Zarathas

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Zarathas (auch Zarathos oder Nazarathos), der nach den Angaben Rudolf Steiners im 6. Jahrhundert v. Chr. in Vorderasien lebte, war eine Wiederverkörperung Zarathustras, des großen Eingeweihten der Urpersischen Kultur. Dadurch konnte er auch der größte Geisteslehrer der Lehrer und Eingeweihten der griechisch-lateinischen Kultur werden. So war er beispielsweise der Lehrer des Pythagoras und auch einige Propheten des Alten Testaments standen unter seinem Einfluss. Zur Zeitenwende wurde Zarathustra schließlich als salomonischer Jesus wiedergeboren.

"Zarathustra konnte auch der größte Lehrer der vierten nachatlantischen Kulturperiode werden. Als Zarathas oder Nazarathos, im 6. Jahrhundert vor Christi Geburt in Vorderasien lebend, war er der Lehrer der wichtigsten griechischen Lehrer und Eingeweihten, als Lehrer zum Beispiel des Pythagoras." (Lit.: GA 104a, S. 74)

"Diesen Zusammenhang und Zusammenklang zwischen altägyptischen Erlebnissen und den Erkenntnissen des Weltzusammenhangs hat Moses gebracht. Als das gemacht war, konnte das Volk wieder zurückgeführt werden, um das in Ägypten Erfahrene, nicht Erlebte, zu verarbeiten nach seiner Art. Denn es handelte sich ja gerade darum, daß diese Gabe unvermischt von andern Völkern erhalten blieb, daß unverfälscht blieb die Blutseigentümlichkeit. Es mußte aber herübergerettet werden das, was die alten Völker hatten gewinnen können. So ist die Erbschaft von alten Zeiten her das, was an Weisheitsgütern im ägyptischen Volke war, durch Moses einverleibt worden dem althebräischen Volke mit seinen mathematisch-logischen Fähigkeiten. Dann aber mußte das Volk wieder herausgerissen werden, denn es sollte ja vererben, was als neue Fähigkeit durch das abrahamitische Volk allein möglich war.

Nun lebte dieses Volk weiter. Dadurch, daß es die Vorbedingungen immer mehr verfeinerte und daß das Blut dieses Volkes sich immer mehr richtete nach diesen Vorbedingungen, daß es sich so ausbildete, wie es sich in der Generationenreihe ausgebildet hat, dadurch war es möglich, in einem bestimmten Zeitpunkte aus dem Blute dieses Volkes die Leiblichkeit des Jesuskindes hervorgehen zu lassen, in die einziehen konnte die Persönlichkeit des Zarathustra oder Zoroaster. Dazu mußte dieses Volk stark und mächtig gemacht werden.

Wenn wir im Sinne des Matthäus-Evangeliums weiter die Zeit der Richter und Könige und die verschiedenen Schicksale des althebräischen Volkes verfolgen, so werden wir sehen, wie auch jene Verhältnisse, die uns dieses Volk zeigen so, daß es oftmals abirrt, gerade notwendig waren, um zustande zu bringen, was zustande gekommen ist. Insbesondere war es auch notwendig, daß das Volk das Unglück hatte, das sich ausdrückt in dem Wegführen in die babylonische Gefangenschaft. Wir werden sehen, wie die Volkseigentümlichkeit sich ausgebildet hat, und wie hier notwendig war der Zusammenstoß mit der andern Seite der alten Tradition, die in Babylon vorhanden war, als das Volk reif war, mit dem wieder zusammengeführt zu werden, was es verlassen hatte. Das ist das eine. Das andere ist das, daß gerade in jener Zeit, in welcher das hebräische Volk mit dem babylonischen zusammengeführt wurde, ein großer, gewaltiger Lehrer des Ostens dort lehrte, und daß einige der Besten des hebräischen Volkes noch unter dem Lichte dieses großen Lehrers stehen konnten. Das ist die Zeit, in der Zarathustra als Nazarathos oder Zaratos dort lehrte, in jenen Gegenden, in welche die Juden geführt worden sind. Einige der besten Propheten standen noch unter seinem Einfluß. Da konnte er noch so viel machen an diesem Volke, als man machen muß, wenn das Blut schon eine gewisse Wirkung getan hat, und dann gewisse Einflüsse von außen hinzutreten müssen." (Lit.: GA 117, S. 46f)

