Deutscher Idealismus und Kerberos (Mythologie): Unterschied zwischen den Seiten

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[[File:Deutscher_Idealismus.jpg|thumb|Philosophen des deutschen Idealismus. [[Kant]] (oben links), [[Fichte]] (oben rechts), [[Schelling]] (unten links), [[Hegel]] (unten rechts)]]
[[Datei:RomanCerberus.JPG|miniatur|250px|Kerberos zu Füßen von [[Hades]], des Gottes der Unterwelt. Römische Marmorstatue, um 180 n. Chr ([[Wikipedia:Archäologisches Museum Iraklio|Archäologisches Museum Iraklio]], Kreta)]]
[[Datei:Cerberus-Blake.jpeg|miniatur|250px|''Inferno, Canto VI, 12-35, Cerberus'' - Zeichnung von [[Wikipedia:William Blake|William Blake]] (Illustration zu [[Dante Alighieri|Dantes]][[Göttliche Komödie|''Göttlicher Komödie'']]), 1825 ([[Wikipedia:National Gallery of Victoria|National Gallery of Victoria]], Melbourne)]]
'''Kerberos''' (griech. Κέρβερος, latinisiert '''Cerberus''', dt. auch '''Zerberus''' – „[[Dämon]] der Grube“, bei [[Wikipedia:Plutarch|Plutarch]] '''Phoberos''' - „Der Furchtbare“) ist in der [[Wikipedia:Griechische Mythologie|griechischen Mythologie]] der Höllenhund, der den Eingang zur [[Unterwelt]] bewacht, damit kein Toter herauskommt und auch kein Lebender eindringt.


Der '''deutsche Idealismus''' bezeichnet eine Epoche der neuzeitlichen [[Philosophie]], die von [[Kant]] bis zu [[Hegel]] reicht, sowie auch die metaphysischen Positionen, die von diesen Philosophen eingenommen wurden. Sie gilt als Blütezeit der deutschen Philosophie und bildete den wesentlichen geistigen Hintergrund der [[Goethezeit]].
== Mythos ==
Kerberos, das Ungeheuer, wurde zumeist dreiköpfig dargestellt<ref>u. a. bei Ovid und Vergil, siehe Abbildungen</ref>, aber auch mit einem<ref>bei [[Wikipedia:Hesiod|Hesiod]], im Zeustempel in Olympia und im Hephaisteion-Tempel in Athen</ref>, zwei<ref>auf einer (Amphora des [[Andokides-Maler]]s</ref>, fünfzig<ref>ebenfalls bei Hesiod</ref> oder sogar mit hundert Köpfen<ref>bei [[Wikipedia:Pindar|Pindar]] und [[Wikipedia:Horaz|Horaz]]</ref>. Die Künstler und Dichter versahen ihn oft mit einem Schlangenschwanz bzw. einer Schlange als Schwanz, Schlangenhaaren und Schlangenköpfen oder ganzen Schlangen auf dem Rücken. Sein Bellen klang metallisch und sein Atem war tödlich.
Die Sage berichtet, dass dem Kerberos, als ihn [[Herakles]] – wie es eine der ihm von [[Wikipedia:Eurystheus|Eurystheus]] gestellten Aufgaben war - zur Oberwelt verschleppt hatte<ref>Hades, der Gott der Unterwelt, erlaubte ihm, den Hund aus seinem Reich zu schaffen, wenn er ihn ohne Waffen besiege, was Herakles auch im Ringkampf gelang. Er brachte ihn, in Ketten gelegt, zu seinem Auftraggeber.</ref>, der Speichel aus dem Maul troff und davon die todbringend giftige Blume Akóniton aus dem Boden spross, hierzulande bekannt als [[Wikipedia:Eisenhut|Eisenhut]]. Auch [[Wikipedia:Ovid|Ovid]] erzählt in seinen [[Wikipedia:Metamorphosen (Ovid)|Metamorphosen]] von dem Gift Aconitum. [[Wikipedia:Medea|Medea]] habe es aus ihrer Heimat an der Küste des Schwarzen Meeres mitgebracht und versucht, damit den Theseus zu töten. Dieses Gift sei einst aus dem Geifer des wütenden Höllenhundes zu einer Pflanze entsprungen.<ref>Ovid: Metamorphosen 7, 404-424. Und die Bauern hätten die Pflanze, da sie auf hartem Felsgrund gewachsen sei, Aconitum (gr. ''akónai'' steile Felsen) genannt.</ref>


