Zorn Gottes

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Bamberger Apokalypse, Tafel 29, Überreichung der Zornesschalen (Offb 15,5-8 LUT)
Bamberger Apokalypse, Tafel 30, Ausgießung der 1., 2. und 3. Zornesschale (Offb 16,1-7 LUT)
Bamberger Apokalypse, Tafel 31, Ausgießung der 4., 5. und 6. Zornesschale (Offb 16,8-16 LUT)
Bamberger Apokalypse, Tafel 32, Ausgießung der 7. Zornesschale (Offb 16,17-21 LUT)

Vom Zorn Gottes, dem göttlichen Zorn, wird am Ende des 15. und weiter im 16. Kapitel der Apokalypse des Johannes gesprochen, wo es zur Ausgießung der sieben Zornesschalen kommt. In dieser Form zeigt sich die göttliche Liebe, die alles durchwaltet, wenn sie von dem Bösen aufgesogen wird, das namentlich seit dem Bewusstseinsseelenzeitalter in der Menschheit wirkt und künftig noch stärker hervortreten wird. Was von dem Bösen ergriffen wird, muss zum Heil der Menschheit durch die göttliche Liebe zersplittert werden, die dadurch aber äußerlich als Gottes Zorn erscheint.

"Einzig und allein durch die Ausgießung des göttlichen Zornes, der aber nur die Metamorphose der göttlichen Liebe ist, kann das, was die Menschheit bewirkt hat an schädigenden Dingen, hinweggeschafft werden, was sonst unsagbar schädigend wirken würde auf die weitere Entwickelung der Menschheit." (Lit.: GA 346, S. 218f)

Das Zeugnis der Apokalypse des Johannes

15. Kapitel

„5 Danach sah ich: Es wurde aufgetan der Tempel, die Stiftshütte im Himmel, 6 und aus dem Tempel kamen die sieben Engel, die die sieben Plagen hatten, angetan mit reinem, hellem Leinen und gegürtet um die Brust mit goldenen Gürteln. 7 Und eine der vier Gestalten gab den sieben Engeln sieben goldene Schalen voll vom Zorn Gottes, der da lebt von Ewigkeit zu Ewigkeit. 8 Und der Tempel wurde voll Rauch von der Herrlichkeit Gottes und von seiner Kraft; und niemand konnte in den Tempel gehen, bis die sieben Plagen der sieben Engel vollendet waren.“

Offb 15,5-8 LUT
16. Kapitel

„1 Und ich hörte eine große Stimme aus dem Tempel, die sprach zu den sieben Engeln: Geht hin und gießt aus die sieben Schalen des Zornes Gottes auf die Erde! 2 Und der erste ging hin und goss seine Schale aus auf die Erde; und es entstand ein böses und schlimmes Geschwür an den Menschen, die das Zeichen des Tieres hatten und die sein Bild anbeteten. 3 Und der zweite Engel goss aus seine Schale ins Meer; und es wurde zu Blut wie von einem Toten, und alle lebendigen Wesen im Meer starben. 4 Und der dritte Engel goss aus seine Schale in die Wasserströme und in die Wasserquellen; und sie wurden zu Blut. 5 Und ich hörte den Engel der Wasser sagen: Gerecht bist du, der du bist und der du warst, du Heiliger, dass du dieses Urteil gesprochen hast; 6 denn sie haben das Blut der Heiligen und der Propheten vergossen, und Blut hast du ihnen zu trinken gegeben; sie sind's wert. 7 Und ich hörte den Altar sagen: Ja, Herr, allmächtiger Gott, deine Gerichte sind wahrhaftig und gerecht. 8 Und der vierte Engel goss aus seine Schale über die Sonne; und es wurde ihr Macht gegeben, die Menschen zu versengen mit Feuer. 9 Und die Menschen wurden versengt von der großen Hitze und lästerten den Namen Gottes, der Macht hat über diese Plagen, und bekehrten sich nicht, ihm die Ehre zu geben. 10 Und der fünfte Engel goss aus seine Schale auf den Thron des Tieres; und sein Reich wurde verfinstert, und die Menschen zerbissen ihre Zungen vor Schmerzen 11 und lästerten Gott im Himmel wegen ihrer Schmerzen und wegen ihrer Geschwüre und bekehrten sich nicht von ihren Werken. 12 Und der sechste Engel goss aus seine Schale auf den großen Strom Euphrat; und sein Wasser trocknete aus, damit der Weg bereitet würde den Königen vom Aufgang der Sonne. 13 Und ich sah aus dem Rachen des Drachen und aus dem Rachen des Tieres und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister kommen, gleich Fröschen; 14 es sind Geister von Teufeln, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen der ganzen Welt, sie zu versammeln zum Kampf am großen Tag Gottes, des Allmächtigen. - 15 Siehe, ich komme wie ein Dieb. Selig ist, der da wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht nackt gehe und man seine Blöße sehe. - 16 Und er versammelte sie an einen Ort, der heißt auf Hebräisch Harmagedon. 17 Und der siebente Engel goss aus seine Schale in die Luft; und es kam eine große Stimme aus dem Tempel vom Thron, die sprach: Es ist geschehen! 18 Und es geschahen Blitze und Stimmen und Donner, und es geschah ein großes Erdbeben, wie es noch nicht gewesen ist, seit Menschen auf Erden sind - ein solches Erdbeben, so groß. 19 Und aus der großen Stadt wurden drei Teile, und die Städte der Heiden stürzten ein. Und Babylon, der großen, wurde gedacht vor Gott, dass ihr gegeben werde der Kelch mit dem Wein seines grimmigen Zorns. 20 Und alle Inseln verschwanden, und die Berge wurden nicht mehr gefunden. 21 Und ein großer Hagel wie Zentnergewichte fiel vom Himmel auf die Menschen; und die Menschen lästerten Gott wegen der Plage des Hagels; denn diese Plage ist sehr groß.“

Offb 16,1-21 LUT

Licht und Liebe

Die Welt, der der Mensch angehört, besteht in ihrem innersten Wesen aus lauterster göttlicher Liebe, die äußerlich als Licht erscheint: Licht ist Liebe!