"Und wenn wir nun sehen, welches die Schicksale waren dieses althebräischen Volkes, so finden wir, daß die Gefangenschaft da auftrat für das ganze Volk, wo beim einzelnen Menschen auftritt nach dem vierzehnten Jahr die Vorbereitung für das eigentliche Leben, wo dasjenige aufsprießt, was dann im Leben ausgeführt werden kann und was man zwischen dem vierzehnten und einundzwanzigsten Lebensjahre aufnimmt: die Jugendhoffnungen; daß diese Gefangenschaft die Zeit war, wo sozusagen der astralische Leib des althebräischen Volkes in Betracht kam, wo das durch die letzten vierzehn Generationen eingepflanzt wird, was ihm seinen Impuls gibt. Daher wird das althebräische Volk hinübergeführt in die babylonische Gefangenschaft da, wo gerade damals, sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung, in den Geheimschulen der Babylonier der Zarathos oder Nazarathos in seiner damaligen Inkarnation der Lehrer war. Und da kamen in diesen Geheimschulen in Berührung diejenigen, die die hervorragendsten Führer des althebräischen Volkes waren, mit dem großen Lehrer der alten Zeiten, mit Zarathos. Da wurde er ihr Lehrer, da verband er sich mit ihnen, da nahmen sie auf den großen Impuls, der so wirkte, daß in den letzten vierzehn Generationen dieses Volk vorbereitet wurde für die Geburt des Jesus." (Lit.: GA 117, S. 184f)

"Moses, nicht er selbst, aber das, was er seinem Volke mit seiner Weisheit hinterlassen hatte, floß zusammen in den Stätten, welche die Weisheit der Hebräer betreten mußte während der babylonischen Gefangenschaft, es floß zusammen direkt mit dem Sonnenhaften dieser Weisheit. Denn dort lehrte während dieser Zeit in den Mysterienstätten am Euphrat und Tigris, mit denen damals die hebräischen Weisen bekannt wurden, der wiederinkarnierte Zarathustra. Ungefähr zur Zeit der babylonischen Gefangenschaft war Zarathustra selber inkarniert, und dort lehrte er, der einen Teil seiner Weisheit abgegeben hatte, um einen Teil davon wiederzubekommen. Er selber inkarnierte sich ja immer wieder, und wurde so, in seiner Inkarnation als Zarathas oder Nazarathos, der Lehrer der in die babylonische Gefangenschaft hinabgeführten Juden, die mit den Heiligtümern dieser Gegenden bekannt wurden.

So kam die Moses-Weisheit in ihrem Fortfließen, in ihrem Fortströmen zusammen mit dem, was Zarathustra selbst hat werden können, nachdem er von den weiter abgelegenen Mysterienstätten hingezogen war in die Stätten Vorderasiens. Denn dort wurde er der Lehrer der initiierten Schüler Chaldäas, sowohl einzelner eingeweihter Lehrer als auch der Lehrer derjenigen, die jetzt empfingen die Befruchtung ihrer Moses-Weisheit mit jenem Strome, der ihnen dadurch entgegenkommen konnte, daß sie das, was Zarathustra einst ihrem Ahnherrn, dem Moses, gelehrt hatte, jetzt wiederempfangen konnten von Zarathustra selbst in seiner Inkarnation als Zarathas oder Nazarathos. Diese Schicksale hatte die Moses-Weisheit durchgemacht. Sie hatte in der Tat ihren Ursprung bei Zarathustra; sie war versetzt worden in ein fremdes Gebiet. Es war, wie wenn ein Sonnenwesen mit verbundenen Augen herabgetragen wurde auf die Erde und nun im Rückmarsch alles wieder suchen mußte, was es verloren hatte." (Lit.: GA 123, S. 47f)