[[Kategorie:Philosophie]] [[Kategorie:Idealismus]]
In den [[Wikipedia:Homer|homerischen]] Gesängen der [[Wikipedia:Odyssee|Odyssee]] wird Kerberos von [[Wikipedia:Odysseus|Odysseus]] nach seiner Rückkehr aus der Unterwelt folgendermaßen beschrieben:
 
:„''Auch den Kerberos sah ich, mit bissigen Zähnen bewaffnet<br />Böse rollt er die Augen, den Schlund des Hades bewachend.<br />Wagt es einer der Toten an ihm vorbei sich zu schleichen,<br />So schlägt er die Zähne tief und schmerzhaft ins Fleisch der Entfliehenden<br />Und schleppt sie zurück unter Qualen,<br />Der böse, der bissige Wächter.''“
[[Datei:Herakles Kerberos Eurystheus Louvre E701.jpg|miniatur|[[Herakles]] präsentiert Eurystheus den<br /> von ihm im Kampf besiegten und aus der Unterwelt entführten Höllenhund. [[Caeretaner Hydria]] um 525&nbsp;v.&nbsp;Chr. ([[Wikipedia:Louvre|Louvre]], Paris)]]
[[Datei:Hercules capturing Cerberus.jpg|miniatur| ''Herkules und Cerberus'', Kupferstich von [[Hans Sebald Beham]] (1545)]]
 
In der [[Wikipedia:Theogonie|Theogonie]] des [[Wikipedia:Hesiod|Hesiod]] ist Kerberos ein Kind der [[Wikipedia:Echidna (Mythologie)|Echidna]] und des [[Wikipedia:Typhon (Mythologie)|Typhon]], seine Geschwister sind die [[Wikipedia:Chimäre (Mythologie)|Chimäre]], die [[Wikipedia:Hydra (Mythologie)|Hydra]], der [[Wikipedia:Nemeischer Löwe|Nemeische Löwe]], der zweiköpfige Hund [[Wikipedia:Orthos|Orthos]] und die von diesem mit der Mutter gezeugte [[Sphinx]]. Hesiod schildert<br />  ihn als „...den blutrünstigen, den des Hades fünfzigköpfigen Hund mit der Kupferstimme.“<ref>[[Wikipedia:Hesiod|Hesiod]]: ''[[Wikipedia:Theogonie|Theogonie]]'' 311.</ref>
 
 
[[Orpheus]] brauchte nicht wie Herakles zu kämpfen, um den Kerberos zu besiegen. Er gelangte in die Unterwelt, um von dort seine Gemahlin [[Wikipedia:Eurydike (Nymphe)|Eurydike]] zurückzuholen, weil er den wütenden Wächter mit seinem Lyraspiel und seinem Gesang besänftigen konnte. [[Amor und Psyche|Psyche]] wiederum bestach ihn zweimal mit Honigkuchen, einmal beim Betreten und einmal beim Verlassen der Unterwelt. So schaffte sie es, den Auftrag der Venus zu erfüllen und dieser eine Dose mit der Schönheit der von [[Pluton|Pluto]] in sein Reich entführten [[Proserpina]] zu bringen. Honig war auch in dem Schlafmittel, das die [[Apollon|apollinische]] Seherin Sibylla, die [[Wikipedia:Aeneas|Aeneas]] zum Eingang zur Unterwelt begleitete, dem Höllenhund gab, der „mit dreifach klaffenden Schlünden" danach schnappte und sich betäubt hinstreckte, wie es in der [[Wikipedia:Aeneis|Aeneis]] heißt.
 
Orte, wo die Menschen glaubten, dass sich dort der Eingang zur Unterwelt befinde, hinter dem die Bestie wacht, gibt es mehrere. Herakles soll an der kleinasiatischen Schwarzmeerküste bei Herakleia Pontike (heute [[Wikipedia:Ereğli (Schwarzes Meer)|Karadeniz Ereğli]]) hinabgestiegen sein. Homer dagegen ließ den Odysseus bei der  "Stadt der kimmerischen Männer" in der westlich von [[Wikipedia:Neapel|Neapel]] gelegenen Vulkanlandschaft auf die Seele des Sehers Teiresias treffen. Und dort ist auch der Ort, wo Vergils Aeneas das Reich der Toten betrat. Letztere sollen nach altem Glauben über den Acheron (Schwarzer Fluss) zum Averner See und von dort durch die Höhlen in den Kraterwänden des Vulkans Avernus in die Unterwelt gelangt sein. Orpheus wiederum fand den Eingang auf dem [[Wikipedia:Kap Tenaro|Tainaron]] an der Südspitze des Peloponnes. Pausanias berichtet in seiner Betrachtung Griechenlands, dass dieser bei Hermione im Nordosten der peloponnesischen Halbinsel gewesen sei. [[Dionysos]] sei hier hinabgestiegen, um seine Mutter [[Semele]] aus dem Hades zu retten.
 