"Das Weltenall besteht seiner inneren Substanz und Wesenheit nach, insofern es das All des Menschen ist, aus lauterer Liebe, es ist nichts anderes als lautere Liebe. Wir finden innerhalb des dem Menschen zugeordneten Göttlichen nichts anderes als lautere Liebe. Aber diese Liebe ist eben ein Innerliches, sie kann innerlich von Seelen erlebt werden. Sie würde niemals zur äußeren Erscheinung kommen, wenn sie sich nicht zunächst ihren Körper bildete aus dem Elemente, dem ätherischen Elemente des Lichtes. Und wenn wir richtig okkultistisch die Welt anschauen, so kommen wir einfach dazu, uns zu sagen: Das Grundwesen der Welt ist als Licht äußerlich erscheinende innere Liebewesenheit. Es ist das nicht eine Glaubensüberzeugung dessen, der in diese Dinge hineinschaut, sondern es ist eine ganz objektiv gewonnene Erkenntnis: Das Weltall, insofern der Mensch darin wurzelt, ist durch das Licht äußerlich zur Erscheinung gelangende innerlich wesentliche Liebe. Wesentlich, weil wir es zu tun haben mit all den Wesenheiten der höheren Hierarchien, die von dieser Liebe getragen werden und die diese Liebe innerlich erleben, was aber, wenn wir eine abstrakte Idee anwenden wollen, als Licht erscheint. Der äußere Schein der Wesen ist Liebe, und der äußere Schein von Liebe ist Licht. Das ist es, was man in allen Mysterien immer wieder und wieder betont hat, was nicht bloße Glaubensüberzeugung, sondern was die wirklich gewonnene Erkenntnis jedes wahrhaften Okkultisten ist." (Lit.: GA 346, S. 215f)

Liebe und Zorn

"Aber, meine lieben Freunde, nehmen Sie einmal ganz reines Wasser, absolut kristallreines Wasser, und nehmen Sie einen schmutzigen Schwamm, einen Schwamm, der innerlich Schmutz enthält. Bringen Sie ihn in dieses kristallklare, kristallreine Wasser, tauchen Sie ihn ein, drücken Sie ihn zusammen, lassen Sie das Wasser wieder herausfließen - es ist schmutzig, trübe. Sie haben durch den schmutzigen Schwamm das kristallklare Wasser aufsaugen lassen, haben es wieder herausgepreßt, und es ist schmutziges Wasser geworden. Was kann das reine kristallklare Wasser dafür, daß es als schmutziges Wasser herausfließt, wenn man den Schwamm auspreßt? Was kann die im reinen Lichte quellende göttliche Liebe dafür, daß sie aufgenommen wird vom Zeitalter des Materialismus wie das klare Wasser von dem mit Unreinlichkeit durchsetzten Schwamm, und dadurch in der nächsten Erscheinung etwas ganz anderes wird? - So können wir das Bild sehen: Kristallklares Wasser, aufgesogen von einem schmutzigen Schwamm, wird trübes, untrinkbares Wasser. Die göttliche, im Lichte erscheinende Liebe, aufgesogen im Zeitalter der Bewußtseinsseelenentwickelung von all den Ingredienzien des Bösen, die in der Zeit der Bewußtseinsseelenentwickelung latent oder offenbar in der Menschheit wüten, wird der göttliche Zorn.

Das ist das Geheimnis des nächsten Zeitalters, daß durch dasjenige, was in der Menschheit geschieht, die göttliche Liebe erscheinen wird in der Form des göttlichen Zornes - des göttlichen Zornes, der schützen wird vor allen materiellen Gestaltungen, die entstehen infolge des materialistischen Bewußtseinsseelenzeitalters, der schützen wird dadurch, daß er diese Gestaltungen untergehen läßt, vor dem weiteren schädigenden Wirken. Ausgehend von dem, was dem Apokalyptiker erscheint, spricht er von der Ausgießung der Zornesschalen im nächsten Zeitalter (Apk. 16,1 ff.). Das ist dasjenige, was in den Mysterien ausgesprochen wurde in einem Satze, der furchtbar erschütternd auf den angehenden Initiaten wirkte: In der Sphäre der menschlichen Illusion tritt die göttliche Liebe in der Form des göttlichen Zornes in die Erscheinung." (Lit.: GA 346, S. 216f)

Literatur

  1. Rudolf Steiner: Die Apokalypse des Johannes, GA 104 (1985), ISBN 3-7274-1040-X pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
  2. Rudolf Steiner: Vorträge und Kurse über christlich-religiöses Wirken, V, GA 346 (2001), ISBN 3-7274-3460-0 pdf pdf(2) html mobi epub archive.org rsarchive.org
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