"In den Mysterien des Rosenkreuzes verkehrten immer die Individualitäten des Skythianos, des Buddha, des Zarathustra. Sie waren in den Schulen des Rosenkreuzes die Lehrer; Lehrer, die ihre Weisheit deshalb der Erde als Gaben schickten, weil durch diese Weisheit der Christus in seiner Wesenheit begriffen werden sollte. Daher ist es in aller Geistesschulung des Rosenkreuzes so, daß man hinaufblickt mit tiefster Verehrung zu jenen alten Eingeweihten, die die uralte Weisheit der Atlantis bewahrten: zu dem wieder verkörperten Skythianos, in ihm sah man den großen verehrten Bodhisattva des Westens; zu dem jeweilig verkörperten Abglanz des Buddha, den man ebenfalls verehrte als einen der Bodhisattvas, und endlich zu Zarathas, dem wiederverkörperten Zarathustra. Zu ihnen blickte man hinauf als zu den großen Lehrern der europäischen Eingeweihten. Es dürfen solche Darstellungen nicht wie äußerlich geschichtliche genommen werden, trotzdem sie den geschichtlichen Verlauf als Tatbestand treffender charakterisieren als eine äußerliche Darstellung das könnte." (Lit.: GA 113, S. 192f)

In einer nur mangelhaft überlieferten Nachschrift zu einem Vortrag vom 3. Februar 1909 in Basel heißt es:

"Das Ich des Zarathustra nimmt einen andern Weg. Es ging in einen Leib, der im alten Assyrien lebte, in Nazarathos oder Zarathas, den Lehrer des Pythagoras. So daß wir also die pythagoräische Weisheit, die auf tiefe okkulte Weisheit zurückgeht und in Verstandesform gekleidet ist, zurückgehen sehen auf Zarathas, das wiederverkörperte Zarathustra-Ich im alten Assyrien. So sehen wir, wie die Kontinuität aufrechterhalten wird, sehen, wie der, der die Sonnengeheimnisse übernimmt, weiterwirkt auf die nachatlantische Kultur, dann auf den Lehrer des Pythagoras. Pythagoras hat auf seinen Reisen die Einweihungsstätten seines Lehrers Nazarathos besucht." (Lit.: GA 109, S. 285)

"Eine solche Individualität ist zu Großem berufen auch durch ihr Ich. Das Ich des Zarathustra inkarnierte sich in anderen Persönlichkeiten immer wieder. Denn eine Individualität, die es so weit gebracht hat, kann sich immer wieder einen astralischen Leib heiligen und einen Ätherleib stark machen, auch wenn sie die ursprünglichen abgegeben hat. So wurde auch Zarathustra wiedergeboren und erschien wieder sechshundert Jahre vor unserer Zeitrechnung im alten Chaldäa als Zarathas oder Nazarathos, der der Lehrer der chaldäischen Geheimschule wie auch der Lehrer des Pythagoras wurde und große, gewaltige Einblicke in die äußere Welt gewinnen konnte. Wenn wir uns mit wahrem Verständnis in die Weisheit der Chaldäer hineinversetzen mit dem, was uns nicht die Anthropologie, sondern die Anthroposophie zu geben vermag, dann bekommen wir eine Ahnung davon, was Zarathustra als Zarathas in den Geheimschulen der alten Chaldäer lehren konnte.

Alles, was Zarathustra lehren und der Welt bringen konnte, das zielte, wie wir gesehen haben, auf die äußere Welt ab, um in die äußere Welt Ordnung und Harmonie zu bringen. Daher war auch die Kunst, Reiche zu bilden und zu organisieren, wie es dem Fortgange der Menschheit entspricht, und was die soziale Ordnung möglich macht, die Mission des Zarathustra. Und daher können diejenigen, die zu den Schülern des Zarathustra gehörten, mit Recht nicht nur große Magier, große Eingeweihte, sondern auch immer Könige genannt werden, das heißt solche, welche die Kunst der Herstellung äußerer sozialer Organisation und Ordnung kennen.