In [[Wikipedia:Aristophanes|Aristophanes]]' Komödie „Die Frösche“ ist nicht Kerberos der Türhüter der Unterwelt, sondern [[Wikipedia:Aiakos|Aiakos]], in der Mythologie ein Sohn des Zeus, der wegen seines Gerechtigkeitssinns nach seinem Tod  zum Richter der Unterwelt berufen wurde. Dieser ersetzt den Hund ebenfalls in satirischen Werken des [[Wikipedia:Lukian von Samosata|Lukian von Samosata]].<ref>[http://de.wikisource.org/wiki/RE:Aiakos_1 Aiakos, Wikisource]</ref> 
 
=== Kerberos in Dantes Göttlicher Komödie ===
[[Datei:Inferno Canto 6 lines 24-26.jpg|miniatur|Illustration von [[Wikipedia:Gustave Doré|Gustave Doré]] zu Dantes ''Göttlicher Komödie'', 1861]]
[[Datei:U-Bahn Berlin Rathaus Steglitz Kerberos.jpg|miniatur|''Höllenhund'', Plastik von [[Wikipedia:Waldemar Grzimek|Waldemar Grzimek]] in der U-Bahn-Station [[Wikipedia:Bahnhof Berlin Rathaus Steglitz|Rathaus Steglitz]], Berlin]]
[[Datei:KTH Kerberos.jpg|miniatur|Kerberos bewacht das Königliche Institut für Technologie in Stockholm.]]
Auch in [[Dante Alighieri|Dantes]] [[Göttliche Komödie|Göttlicher Komödie]], die der Dichter 1307 zu schreiben begann, kommt Kerberos vor. „Ein Untier, wild und seltsam, Zerberus, / Bellt, wie ein böser Hund, aus dreien Kehlen / Jedweden an, der dort hinunter muss.“<ref>(Eine deutsche Fassung in [[Wikipedia:Terzine|]]n) - [http://de.wikisource.org/wiki/G%C3%B6ttliche_Kom%C3%B6die_%28Streckfu%C3%9F_1876%29/Inferno ''Dante Alighieris Göttliche Komödie''. Übersetzt von Karl Streckfuß, Leipzig 1876]</ref> Dante trifft auf ihn, als er im dritten Kreis der Hölle (6. Gesang) angelangt ist, in dem die Schlemmer büßen - vom ewigen Regen durchnässt, in Schlamm und Kot versinkend. Diese bewacht er und heult „wie ein Hund“ über sie hin, die ebenso „wie Hunde heulen“. „Rot sind die Augen, schmutzigschwarz der Bart, / mächtig sein Wanst und scharf bekrallt die Tatzen / er kratzt, zerfleischt die Geister, vierteilt sie“<ref>(Eine deutsche Fassung in [[Wikipedia:Blankvers|Blankvers]]en) - Dante Alighieri: ''Die Göttliche Komödie.''  Ins Deutsche übersetzt von Ida und Walther von Wartburg, Zürich 1963 (mit Kommentar)</ref> Kerberos ist grausam gegen die Toten und verkörpert zugleich das Laster, für das sie bestraft werden: die Gier. Doch ist deren zivilisierte Schlemmerei von einst in ihm, der nach altem Mythos durch Honigkuchen zu besänftigen war, zum rein Animalischen abgesunken. Vergil, der Führer Dantes durch die Hölle, hebt mit beiden Händen Dreck auf und wirft ihn dem Tier ins gefräßige Maul und bringt es so zum Schweigen. - Illustriert wurde diese Szene von [[Wikipedia:Gustave Doré|Gustave Doré]] (siehe Abbildung).
 
== Literatur ==
* [[Wikipedia:Karl Kerényi|Karl Kerényi]]: ''Die Mythologie der Griechen – Die Götter- und Menschheitsgeschichten'', dtv, München 1994. ISBN 3-423-30030-2
* [[Wikipedia:Michael Grant|Michael Grant]] und John Hazel: ''Lexikon der antiken Mythen und Gestalten''. dtv, München 2004. ISBN 3-423-32508-9
* [[Wikipedia:Robert von Ranke-Graves|Robert von Ranke-Graves]]: ''Griechische Mythologie – Quellen und Deutung''. rororo, Hamburg 2001. ISBN 3-499-55404-6
* Raphael Baer: ''Das Schwören des Sokrates „beim Hunde!“''. In: ''Xenophons Apologie des Sokrates''. Hrsg. von R. Baer, Verlag Bär, Niederuzwil 2007. ISBN 978-3-9523212-3-2
 
