterscheiden, daß Strömungen von guten und schlechten Eigenschaften von den Menschen ausgehen zu den astralen Wesenheiten. Die, welche gute Strömungen sind, gehen auch zu einer guten Wesenheit hin, und die schlechten Strömungen gehen zu einem entsprechenden schlechten Wesen der astralischen Welt hin. Und wenn wir die Summe aller guten und bösen Wesen der astralischen Welt nehmen, haben wir in einer gewissen Weise zwei astralische Welten. Wenn wir die devachanische Welt betrachten, werden wir sehen, daß das bei ihr in einem gleichen Maße nicht der Fall ist. Es stecken also in der astralischen Welt zwei Welten drinnen, die sich gegenseitig durchdringen und die in gleicher Weise zum Menschen eine Beziehung haben. Diese zwei Welten sind in bezug auf ihre Entstehungsweise vor allen Dingen voneinander zu unterscheiden.“ (Lit.:GA 107, S. 23f)

In den ersten Kulturepochen der nachatlantischen Zeit erlebten die Menschen nach dem Tod noch die lichte obere astralische Welt. In der griechisch-lateinischen Zeit verdüsterte sich der geistige Blick darauf aber immer mehr und war gegen die Zeitenwende zu fast ganz erloschen. Man erlebte nach dem Tod nur mehr die dunkle untere astralische Welt.

„Der Zustand der Seele zwischen dem Tode und einer neuen Geburt war nämlich nicht immer der gleiche, auch er hat sich im Laufe der Menschheitsentwickelung geändert. Während der vier großen Kulturepochen, der uralt indischen, derjenigen der heiligen Rishis, der urpersischen, der Zarathustra-Kultur, der ägyptisch-chaldäischen, der griechisch-lateinischen und unserer Gegenwart, verband sich der Mensch immer enger mit dem physischen Plan, gewann ihn immer lieber. In jedem solchen Zeiträume stieg sozusagen die Menschenseele immer tiefer in die sinnliche Welt hinab. Je mehr Verständnis der Mensch für diese Welt hatte, desto fremder wurde ihm die geistige Welt nach dem Tode. Am meisten war dies der Fall in der griechisch-lateinischen Kultur. Lieb hatten sie die physische Welt, dieses sinnliche Dasein, die Griechen, weil sie in ihrer wunderbaren Kunst, in dieser herrlichen Verschönerung des physischen Daseins, ihre ganze Seele ausleben konnten. Dem Römer war diese Welt lieb, weil er in der Entdeckung des Ich das Gefühl der eigenen Persönlichkeit voll in sich entwickeln konnte. Der Begriff des römischen Bürgers und das römische Recht sind Marksteine dieser Kulturepoche. Heimisch fühlt sich der Römer in dieser physisch-sinnlichen Welt. Erst seit dieser Zeit entstehen die Rechtsbegriffe, so daß man mit Recht spricht von dem Heraufkommen der Jurisprudenz im Römischen Reiche, sie ist das Zeichen der Verehrung der Einzelpersönlichkeit. Und der Tod wurde das große Unbekannte, das Furcht einflößte. Der Ausspruch des Achilles: Lieber ein Bettler sein in der Oberwelt, als ein König im Reiche der Schatten - , er bezeichnet am besten die damalige Auffassung des Zustandes der Seelen während des Lebens nach dem Tode. Es entspricht dem Erlebnis der Seele in der geistigen Welt. Je mehr diese Seelen ihre ganzen Fähigkeiten auslebten im Reich des Irdischen, desto mehr schwand ihnen das Vermögen, sich in der geistigen Welt nach dem Tode zurechtzufinden. Die Seele fühlte sich einsam in den Welten, die sie nun betrat. Auch im Geistgebiet hatte sie das Gefühl, daß es finster um sie herum sei, leer und kalt. Es fehlte ihr die Fähigkeit, mitzuerleben das Geistige der jenseitigen Welt. Auch die großen Führer der Menschheit, die Eingeweihten, auch sie konnten diesen Zustand nicht ändern, sie, die ja nicht nur hier auf Erden die Lehrer der Menschen sind, sondern auch drüben in den jenseitigen Welten. Wenn sie den Toten etwas von der diesseitigen Welt erzählten, so empfanden diese dann gerade doppelt schmerzlich, daß sie die physische Welt entbehren mußten, die sie so lieb gewonnen hatten. Sie konnten also den Toten nichts hinübertragen, was diesen etwas gab, was ihnen wertvoll war, und so sehnten sich diese alle nach der Wiederverkörperung. Der Mensch fühlte sich wie abgeschlossen von seinen Brüdern, er fühlte selbst im Geistgebiet sich verlassen. Wäre das so geblieben, dann wäre auch auf der Erde die Liebe und die Brüderlichkeit immer mehr verschwunden. Denn das Verweilen im Geistgebiet hätte für die Seelen nichts anderes bewirkt, als daß sie als Anlage sich von dort mit ins sinnlich-physische Dasein den Egoismus gebracht hätten, das Leben in dem eigenen Selbst.“ (Lit.:GA 109, S. 253ff)

„Erobert hatte sich der Mensch die physische Welt in der nachatlantischen Zeit, aber in der geistigen Welt war es für ihn traurig und trübe, und auch die Eingeweihten, die ja hier wie dort Lehrer der Menschheit sind, sie konnten keinen Trost bringen. Denn wenn sie denen, die in dem Leben zwischen dem Tode und einer neuen Geburt waren, von dem erzählten, was in der physischen Welt geschah, so wurden sie ja, jene Menschenseelen, nur noch unglücklicher, denn sie hingen ja mit allen Fasern ihrer Seele an dieser sinnlichen Welt, die ihnen nun genommen war. Eine Änderung ist auch hier eingetreten durch das Ereignis von Golgatha und die Erscheinung des Christus Jesus auf der Erde. Er stieg nach seinem Tode am Kreuze in die Unterwelt hinab - man nennt das die Höllenfahrt - und er verkündete auch denen, die nicht mehr im physischen Leibe lebten, daß das Leben wirklich den Tod besiegt hat. Dadurch war den Seelen wieder die Möglichkeit des Aufstiegs in der geistigen Welt gegeben.“ (Lit.:GA 109, S. 252f)

Siehe auch

Literatur

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