Din

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Die 10 Sephiroth im Lebensbaum verbunden durch den Pfad des flammenden Schwerts (gelb), der die Reihenfolge ihrer Entstehung von 1 - 10 angibt.

Din (hebr. דין, Gericht, Recht; die strafende und richtende Macht Gottes) ist eine weitere Bezeichnung für die fünfte Sephira am Lebensbaum der Kabbala, die üblicherweise Geburah oder richtiger Gevurah (hebr. גבורה, Strenge, Stärke, Gerechtigkeit) genannt wird. Sie sitzt auf der linken Säule Boas unter Binah (Verstand) und über Hod (Pracht, Glanz, Majestät). Rudolf Steiner übersetzt die fünfte Sephira als Lebenskraft[1]. Zusammen mit Chesed und Tifereth bildet sie die zweite Triade am kabbalistischen Lebensbaum, die die Seelenwelt (Briah) repräsentiert.

Das «Gericht» (Din) und die «Strenge» (Gevurah), denen die göttliche Gnade (Chesed) gegenübersteht, sind aber auch die Wurzel des Bösen. Wie alle Sephiroth waren auch Din bzw. Gevurah in ungeschiedener Einheit im Ain Soph enthalten. Nur sehr vorsichtig und hinter vorgehaltener Hand wird von manchen Kabbalisten - auch von Isaak Luria - angedeutet, dass in der Ausscheidung von Din bzw. Gevurah aus dem unbegrenzten Licht, ein wesentlicher Grund für den Schöpfungsprozess zu sehen ist. Dieser führt gleichsam zu einer Läuterung, zu einer Katharsis des göttlichen Urlichts, das das Gute und das Böse gleichermaßen in sich trug.[2]

Da jede Sephira wieder einen vollständigen Sephirot-Baum in sich trägt, so sind auch Din und Chesed in jeder Sephira wirksam - allerdings mit unterschiedlicher Gewichtung. In den höchsten Sephiroth, beginnend mit Kether, überwiegt beiweitem die Gnade (Chesed), bei den tiefer liegenden Sephiroth wird der Anteil des strengen Gerichts (Din, Gevurah) immer größer.

Anmerkungen

  1. Rudolf Steiner: Die Geschichte der Menschheit und die Weltanschauungen der Kulturvölker, GA 353 (1988), Zwölfter Vortrag, Dornach, 10. Mai 1924
  2. Gerold Necker: Einführung in die lurianische Kabbla, Verlag der Weltreligionen im Insel Verlag, Frankfurt am Main Leipzig 2008 ISBN 978-3458710080, S 81ff
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