== Weblinks ==
{{Commonscat|Cerberus|Kerberos}}
 
== Fußnoten/Einzelnachweise ==
<references />
 
{{Wikipedia}}

Version vom 28. Februar 2013, 00:03 Uhr

Kerberos zu Füßen von Hades, des Gottes der Unterwelt. Römische Marmorstatue, um 180 n. Chr (Archäologisches Museum Iraklio, Kreta)
Inferno, Canto VI, 12-35, Cerberus - Zeichnung von William Blake (Illustration zu DantesGöttlicher Komödie), 1825 (National Gallery of Victoria, Melbourne)

Kerberos (griech. Κέρβερος, latinisiert Cerberus, dt. auch Zerberus – „Dämon der Grube“, bei Plutarch Phoberos - „Der Furchtbare“) ist in der griechischen Mythologie der Höllenhund, der den Eingang zur Unterwelt bewacht, damit kein Toter herauskommt und auch kein Lebender eindringt.

Mythos

Kerberos, das Ungeheuer, wurde zumeist dreiköpfig dargestellt[1], aber auch mit einem[2], zwei[3], fünfzig[4] oder sogar mit hundert Köpfen[5]. Die Künstler und Dichter versahen ihn oft mit einem Schlangenschwanz bzw. einer Schlange als Schwanz, Schlangenhaaren und Schlangenköpfen oder ganzen Schlangen auf dem Rücken. Sein Bellen klang metallisch und sein Atem war tödlich. Die Sage berichtet, dass dem Kerberos, als ihn Herakles – wie es eine der ihm von Eurystheus gestellten Aufgaben war - zur Oberwelt verschleppt hatte[6], der Speichel aus dem Maul troff und davon die todbringend giftige Blume Akóniton aus dem Boden spross, hierzulande bekannt als Eisenhut. Auch Ovid erzählt in seinen Metamorphosen von dem Gift Aconitum. Medea habe es aus ihrer Heimat an der Küste des Schwarzen Meeres mitgebracht und versucht, damit den Theseus zu töten. Dieses Gift sei einst aus dem Geifer des wütenden Höllenhundes zu einer Pflanze entsprungen.[7]

In den homerischen Gesängen der Odyssee wird Kerberos von Odysseus nach seiner Rückkehr aus der Unterwelt folgendermaßen beschrieben:

Auch den Kerberos sah ich, mit bissigen Zähnen bewaffnet
Böse rollt er die Augen, den Schlund des Hades bewachend.
Wagt es einer der Toten an ihm vorbei sich zu schleichen,
So schlägt er die Zähne tief und schmerzhaft ins Fleisch der Entfliehenden
Und schleppt sie zurück unter Qualen,
Der böse, der bissige Wächter.
Herakles präsentiert Eurystheus den
von ihm im Kampf besiegten und aus der Unterwelt entführten Höllenhund. Caeretaner Hydria um 525 v. Chr. (Louvre, Paris)
Herkules und Cerberus, Kupferstich von Hans Sebald Beham (1545)

In der Theogonie des Hesiod ist Kerberos ein Kind der Echidna und des Typhon, seine Geschwister sind die Chimäre, die Hydra, der Nemeische Löwe, der zweiköpfige Hund Orthos und die von diesem mit der Mutter gezeugte Sphinx. Hesiod schildert
ihn als „...den blutrünstigen, den des Hades fünfzigköpfigen Hund mit der Kupferstimme.“[8]


Orpheus brauchte nicht wie Herakles zu kämpfen, um den Kerberos zu besiegen. Er gelangte in die Unterwelt, um von dort seine Gemahlin Eurydike zurückzuholen, weil er den wütenden Wächter mit seinem Lyraspiel und seinem Gesang besänftigen konnte. Psyche wiederum bestach ihn zweimal mit Honigkuchen, einmal beim Betreten und einmal beim Verlassen der Unterwelt. So schaffte sie es, den Auftrag der Venus zu erfüllen und dieser eine Dose mit der Schönheit der von Pluto in sein Reich entführten Proserpina zu bringen. Honig war auch in dem Schlafmittel, das die apollinische Seherin Sibylla, die Aeneas zum Eingang zur Unterwelt begleitete, dem Höllenhund gab, der „mit dreifach klaffenden Schlünden" danach schnappte und sich betäubt hinstreckte, wie es in der Aeneis heißt.

