Woldemar von Uxkull

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Woldemar von Uxkull Autograf.gif

Woldemar Baron von Uxkull[1] (* 23. August 1860 in Neuenhof, Estland; † August 1952 in Basel[2][3]) war ein baltisch-deutscher Mystiker und Schriftsteller aus dem alten Adelsgeschlecht der Uexküll.

Reisen in den Kaukasus weckten Uxkulls dichterische Begabung. Er schrieb Romane und Erzählungen, u.a. „Kaukasische Novellen[4]. Bekannt wurde er aber vor allem durch seine beiden Werke „Geheimnisse des Tarot: Die Einweihung im alten Ägypten nach dem Buch Thoth“ und „Die Eleusinischen Mysterien“, in denen er eine ausführliche, wohl auch mit dichterischer Phantasie ausgeschmückte Schilderung der in Ägypten und Eleusis einstmals vollzogenen Einweihungszeremonien gab. Weniger bekannt blieb sein Buch „Der Schlüssel zu Gottes Herzen: Briefe an einen Gärtner“.

Im Vorwort zu „Die Einweihung im alten Ägypten“ schreibt Uxkull:

„In diesem Buche schildere ich die Einweihung eines Jünglings in die altägyptischen Mysterien und zwar in erzählender Form, so, daß der Leser den Hergang miterlebt. Diese Arbeit ist teils die Frucht von Studien in Werken von Okkultisten und Mystikern, teils das Resultat der Einfühlung meiner Phantasie in diesen Gegenstand.

Die »Einweihung« besteht aus drei Teilen. Der erste Teil heißt »Die Prüfungen«. In ihm hat der Neophyte die Prüfungen zu bestehen, durch die er den Beweis liefert, daß er Mut und Selbstbeherrschung hat und würdig ist, die Einweihung zu erleben.

Der zweite Teil des Werkes heißt »Der Unterricht«. Er findet statt in der großen Tempelhalle, in der 22 Wandgemälde, das sogenannte Buch Thoth, gleichsam die Etappen des Unterrichts darstellen.

Der Gang des Unterrichtes ist gegeben durch logisch zwingende Beziehungen der einzelnen Bilder untereinander, die gleichsam ein System der Ethik darstellen. Diese Beziehungen sind begründet in der sogenannten »okkulten Mathematik«, die in dem Werke in einfachen Beispielen erklärt wird. Im Laufe von zehn Tagen erklärt der Hohepriester dem Jüngling je ein Bild und lehrt ihn zuletzt das Wort aussprechen, das den Führer, den Schutzgeist, herbeiruft und erscheinen läßt.

Im dritten Teil des Werkes wird im Laufe von zwölf Nächten der Geist des Jünglings von seinem Führer durch die verschiedenen Regionen der unsichtbaren Welt geführt, während sein Körper entseelt, aber nicht unbelebt hinter dem Altar unter dem Mantel des Oberpriesters ruht. Jeden Morgen jedoch erklärt der Hohepriester dem Jüngling je eines der zwölf letzten Bilder des Buches Thoth, um am letzten Tag den feierlichen Segen über den Neueingeweihten auszusprechen, der in kurzer Form die Hauptlehren, die das ganze Buch enthält, wiedergibt.“

Woldemar von Uxkull: Die Einweihung im alten Ägypten nach dem Buch Thoth, S. 7f
Woldemar Freiherr von Uxkull

Rudolf Steiner führt den Ursprung des Tarot auf das legendäre «Buch des Thot» zurück. Das Tarot besteht aus 78 Kartenblättern, die in die 22 großen Arkana und die 56 kleinen Arkana unterteilt werden. Schon 1781 hatte Antoine Court de Gébelin die Symbole des Marseiller Tarots als Zeichen der Mysterien der ägyptischen Gottheiten Isis und Thot gedeutete. Äußere Beweise aus der Ägyptologie gibt es dafür nicht, weshalb vielfach der ägyptische Ursprung des Tarot bestritten wird.

„Das Buch des Thot bei den Ägyptern bestand aus 78 Karten, die die Weltengeheimnisse enthielten. In der ägyptischen Einweihung kannte man dieses sehr wohl. Die Karten zum Kartenspiel rühren davon her. Die Bezeichnung König, Ritter, Turmwächter, Feldherrn sind okkulte Bezeichnungen. Diejenigen, die eingeweiht waren in die ägyptischen Mysterien, verstanden das Zeichen

Tarok-Zeichen

(das Symbol für Tarot) zu lesen. Sie verstanden auch das Buch Thot zu lesen, das aus 78 Kartenblättern bestand, in welchen alle Weltgeschehnisse vom Anfang bis zum Ende, von Alpha bis Omega, verzeichnet waren und die man lesen konnte, wenn man sie in der richtigen Reihenfolge verband und zusammensetzte. Es enthielt in Bildern das Leben, das zum Tode erstirbt und wieder aufsprießt zu neuem Leben. Wer die richtigen Zahlen und die richtigen Bilder miteinander vereinen konnte, der konnte in ihm lesen. Und diese Zahlenweisheit, diese Bilderweisheit, wurde seit Urzeiten gelehrt. Sie spielte auch noch im Mittelalter eine große Rolle, zum Beispiel bei Raimundus Lullus, doch heute ist nicht mehr viel davon vorhanden.“ (Lit.:GA 265, S. 361f)

Werke (Auswahl)

  • Der heilige Ilá vom Tpau. Erzählung aus dem Kaukasus. Mit einer Kartenskizze. Carl Reissner, Dresden 1912, ASIN B002OE8BEM
  • Die Schwurbrüder, Runge Verlag, Berlin 1935, ASIN B0093DAHTE
  • Die Eleusinischen Mysterien. Eine Rekonstruktion. Mit einer Einleitung: Das Wesen der Einweihungen im Altertum, Edition Geheimes Wissen 2013, ISBN 978-3902881618
  • Eine Einweihung im alten Ägypten. Nach dem Buch Thot geschildert, Edition Geheimes Wissen 2013, ISBN 978-3902881625
  • Der Schlüssel zu Gottes Herzen: Briefe an einen Gärtner, Aurinia Verlag, Kindle Edition, ASIN B00C4G7JRU

Literatur

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Email: verlag@steinerverlag.com URL: www.steinerverlag.com. Freie Werkausgaben gibt es auf fvn-rs.net, archive.org und im Rudolf Steiner Online Archiv.
Eine textkritische Ausgabe grundlegender Schriften Rudolf Steiners bietet die Kritische Ausgabe (SKA) (Hrsg. Christian Clement): steinerkritischeausgabe.com
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Weblinks

Einzelanachweise

  1. nicht zu verwechseln mit dem deutschen Althistoriker Woldemar Graf Uxkull-Gyllenband (1898-1939)
  2. Freiherr-von-Uexküll-Woldemar-1860-1952 auf bbl-digital.de
  3. May Redlich: Lexikon deutschbaltischer Literatur, Verlag Wissenschaft und Politik, Köln 1989, ISBN 3-8046-8717-2, S. 338
  4. A. von Engelhardt: Die deutschen Ostseeprovinzen Russlands, Nachdruck von 1916, Salzwasser Verlag, S. 275