Eine ungeheure Anhänglichkeit entwickelte sich in den Schulen der Chaldäer zu der Individualität - nicht zu der Persönlichkeit - des Zarathustra. Sie fühlten sich verwandt, diese Weisen des Morgenlandes, mit ihrem großen Führer. Sie sahen in ihm den Stern der Menschheit, denn «Zoroaster» ist eine Umschreibung des Wortes «Goldstern» oder «Stern des Glanzes». Sie sahen in ihm einen Abglanz der Sonne selbst. Und aus ihrer tiefen Weisheit heraus- konnte es ihnen nicht verborgen bleiben, als ihr Meister in Bethlehem wiedererschien. Da wurden sie durch ihren Stern geführt und brachten ihm die äußeren Zeichen für das Beste, was er den Menschen hatte geben können. Das Beste, was man einem Menschen aus der Zarathustra-Strömung geben konnte, war das Wissen von der äußeren Welt, von den Geheimnissen des Kosmos, aufgenommen in den menschlichen Astralleib, in Denken, Fühlen und Wollen, so daß die Zarathustra-Schüler ihr Denken, Fühlen und Wollen, die Kräfte ihrer Seele, durchsetzen wollten mit der Weisheit, die man einsaugen kann aus den tiefen Grundlagen der göttlich- geistigen Welt. Für dieses Wissen, das man sich durch die Einsaugung der äußeren Geheimnisse zu eigen machen kann, hatte man als Symbole Gold, Weihrauch und Myrrhen: Gold als Symbolum für das Denken, Weihrauch für die Frömmigkeit, für das, was uns als Fühlen durchdringt, und Myrrhen für die Kraft des Wollens. So zeigten sie ihre Zusammengehörigkeit mit ihrem Meister, als sie vor ihm erschienen, da er wiedergeboren wurde in Bethlehem. Daher erzählt uns der Schreiber des Matthäus-Evangeliums tatsächlich richtig, wie die Weisen, unter denen der Zarathustra gewirkt hatte, wußten, daß er wiedererschienen war unter den Menschen, und wie sie durch die drei Symbole - Gold, Weihrauch und Myrrhen -, die Symbole für das Beste, was er ihnen gegeben hat, ihre Verwandtschaft mit ihm ausdrückten (Matthäus 2,11 LUT).

Es handelte sich nun darum, daß der Zarathustra in der Gestalt des Jesus aus der salomonischen Linie des davidischen Geschlechtes kraftvoll wirken konnte, um in einer verjüngten Gestalt alles der Menschheit wiederzugeben, was er ihr schon früher gegeben hatte. Er mußte dazu alle Kraft zusammenfassen, die er schon einmal besessen hatte. Daher konnte er auch zunächst nicht in einen Leib hineingeboren werden, der aus der priesterlichen Linie des Hauses David stammte, sondern nur in einen solchen aus der königlichen Linie. Damit ist im Matthäus-Evangelium ausgedrückt die Verwandtschaft des Königsnamens im alten Persien mit der Abstammung jenes Kindes, in das Zarathustra inkarniert wurde. Auf diese Geschehnisse haben auch die alten Weisheitsbücher Vorderasiens immer hingedeutet. Wer diese Weisheitsbücher wirklich versteht, der liest sie anders als jene, welche die Tatsachen nicht kennen und daher alles durcheinanderwerfen. Da haben wir zum Beispiel im Alten Testament zwei Prophezeiungen, eine in den Apokryphen des Henoch, die mehr hinweist auf den nathanischen Messias aus der priesterlichen Linie, und eine in den Psalmen, die hingeht auf den Messias aus der königlichen Linie. Alles einzelne, was in den Schriften gemeint ist, stimmt mit den Tatsachen, die wir aus der Akasha-Chronik gewinnen können, überein. Aber alles einzelne mußte der Zarathustra jetzt zusammennehmen, was einst an Kräften in ihm war. An die ägyptische und an die althebräische Kultur - an Hermes und an Moses - hatte er abgegeben, was in seinem Astralleibe und in seinem Ätherleibe war. Damit mußte er sich wieder vereinigen. Er mußte gleichsam wieder zurückholen die Kräfte seines Ätherleibes aus Ägypten. Ein tiefes Geheimnis tut sich da vor unseren Augen auf: der Jesus der salomonischen Linie des Hauses David, der der wiederverkörperte Zarathustra ist, muß nach Ägypten geführt werden; und er wird dahin geführt. Denn da sind die Kräfte, die seinem Astralleib und Ätherleib entströmt sind, die er abgegeben hat zuerst an Hermes und dann an Moses. Weil er auf die ägyptische Kultur gewirkt hatte, mußte er gleichsam wieder zurückholen die Kräfte, die er dahin abgegeben hatte. Deshalb die «Flucht nach Ägypten» und das, was geistig geschah, die Aufsaugung aller der Kräfte, die er jetzt brauchte, um kraftvoll der Menschheit in verjüngter Form das wiederzugeben, was er ihr in den verflossenen Zeiten gegeben hatte." (Lit.: GA 114, S. 102ff)

Literatur

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