Orte, wo die Menschen glaubten, dass sich dort der Eingang zur Unterwelt befinde, hinter dem die Bestie wacht, gibt es mehrere. Herakles soll an der kleinasiatischen Schwarzmeerküste bei Herakleia Pontike (heute Karadeniz Ereğli) hinabgestiegen sein. Homer dagegen ließ den Odysseus bei der "Stadt der kimmerischen Männer" in der westlich von Neapel gelegenen Vulkanlandschaft auf die Seele des Sehers Teiresias treffen. Und dort ist auch der Ort, wo Vergils Aeneas das Reich der Toten betrat. Letztere sollen nach altem Glauben über den Acheron (Schwarzer Fluss) zum Averner See und von dort durch die Höhlen in den Kraterwänden des Vulkans Avernus in die Unterwelt gelangt sein. Orpheus wiederum fand den Eingang auf dem Tainaron an der Südspitze des Peloponnes. Pausanias berichtet in seiner Betrachtung Griechenlands, dass dieser bei Hermione im Nordosten der peloponnesischen Halbinsel gewesen sei. Dionysos sei hier hinabgestiegen, um seine Mutter Semele aus dem Hades zu retten.

In Aristophanes' Komödie „Die Frösche“ ist nicht Kerberos der Türhüter der Unterwelt, sondern Aiakos, in der Mythologie ein Sohn des Zeus, der wegen seines Gerechtigkeitssinns nach seinem Tod zum Richter der Unterwelt berufen wurde. Dieser ersetzt den Hund ebenfalls in satirischen Werken des Lukian von Samosata.[9]

Kerberos in Dantes Göttlicher Komödie

Illustration von Gustave Doré zu Dantes Göttlicher Komödie, 1861
Höllenhund, Plastik von Waldemar Grzimek in der U-Bahn-Station Rathaus Steglitz, Berlin
Kerberos bewacht das Königliche Institut für Technologie in Stockholm.

Auch in Dantes Göttlicher Komödie, die der Dichter 1307 zu schreiben begann, kommt Kerberos vor. „Ein Untier, wild und seltsam, Zerberus, / Bellt, wie ein böser Hund, aus dreien Kehlen / Jedweden an, der dort hinunter muss.“[10] Dante trifft auf ihn, als er im dritten Kreis der Hölle (6. Gesang) angelangt ist, in dem die Schlemmer büßen - vom ewigen Regen durchnässt, in Schlamm und Kot versinkend. Diese bewacht er und heult „wie ein Hund“ über sie hin, die ebenso „wie Hunde heulen“. „Rot sind die Augen, schmutzigschwarz der Bart, / mächtig sein Wanst und scharf bekrallt die Tatzen / er kratzt, zerfleischt die Geister, vierteilt sie“[11] Kerberos ist grausam gegen die Toten und verkörpert zugleich das Laster, für das sie bestraft werden: die Gier. Doch ist deren zivilisierte Schlemmerei von einst in ihm, der nach altem Mythos durch Honigkuchen zu besänftigen war, zum rein Animalischen abgesunken. Vergil, der Führer Dantes durch die Hölle, hebt mit beiden Händen Dreck auf und wirft ihn dem Tier ins gefräßige Maul und bringt es so zum Schweigen. - Illustriert wurde diese Szene von Gustave Doré (siehe Abbildung).

Literatur

Weblinks

Commons: Kerberos - Weitere Bilder oder Audiodateien zum Thema

Fußnoten/Einzelnachweise

  1. u. a. bei Ovid und Vergil, siehe Abbildungen
  2. bei Hesiod, im Zeustempel in Olympia und im Hephaisteion-Tempel in Athen
  3. auf einer (Amphora des Andokides-Malers
  4. ebenfalls bei Hesiod
  5. bei Pindar und Horaz
  6. Hades, der Gott der Unterwelt, erlaubte ihm, den Hund aus seinem Reich zu schaffen, wenn er ihn ohne Waffen besiege, was Herakles auch im Ringkampf gelang. Er brachte ihn, in Ketten gelegt, zu seinem Auftraggeber.
  7. Ovid: Metamorphosen 7, 404-424. Und die Bauern hätten die Pflanze, da sie auf hartem Felsgrund gewachsen sei, Aconitum (gr. akónai steile Felsen) genannt.
  8. Hesiod: Theogonie 311.
  9. Aiakos, Wikisource
  10. (Eine deutsche Fassung in [[Wikipedia:Terzine|]]n) - Dante Alighieris Göttliche Komödie. Übersetzt von Karl Streckfuß, Leipzig 1876
  11. (Eine deutsche Fassung in Blankversen) - Dante Alighieri: Die Göttliche Komödie. Ins Deutsche übersetzt von Ida und Walther von Wartburg, Zürich 1963 (mit Kommentar)


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